Dass diese Straßenbezeichnungen alle das Wort „Heide“ enthalten, hat seinen Ursprung darin, dass diese Gegend früher mit Heide bewachsen war und für eine intensive Landwirtschaft nicht nutzbar. Es sei denn, man nutzte die Heide für die Imkerei, wie es Bauer Klindwort in Offensen tat. Und zu diesem Klindwort hat Helma Miesner, die das erste Haus der „letzten Sieben“ im Wohngebiet „In der Heide“ bezog, eine verwandtschaftliche Beziehung.
Ihre Schwiegermutter Grete stammte vom Hof Klindwort und zog in das Stammhaus der Miesners, das Fachwerkhaus auf dem Heins-Bau-Gelände am Offenser Weg. Die Ländereien der Miesners lagen in Richtung Offensen, und als es im Dorfmittelpunkt für Hermann Miesner zu eng wurde, siedelte er mit seinem landwirtschaftlichen Betrieb an die Ortsgrenze aus. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite entstand die Stimmbeck-Siedlung, benannt nach dem kleinen Stimmbeck-Bach, der durch die Miesnersche Heide plätscherte und das heute noch tut.
Familie Miesner gab die Landwirtschaft auf, verkaufte den Hof und baute sich ein neues Domizil. Das hat seit 1995 neue Eigentümer, denn Helma und Hermann Miesner wurde das Haus nach dem Auszug der Kinder zu groß. Direkt nebenan wuchs das Baugebiet „In der Heide“, fast alle neuen Bewohner bauten zeitgleich. Man verstand sich von Anfang an, obwohl der Altersunterschied zwischen den Miesners und ihren neuen Nachbarn beträchtlich ist. Kinder gab es zu der Zeit noch gar keine, inzwischen haben die Familien Ehlen, nochmal Ehlen, Grund, Brandt, Alpers und Holsten 10 Kinder zwischen zwei und 12 Jahren, die Helma Miesner „meine Straßenkinder“ nennt.
Selbst hat sie sieben Enkelkinder und auch schon einen Urenkel. Mit ihrem Hermann, der im vorigen Jahr verstarb, führte sie immer ein offenes Haus, was jetzt den jungen Familien in der Nachbarschaft zu Gute kommt. Und diese Nachbarschaft hat es in sich, man könnte sie fast als eine Kommune bezeichnen. Im Winter wird auf Grünkohltour gegangen, im Sommer gemeinsam gegrillt, alle zwei Jahre wird ein Spanferkel aufgespießt. Man unternimmt Ausflüge, beteiligt sich am Erntefest und am Weihnachtsmarkt. Zum richtigen Publikumsmagneten ist dabei die „Kupferhütte“ geworden, in der ein nach Ur-Omas Rezept kupferfarbenes Gebräu ausgeschenkt wird. Die Grundstücke der „letzten Sieben“ sind wahre Spielparadiese für Kinder, die sogar gefahrlos auf der Straße spielen können. Denn auf dieser Straße, die extrem schmal ist, fährt nur, wer hier wohnt oder zu Besuch ist. (gh)
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