
Mit seinem allerletzten Aufgebot war Peter Ludwig zum Tabellenführer ins Bremervörder Schützenhofstadion gereist. In der Anfangsphase brannten die Hausherren ein wahres Feuerwerk ab, wobei sich Hamersens Schlussmann von seiner besten Seite zeigte, indem er drei Hochkaräter glänzend parierte. Jubel brandete stattdessen auf Seiten der Gäste auf, als Felix Porrath mit einem 16-Meter-Linksschuss den SV mit 1:0 in Front brachte (17.). Die Bremervörder zeigten sich eine Zeitlang verunsichert und als sie sich wieder gefangen hatten scheiterten die Stürmer ein ums andere Mal an Jannik Röttinghausen. In der 30. Minute ließ SV-Angreifer Dirk Haller 20 Meter vor dem Tor seinen Gegenspieler aussteigen und traf zum 2:0-Halbzeitstand.
Eine echte Überraschung bahnte sich an. Erst nach 70 Minuten waren die Bremervörder Angriffsbemühungen von Erfolg gekrönt, Mike Ziehm stellte aus dem Gewühl heraus den 1:2-Anschluss her. Vorher waren noch Dirk Haller und Felix Porrath am BSC-Schlussmann gescheitert. Haller war es dann, der acht Minuten nach dem Gegentreffer den alten Abstand wieder herstellte. Der 2:3-Endstand fiel in der Nachspielzeit durch Torben Stüve. „Wir wissen, dass wir Fußball spielen können, jetzt haben wir es mal wieder gezeigt“, so Ralf Stelling, der mit seiner Kapitänsbinden-Idee der ungekrönte König des Abends war.
Nach einer ernsthaften Ansprache beim Pausentee zeigten sich die Ippenser zu Beginn der zweiten Spielhälfte etwas engagierter, mit der Folge, dass Thorsten Brünjes nach einem Pass in die Tiefe von Nils Klindworth das 2:2 markierte (57.). Im Gegenzug stellte Stefan Ehrke aber den alten Abstand wieder her und in der 62. Minute erhöhte Jair Bentz nach einem Abstimmungsfehler zwischen Hendrik Kaiser und Marcel Gerken auf 2:4. In der 71. Minute musste Christian Buse zum fünften Mal hinter sich greifen, Heiko Ceglarek war der Schütze. Etwas Hoffnung im SV-Lager keimte nach dem 3:5 durch Frank Behrens auf (75.). Doch drei Minuten später fiel Treffer Nummer sechs für Stemmen. Jan Jeschke verwandelte einen Foulelfmeter. Mit dem Schlusspfiff machte Heiko Ceglarek das Debakel für den SV Ippensen mit dem 3:7-Endstand perfekt.
In der 54. Minute leistete der Scheeßeler Torwart den Tarmstedtern Schützenhilfe, indem er Teetje Meyer von den Beinen holte. Den fälligen Strafstoß verwandelte Julian Bolte zur 2:1-Führung. TuS-Trainer Stefan Blasy schien ein goldenes Händchen in Sachen Auswechslungen gehabt zu haben, denn die beiden noch folgenden Treffer wurden von eingewechselten Spielern erzielt. In der 66. Minute war es Andreas Grimm, der nach langem Pass von Arne Braunstein per Seitfallzieher auf 3:1 erhöhte. Vier Minuten später krönte Jan Runow eine sehenswerte Einzelleistung mit einem Schuss aus 17 Metern ins lange Eck zum 4:1-Endstand. In der verbleibenden Spielzeit schaukelten die Tarmstedter das Ergebnis locker nach Hause.
Ein Alleingang von Toni Schulz war ebenfalls beim Torwart zu Ende, den Nachschuss vergab Mannke (52.). Eine weitere hochkarätige Chance konnte Schulz mit seinem 22-Meter-Schuss nicht unterbringen (72.). Als die Sottrumer in der Schlussphase alles nach vorn warfen, marschierte Tobias Mannke auf und davon und stellte den hoch verdienten 0:2-Endstand her. Betreuer Jörg Heining lobte die geschlossene Mannschaftsleistung, hervorgerufen durch Trainingsmoral und meinte: „Wir sind in der Kreisliga angekommen.“
Enrico Mattner, der gestern insgesamt vier Mal erfolgreich war, traf in der 53. Minute zum 1:3. Nach Rainer Möllers Anschlusstreffer zum 2:3 (64.) keimte bei den Gastgebern ein wenig Hoffnung auf, die Mattner zehn Minuten später wieder zunichte machte. Gegen ihn hatte Oldendorf Defensive einfach keine Mittel, denn der TuS-Stürmer stellte in der 87. Minute auch noch den 2:5-Endstand her. „Der TuS Westerholz war ganz klar eine Klasse besser“, so Hartwig, „für uns hat heute der Abstiegskampf begonnen“.
Die Anderlinger taten dagegen das, was ihnen zur Zeit möglich ist: Sie kämpften und erzwangen sich die eine oder andere excellente Chance: Noch vor der Pause traf Marco Holsten die Latte (40.) und nach dem Wechsel hatte Sebastian Heins die große Chance zum 2:1, brachte aber den Ball aus einem Meter nicht über die Torlinie (59.).
Es war letztlich eine Schiedsrichter-Entscheidung, die dem Spiel die Wende gab: In der 73. Minute wurde der Gnarrenburger Sören Bijkersma im eigenen Strafraum an der Hand getroffen, der Unparteiische Bernd Rössel entschied auf Strafstoß. „Für mich war es eine klare Fehlentscheidung. Bijkersma wurde aus drei Metern angeschossen. Es war kein absichtliches Handspiel“, so TSV-Coach Weiß. Ob nun aber Absicht oder nicht, Marco Holsten trat zum Strafstoß an und verwandelte diesen zum 2:1.
Und auch die letzten Minuten dieser Partie hatten noch eine ganz eigene Dramatik: Zehn Minuten vor Spielende hätte der eingewechselte Volker Steffens, unmittelbar vor dem Tor der Gäste stehend, das 3:1 erzielen müssen. Nur für Steffens, der dafür bekannt ist, vor allem unglaublich „schwere“ Tore zu erzielen, war es wohl einfach zu leicht: Er brachte den Ball nicht über die Torlinie und so bekam die vierte Minute der Nachspielzeit noch eine besondere Bedeutung: Der junge SVA-Verteidiger Carsten Borchers hatte Nico Wintjen im eigenen Strafraum gelegt. Zum fälligen Elfmeter trat Tilo Vollmann an, der den Ball aber – wie einst Uli Hoeneß – weit über das Tor der Gastgeber setzte. „Mit einer mittelmäßigen Leistung hätten wir hier leicht gewinnen können“, so Gnarrenburgs Coach Matthias Weiß nach der Begegnung. „Nur wir waren leider einfach nur schwach.“
Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Mannschaften in diesen Wochen zeigte sich in der Schlussminute: Bothels Stürmer Cedric Ahrens nutzte die erste nennenswerte Chance der Gastgeber und traf in einer unübersichtlichen Situation aus kurzer Distanz zum 1:0 für den TuS (90.). Die Buck-Elf warf nun alles vorne und wurde nur eine Minute später auf klassische Weise ausgekontert. Philipp Behrens erzielte das 2:0 für Bothel (91.). „Die Geschichte wiederholt sich leider von Woche zu Woche. Wir spielen nicht schlecht, nutzen aber unsere Chancen nicht und stehen am Ende allzu oft mit leeren Händen da. Dies muss sich bald ändern“, so Buck.
