
Im Falle einer Absage, die bis gestern allerdings noch nicht vorlag, hatte sich Heeslingens Coach alternativ um ein Testspiel mit den HSV-Amteuren bemüht, doch dieses kommt aus Termingründen nicht zustande. Somit hofft Gütschow jetzt auf die Austragung des ersten Punktspiels, in dem er einen Sieg fordert. „Es ist ganz klar. Da müssen drei Punkte her.“
Unter der Woche hatte er mit seiner Elf noch die desolate Vorstellung beim Testspiel gegen den Landesligisten SV Drochtersen/Assel aufgearbeitet. „Im Nachhinein hätte ich das Spiel lieber nicht gemacht, denn das hatte mit einem Test für uns nichts zu tun. Ich habe der Mannschaft im Mittwochstraining dazu auch ausführlich die Meinung gesagt“, zeigte sich der Trainer gestern immer noch angefressen ob der 4:6-Niederlage, räumte aber auch eigene Fehleinschätzungen ein. „Es war vielleicht ein Fehler, der Mannschaft vorher drei Tage frei zu geben, nachdem wir sechs Wochen aufeinandergehockt haben. Doch das darf keine Ausrede sein. Ich war insbesondere von den Spielern enttäuscht, die in die Startelf wollen.“
Im Training seien am Mittwoch allerdings „ehrliche, richtige Worte“ zu dem Thema gefallen. Die Spieler hätten gezeigt, dass sie das nicht auf die leichte Schulter nehmen. „Wir haben darüber gesprochen und das ist jetzt abgehakt für mich.“
Ohnehin befinde sich der TuS derzeit in einer einmaligen Konstellation: „Wir haben die Riesenchance, den Sprung in die Regionalliga zu schaffen, da darf man nach einem Spiel nicht alles schlecht reden. Ich kenne meine Mannschaft anders. Ich bin sicher, dass sie in den Punktspielen eine ganz andere Einstellung an den Tag legen“, so Gütschow.
Ob sie dies schon am Sonntag beim zutiefst verunsicherten Tabellensechzehnten VSK Osterholz-Scharmbeck unter Beweis stellen dürfen, ist allerdings noch fraglich. Neben der Sorge um den Zustand des eigenen Platzes drücken die Hausherren derzeit noch ganz andere Sorgen.
Die Hinrunde fiel mit nur acht Punkten aus 15 Spielen und dem letzten Tabellenplatz – selbst die Pleite-Klubs Emden und Nordhorn waren erfolgreicher – sportlich dürftig aus. Dann kam im Winter auch noch – wie in Heeslingen – die Steuerfahndung und führte Hausdurchsuchungen bei Spielern und Funktionären des VSK durch. Die ursprünglich für Weihnachten angepeilte Vertragsverlängerung mit Trainer Günter Hermann liegt seitdem erstmal auf Eis. Denn angesichts der jüngsten Ereignisse denkt der VSK-Vorstand ernsthaft darüber nach, ob der Verein für die kommende Saison überhaupt noch die Oberliga-Lizenz beantragen soll und erwägt den Rückzug in die Landesliga.
