„Miteinander reden, um die Anderen zu verstehen, ist sicherlich besser, als sich mit Vorurteilen gegenüber zu stehen“, sagte Bürgermeister Peter Radzio. Er bedankte sich beim Jugend- und Bildungsreferenten Jörg Schgalin sowie beim Vorsitzenden der Stiftung Lager Sandbostel, Karl-Heinz Buck, für die Hilfe bei der Organisation des Jugendcamps .
Die 26 jungen Menschen aus acht Nationen hatten die Gedenkfeier auf dem Gelände des Lagers Sandbostel unter Leitung ihres Campleiters Wolfgang Große gestaltet. Gemeinsam sangen sie „So ist Versöhnung“ und hielten eine Gedenkrede in acht Sprachen.
Oberstleutnant Andreas Klapp, dessen Bataillon mit Transporten sowie Verpflegung und Unterkunft maßgeblich zum Gelingen der Begegnung beiträgt, versteht die Arbeit der Jugendlichen als große Hilfe für die Völkerverständigung. Gerade Sandbostel sei ein geeigneter „Gedenk- und Lernort“. Ferner werde die Besonderheit des Veranstaltungsortes Lager Sandbostel dadurch ausgedrückt, dass der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Arbeit des Workcamps unterstützt.
Besucher der Gedenkfeier nahmen den von Campteilnehmern freigelegten Weg auf dem Gelände des ehemaligen NS-Kriegsgefangenlagers und KZ-Auffanglagers Sandbostel in Augenschein.
Auf dem Kriegsgräberfriedhof fand das Gedenken seine Fortsetzung. Landrat Hermann Luttmann hob hervor, dass die internationalen Workcamps bewusst an „Orten der Erinnerung an Krieg und Zeiten der Gewaltherrschaft“ durchzuführen seien: Jugendliche könne man auf diese Weise leichter ein Bewusstsein für ihre Rolle als Friedensstifter in der Welt geben.
Gerade der internationale Rahmen der Jugendcamps ließe Jugendliche spüren, wie wichtig ein friedvolles Miteinander sei, so der Landrat. Abschließend verwies er auf die drei gefallenen Soldaten des Fallschirmjägerbataillons 373 aus Seedorf, die in Afghanistan ihr Leben für den Frieden verloren. „Arbeit für den Frieden“ sei somit ein aktuelles Anliegen für die gesamte Weltbevölkerung.
Die Grüne Landtagsabgeordnete Elke Twesten richtete sich speziell an die Workcampteilnehmer. Sie habe während ihrer Jugendzeit in ihrem Heimatort Scheeßel nicht gewusst, dass sich wenige Kilometer entfernt das Lager Sandbostel befindet, in dem Menschen unter schrecklichen Qualen zu leiden hatten. Die Landtagsabgeordnete ist davon überzeugt, dass mit dem Aufbau der Gedenkstätte der Nationalsozialismus aufzuarbeiten sei.
Zum Abschluss der Gedenkfeier legten zwei Jugendliche einen Kranz am Mahnmahl nieder. Die restlichen Teilnehmer zündeten Kerzen an, im Gedenken an die Opfer in Sandbostel. Die Jugendlichen verlasen in ihrer jeweiligen Muttersprache Gedenkworte, mit denen sie das Bedürfnis nach Frieden auf Versöhnung der Völker ausdrückten. (bz/lm)
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