Die „Wundertüte“ ist wieder geöffnet
Hamersen. Bezirksliga-Absteiger SV Hamersen möchte in der Fußball-Kreisliga nach dem Überraschungssieg in Bremervörde jetzt am Sonntag auch vor eigenem Publikum gegen Sottrum überzeugen. Viktoria Oldendorf hofft weiter auf den ersten Punkt – muss aber jetzt ausgerechnet beim Tabellenzweiten FC Ostereistedt/Rhade antreten. Der TuS Zeven will auch gegen Bothel ohne Gegentor bleiben. Ippensen gastiert in Gnarrenburg, der TuS Tarmstedt in Westerholz.

Florian Lang (links) und seine Oldendorfer Teamkollegen laufen bislang der Konkurrenz hinterher. Die Viktoria hofft nun am Sonntag auf ihren ersten Punkt, muss aber beim Tabellenzweiten in Ostereistedt antreten. Foto: mk
SV Hamersen – TV Sottrum
Nach der Auswärtsüberraschung vom vergangenen Spieltag in Bremervörde sieht Hamersens Trainer Peter Ludwig sein Team in der Plicht. Die Mannschaft habe gezeigt, was sie könne, jetzt gebe es keine Ausreden mehr. Er nennt diese Kreisliga-Saison „Wundertüten-Fußball“ und ist gespannt, was seine Jungs gegen den TV Sottrum zu Stande bringen werden. Dieser Gegner scheint auch so eine Art Wundertüte zu sein, hat bisher jedes Heimspiel mit 0:2 verloren, zuletzt gegen den TuS Zeven und auswärts jeweils drei Punkte geholt – beim TV Stemmen sogar mit einem 7:0-Kantersieg. Die personelle Lage beim SV Hamersen, die lange sehr angespannt war, hat sich mittlerweile wieder beruhigt.
TuS Zeven – TuS Bothel
Die TuS-Kicker haben am Sonntag ihren ersten Saisonsieg eingefahren und gehen zuversichtlich in die Partie gegen den TuS aus Bothel. Dabei kann Trainer Peter Leschniok zum dritten Mal in Folge die gleiche Anfangsformation auf den Ahesportplatz schicken. Seine Abwehr hat sich deutlich stabilisiert, was an dem „zu Null“ in Sottrum abzulesen war. Bei einigen jungen Spielern fehlt zwar noch ein wenig Selbstvertrauen, doch das sollte nach dem Erfolg in Sottrum gefestigt worden sein.
TuS Westerholz – Tarmstedt
Beim TuS Tarmstedt scheinen die Anfangsschwierigkeiten nach dem Abstieg in die Kreisliga überwunden zu sein. Jetzt geht es darum, mit konstanten Leistungen in das gesicherte obere Tabellendrittel vorzustoßen, so Co-Trainer Andreas Fink. Zuletzt im Heimspiel gegen Rot-Weiß Scheeßel konnte das TuS-Team schon überzeugen. Darauf soll in Westerholz aufgebaut werden.
Gnarrenburg – Ippensen
Gnarrenburg verlor am Sonntag 1:2 gegen den bisherigen Tabellenletzten Anderlingen. „Ich denke, dieses Spiel war ein Ausrutscher. Solche Tage hat man eben manchmal. Gegen Ippensen erwarte ich aber eine deutliche Leistungssteigerung“, so TSV-Trainer Matthias Weiß, der ein klares Ziel vorgibt: „Wir wollen auf eigenem Platz drei Punkte holen.“ Was für den Bezirksliga-Absteiger sprechen könnte: Einige zuletzt fehlende Stammkräfte – unter anderem Benjamin Eckhoff und Stefan Bargmann – können gegen Ippensen wieder auflaufen. Dagegen werden André Ropers (Rotsperre) und Marvin Dreyer weiterhin fehlen.
Nach der Heimpleite gegen Stemmen sollte beim bisher vom Erfolg verwöhnten Aufsteiger in Ippensen wohl „der letzte verstanden haben, dass wir gegen den Abstieg spielen“, so Trainer Christian Schwenzfeier. Vor allem die jungen Leute seien sichtlich deprimiert, da wären jetzt die älteren Spieler gefragt, die Ärmel aufzukrempeln. In Gnarrenburg muss mit Thorsten Brünjes, Sören Waltz, Sebastian Klindworth und Henrik Kaiser ein ganzes Stammspieler-Quartett ersetzt werden.
Ostereist./Rhade – Oldendorf
Man kann ein Nachbarschaftsderby der besonderen Art erwarten: Während der Gastgeber mit vier Siegen in vier Spielen derzeit den zweiten Tabellenrang innehat, ist Oldendorf punktloser Tabellenletzer. „Wir wollen natürlich unsere Erfolgsserie fortsetzen. Aber wir werden den Gegner auf keinen Fall unterschätzen und stellen uns auf ein Kampfspiel ein“, so FC-Coach Matthias Gerdes. Dabei muss er möglicherweise auf den ein oder anderen Spieler aus dem Kader verzichten. So ist der Einsatz von Stefan Enghard und Emanuel Wolff (beide grippegeplagt) ebenso fraglich wie der von Marvin Pape, der – aus Berlin kommend – unter Umständen erst kurz vor dem Anpfiff zum Kader stoßen könnte. Zudem fällt Arnd Wellbrock mit einer Zerrung aus. Es gibt aber zumindest einen Lichtblick: Michael Gerken wird gegen Oldendorf erstmals in dieser Saison wieder zum Kader gehören.
Nach drei Heimspielen am Stück zum Saisonstart, die allesamt verloren gingen, herrscht beim SV Viktoria schon eine gehörige Portion Ratlosigkeit. Wenn beim erfolgreichen FC Ostereistedt/Rhade nicht eine hundertprozentige Kehrtwende im Vergleich zum Vorsonntag erfolgt, dann wird es dort absolut nichts zu holen geben. Oldendorfs Trainer Eckart Hartwig fordert daher unbedingten Einsatzwillen und hofft auf eine Trotzreaktion seiner Elf. (am/gh)