Wer spaßeshalber mal die Worte „Max Lorenz“ und „Fußballer“ in eine Internetsuchmaschine eingibt, erhält mehr als 61 000 Treffer. Welche zahlreichen Geschichten sich hinter dem Namen des Bremers tummeln, das lässt sich auf den ersten Blick für Außenstehende kaum erahnen: Max Lorenz ist Deutscher Meister und Pokalsieger mit dem SV Werder Bremen geworden, er hat 19 Mal das Nationalmannschaftstrikot getragen und an den Weltmeisterschaften in England und Mexiko teilgenommen. Wo fängt man da an? Vielleicht beschränken wir uns an dieser Stelle auf seine aktuelle Aufgabe: Max Lorenz unterstützt den Fußball-Oberligisten TuS Heeslingen im Vorfeld der DFB-Pokalpartie gegen den Zweitligisten FC Energie Cottbus.
Das bedeutet: Der 70-Jährige rührt die Werbetrommel. Und das gemeinsam mit Heeslingens Manager Manfred Müller. „Wir wollen hier gute Arbeit leisten“, sagt Lorenz, der für das gesamte Marketing verantwortlich zeichnet. Das Duo hat bisher einige Unternehmen als Sponsoren für das Pokalspiel am 15. August gewonnen. Gestern warb er in einem Autohaus in Zeven, heute sieht er sich das Testspiel des TuS gegen den FC Oberneuland an.
„Zeven ist mir natürlich nicht unbekannt – die Stadt ist ja ein Einzugsgebiet für die Bremer“, sagt Max Lorenz, der in jungen Jahren als Kaufmann bei Jacobs Kaffee und später als Generalvertreter für Sportausrüster adidas arbeitete. Er erinnert sich – aus sportlicher Hinsicht – an ein besonderes Erlebnis in Heeslingen. Dort war Werder nach der Meisterschaft 1965 zu Gast. Es stand ein Freundschaftsspiel gegen eine niederländische Auswahlmannschaft an. „Ich weiß nicht mehr, wie viel Tore wir bekommen haben – aber wir sind richtig unter die Räder gekommen“, erinnert sich der einst vielseitig einsetzbare Fußballer. Grund für die Klatsche: „Die Soldaten hatten sich damals einige Asse aus Holland geholt“, sagt Lorenz und lacht.
Wenn man ihm ein Stichwort gibt, folgen ruck-zuck Anekdoten. Das Wembley-Tor bei der WM 1966 in England? „Der Ball war nicht drin.“ Da es seinerzeit keine Ersatzspieler-Regelung gab, musste sich der Trainer im Vorfeld für elf Kicker entscheiden, die spielen sollten. Lorenz verpasste den Sprung in die Startelf nur knapp, musste auf der Tribüne Platz nehmen. „Es war trotzdem großartig. Das bleibt für immer hängen.“ Drei, vier Ränge hinter ihm saß übrigens die britische Königin Elizabeth II.
Weniger schön war indes der Bundesliga-Bestechungsskandal, in den Lorenz als Spieler von Eintracht Braunschweig verwickelt war. Die Folge: 15 Monate Sperre, 2200 Mark Geldbuße und das Karriereende.
Ein großer Einschnitt war auch der Schlaganfall, den Max Lorenz vor rund zwei Jahren erlitt. Ein Telefonat mit seiner Lebensgefährtin Hildegard Krekel (die in Köln lebt und unter anderem als Schauspielerin arbeitet) hat ihm das Leben gerettet. „Gott hat auf mich aufgepasst.“ Der Schlaganfall war aber kein Grund, sich ins ruhige Rentnerdasein zu begeben. So ein Typ sei er auch nicht. „Ich muss immer weiter machen.“
Die Aufgabe beim TuS Heeslingen? Ja, die mache ihm Spaß und gebe ihm Kraft, weil „ich ein Ziel habe“. Zeit nimmt er sich fürs Zeitunglesen und für die Fernsehsendung „Buten un binnen“. Er reist gern. „Die Welt ist schön – besonders in Deutschland“, sagt Lorenz, der mit den Großen des Sports wie Franz Beckenbauer, Uwe Seeler und Willi Holdorf dem seit 30 Jahren existierenden Verein „Schneeforscher“ angehört.
Max Lorenz möchte noch viele Jahre gesund und glücklich im Umfeld seiner Familie und mit seiner Frau verbringen, formuliert er einen Traum. Ein anderer Wunsch: Dass Heeslingen im Pokal Cottbus besiegt. Das traut Max Lorenz dem Oberligisten und dessen Trainer zu. „Torsten Gütschow war ein brillanter Fußballer – und er ist ein Schlitzohr.“
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