Das in Deutschland wohl beliebteste Gemüse im Hausgarten ist die Tomate. Um die Pflanzen vor der häufig auftretenden Braunfäule-Krankheit zu schützen, kursieren zahlreiche Empfehlungen, beispielsweise das Durchstechen des Stängels mit Kupfernägeln oder das Vergraben von Kupferdrähten im Wurzelbereich. Dabei sollen die Kupferteilchen gelöst und in die Blätter transportiert werden und die Pilze abtöten.
In Versuchen zeigte sich, dass diese Methode unwirksam ist. Und wenn tatsächlich so viel Kupfer gelöst wird, um die Pilzsporen zu beeinträchtigen, dürfte man die Früchte wegen der hohen Belastung gar nicht mehr verzehren. Hier hilft nur ein vor Regen schützendes Dach und eine gezielte Behandlung mit einem Kupferpräparat.
Häufig wird auch empfohlen, Kapuzinerkresse unter Obstbäume zu pflanzen, um Läuse fernzuhalten. Läuse sollen allerdings streng an ihren Wirt gebunden sein und könnten daher auf der Kapuzinerkresse gar nicht überleben. Zudem beginnt der Lebenszyklus der Baumläuse bereits bei Austriebsbeginn, also lange bevor die Kapuzinerkresse überhaupt ihre Blätter ausgebildet hat. Dennoch sind die hübschen einjährigen Kletterpflanzen mit ihren leuchtenden Blüten eine sehr schöne Unterpflanzung für Bäume.
Brennnessel-Brühe soll ebenfalls gegen Blattläuse wirken, insbesondere das in den Brennhaaren enthaltene Histamin. Versuche der biologischen Bundesanstalt ergaben jedoch, dass diese Methode den gleichen Wirkungsgrad hat wie Wasser. Es macht also keinen Unterschied, ob man die Läuse mit Wasser oder mit Brennnessel-Brühe besprüht. Brennnesseljauche allerdings, die eine Woche gärt, enthält viel Stickstoff und ist damit ein guter, vor allem kostenloser Naturdünger, der für alle Pflanzen im Garten geeignet ist. „Damit arbeite ich nur, denn Brennnesseljauche ist der einzige schnell wirksame Flüssigdünger, den ich in meinem Betrieb verwende“, sagt Thorsten Brunkhorst, biologischer Gemüsegärtner aus Elsdorf.
Auch in Sachen Schneckenabwehr kursieren zahllose Gerüchte. Sehr hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Kaffee Schnecken vertreiben würde. Doch auch diese Methode erwies sich als wirkungslos, das kann Torsten Brunkhorst nur bestätigen. „Die Wirkung verfliegt schnell und gerade nach Regen ist der Effekt sofort weg.“
Dennoch sollte man die Überreste des Kaffees nicht achtlos entsorgen, denn sie schmecken nicht nur den Regenwürmern im Komposthaufen, sondern haben darüber hinaus auch einen düngenden Effekt, halten den Boden von Rhododendren, Azaleen oder Eriken leicht sauer und die Feuchtigkeit in der Erde. Der Kaffeesatz wird dabei gleichmäßig und dünn auf dem Boden um die Pflanze herum verteilt und locker in die Erde eingearbeitet. Übrigens, auch wenn er bereits einen weißlichen Belag aufweist, ist das nur ein Hinweis auf den bereits eingesetzten Verrottungsprozess, für die Verwendung im Garten ist er nach wie vor bestens geeignet.
Bei den Gelbtafeln wiederum ist die Wirksamkeit abhängig von der jeweiligen Verwendung. Bei Kirschen, Äpfeln und Rhododendren beispielsweise wirken sie nur als Indikator für Schädlinge und zeigen eine notwendige Schädlingsbehandlung an. Im Gewächshaus allerdings können aufgehängte Gelbtafeln durchaus die Vermehrung der weißen Fliege in Schach halten. Es ist also gar nicht so einfach, zu unterscheiden welche Maßnahmen sinnvoll und wirksam sind und welche keinerlei Wirkung haben. Im Zweifelsfall ist es da wohl am besten, einen Experten zu Rate zu ziehen.
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