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„Kinder lernen nicht weniger“

SITTENSEN. Nach den Sommerferien wird in Sittensen die Kooperative Gesamtschule (KGS) mit dem fünften Schuljahrgang ihren Betrieb aufnehmen. Am Montagabend stellte die Planungsgruppe, die derzeit unter Hochdruck am Konzept der neuen Schulform arbeitet, sich und erste Ergebnisse der Öffentlichkeit vor.

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Marianne Assenheimer von der Landesschulbehörde.

Dazu waren zahlreiche Interessierte gekommen – Eltern und Schüler – und zwar, wie sich herausstellte, nicht nur aus der Samtgemeinde. Die Mitglieder der Planungsgruppe setzen sich aus zehn Haupt-, Realschul- und Gymnasiallehrern (Marliese Eckhof, HRS Gnarrenburg, Axel Witt, KGS Schneverdingen, Heike Kogge, KGS Tarmstedt, Alfred Flacke und Klaus Sohns, St.-Viti-Gymnasium, Nathalie Paulisch, Svenja Heyne, Alexandra Wilke, Thore Friemann, HRS Sittensen, Sven Evers, Beeke-Schule Scheeßel), zwei Elternvertretern (Elke Wenner-Harms, Petra Walther) sowie Stefan Miesner oder Stefan Tiemann von der Samtgemeinde Sittensen als Schulträger zusammen. Vorsitzender ist Sven Evers, Stellvertreterin Alexandra Wilcke. Dem Info-Abend wohnte auch Marianne Assenheimer von der Landesschulbehörde bei, die darauf hinwies, dass es im Landkreis Rotenburg mit Tarmstedt und Sittensen nur zwei KGS gebe, sowie eine in Schneverdingen, die auch die Patenschaft für die Sittenser KGS übernommen habe.

„Wir bekommen hier eine ganz neue Schule“, machte Evers gleich zu Beginn deutlich und zeigte nach einer kurzen Vorstellung des „schönen und gepflegten Schulhauses mit den gut ausgestatteten Fachräumen“ nochmals die Vorteile einer KGS auf: „Kurze Schulwege, individuelle Förderung und Forderung der Schüler, Erhalt bestehender Freundschaften“.

Und: „Alle Kinder können zusammen lernen, wobei Kunst, Sport, Musik und Religion integrativ unterrichtet werden, alle anderen Fächer schulformspezifisch im eigenen Klassenverband.“ Die Lehrer räumten mit Nachdruck gegen ein Gesamtschulvorurteil auf: „Die Kinder lernen nicht weniger, sondern mehr, insbesondere durch das soziale Miteinander. Alle bekommen die Bildung und Förderung, die sie brauchen.“ In den Kernfächern Mathematik und Englisch soll zudem die Möglichkeit geschaffen werden, dass besonders gute Haupt- und Realschüler am nächst höheren Schulzweigunterricht teilnehmen können. „Rückwärts geht das aber nicht, ein Gymnasialschüler bleibt in seiner Schulform“, verdeutlichte Evers. „Wir wollen nur das Beste und auch ein vollwertiges gymnasiales Angebot vorhalten, das ist unser Auftrag. Vor allem wollen wir uns nicht nachsagen lassen, dass es heißt, die kommen aus Sittensen und können das nicht. Jeder wird nämlich auf uns und unsere neue Schule gucken, da laufen wir zur Höchstform auf“, versprach er.

„Und wir brauchen die Eltern, um in Sittensen eine gymnasiale Oberstufe zu kriegen“, ergänzte Marianne Assenheimer. Denn: Bislang ist die KGS nur von der fünften bis zehnten Klasse genehmigt. „Die eigentliche Oberstufe beginnt mit der Versetzung in die elfte Klasse. Wenn die Schülerzahlen ausreichen, kann auch die Einrichtung einer Oberstufe beantragt werden. Das wünschen wir uns natürlich“, unterstrich sie. In der zehnten Klasse finde daher der Unterricht in enger Verzahnung mit den benachbarten Gymnasien (Zeven und Schneverdingen) statt, um gegebenenfalls einen nahtlosen Übergang zu schaffen. Des Weiteren erfuhren die Eltern, dass in der Sittenser KGS Spanisch und Französisch als Fremdsprachen angeboten werden sollen.

Außerdem ist die Einrichtung als offene Ganztagsschule – zunächst an zwei Tagen – geplant. Mit Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung durch Lehrer und Schüler, Förder- und Fordermöglichkeiten am Nachmittag und Arbeitsgemeinschaften, auch in Kooperation mit Sportvereinen. Auf Nachfrage zur Schülerbeförderung außerhalb der Samtgemeinde teilte Stefan Miesner, allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters, mit, dass die KGS eine Angebotsschule sei, so dass der Landkreis die Schülerbeförderung sicherstellen und bezahlen müsse. „Ein Busunternehmer hat bereits eine Linie von Sottrum und Visselhövede aus beantragt“, ließ Miesner wissen.

Die Prognose der Planungsgruppe hinsichtlich der Schülerzahlen ist optimistisch: „Wir hoffen auf zwei Gymnasial-, drei Realschul- und zwei Hauptschulklassen.“ Abschließend durften die Gäste noch das Schulgebäude und die Klassen- und Fachräume besichtigen. (hm)


Artikel vom 10.03.10 - 06:00 Uhr
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