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Hilfe für „kindlose“ Väter

ROTENBURG. Für René Foitzik brach vor drei Jahren eine Welt zusammen. Nachdem er sich von seiner Lebensgefährtin getrennt hatte, verlor er auch den Kontakt zum gemeinsamen Kind. Die Mutter hatte es so gewollt und auch von den Behörden gab es keine Unterstützung, sagt der 36-jährige Hemslinger. Er ist davon überzeugt: So wie ihm geht es mehreren Vätern in der Region. Foitzik hat daher in Rotenburg eine Selbsthilfegruppe mit gegründet, in der Betroffene ihre Erfahrungen schildern und Mut schöpfen sollen. Im Interview erklärt er die Hintergründe.

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René Foitzik

Herr Foitzik, wie kamen Sie auf die Idee, eine Plattform für Trennungsväter zu schaffen, denen der Kontakt zum Kind verwehrt wird?

Es war keine Idee, sondern vielmehr ein Bedürfnis. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer es in Rotenburg ist, sich Hilfe zur Selbsthilfe zu holen. Einen Austausch zu ermöglichen für jene Väter, denen ebenso wie mir das eigene Kind entzogen wurde, war da nur noch eine Frage der Zeit.

Und diese Zeit war hierfür nun aus Ihrer Sicht reif?

Sagen wir mal so, ich fühle mich inzwischen stark genug für diese Aufgabe, die ich im Übrigen mit einem Freund bestreite. Die damaligen Vorfälle hatten mich ziemlich aus der Bahn geworfen. Da hieß es von Seiten der Ex-Partnerin, ich sei für meinen Sohn nie ein guter Vater gewesen, ich dürfe ihn daher nicht mehr sehen. Ich empfand das als bloßen Psychoterror. Es ging sogar soweit, dass ich mir das Leben nehmen wollte.

Wie sind die Behörden mit Ihrem Fall umgegangen?

Ganz ehrlich: Das Jugendamt hat mich völlig im Stich gelassen. Die Aussagen der Mutter reichten aus, um mir den Stempel „Rabenvater“ aufzudrücken. Also musste ich aus eigener Kraft dafür sorgen, dass ich in irgendeiner Form wieder Kontakt zu meinem Sohn aufnehme. Das ist mir nach Jahren tiefster Verzweiflung und Selbstaufgabe mittlerweile auch gelungen. Mit Hilfe des Paritätischen Wohlfahrtverbands stehe ich mit meinem Kleinen, der heute ganz woanders lebt, in regelmäßigem Briefkontakt. Bis dahin war es ein beschwerlicher Weg.

Welche Einsichten haben Sie aus dem Erlebten für sich gewinnen können?

Man muss erkennen, dass stets die Kinder im Mittelpunkt stehen. Das wird bei Streitigkeiten oft vergessen. Ich sage immer, dass es in der Familie nur eine schwere Waffe gibt, und das sind die Kinder. Viele Mütter – aber auch Väter – denken, wenn sie erstmal den Nachwuchs auf ihre Seite gezogen haben, gehen sie als Gewinner aus den Streitigkeiten hervor. In Wirklichkeit, und das wird ihnen im Eifer des Gefechts nicht klar, verliert man genau in diesem Moment sein Kind.

Wie sollten betroffene Eltern denn Ihrer Meinung nach handeln?

Sie müssen erkennen, dass das Kind beide Teile braucht, um in einem harmonischen Umfeld aufzuwachsen. Diese Erkenntnis, trotz Trennung den Kontakt aufrecht zu erhalten, findet nach meiner Beobachtung aber immer noch viel zu selten statt.

Und darum haben Sie nun eine Selbsthilfegruppe mit ins Leben gerufen...

...in der sich Betroffene offen zu ihrem Leid bekennen und ihre Erfahrungen austauschen können – und das möglichst, bevor es womöglich zu juristischen Streitigkeiten kommt. Wer Interesse hat, an den Treffen teilzunehmen, kann unter 0170/1070415 oder per E-Mail unter dieter.hormuth@yahoo.de mit uns Kontakt aufnehmen. (rk/lw)

Artikel vom 31.07.10 - 06:00 Uhr
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