
Die Initiative geht vom Landessozialministerium aus, das neun Landkreise und kreisfreie Städte für die Untersuchung ausgewählt hat – darunter Rotenburg. Dort bekommen in diesen Tagen 2400 Haushalte Post von der Kreisverwaltung. „Die Briefe gehen noch heute raus“, teilte Dezernent Markus Pragal gestern während eines Pressegesprächs mit. Die Auswahl erfolgte nach dem Zufallsprinzip, allerdings wurde darauf geachtet, dass alle 13 Verwaltungseinheiten angemessen beteiligt sind. So werden in der Samtgemeinde Zeven 330 Haushalte angeschrieben, 130 sind es in Gnarrenburg.
Wer den Fragebogen erhält sollte sich von dessen Umfang nicht gleich abschrecken lassen. Denn tatsächlich ist es nicht nur ein Bogen, sondern eine kleine Broschüre, die es zu bearbeiten gilt. In fast allen Fällen muss aber nur angekreuzt werden, erläuterte der Dezernent. Nach seiner Einschätzung ist das in einer halben Stunde zu schaffen. Doch auch wer länger braucht steht nicht unter Druck: Bis zum 9. März bleibt Zeit, die Antworten zurückzuschicken. Ohne Angabe des Absenders, unterstreicht Pragal. Schließlich erfolge die Auswertung anonym.
Die Teilnahme an der Umfrage ist freiwillig. In der Kreisverwaltung hofft man gleichwohl auf eine rege Beteiligung. Denn auch wenn es sich um eine Landesstudie handelt: Aus den hier gesammelten Daten ergeben sich wertvolle Hinweise darauf, wo es im Landkreis oder in einzelnen Gemeinden mit dem Beratungsangebot hapert. Die Umfrageteilnehmer geben Auskunft über ihre aktuelle Lebenssituation und zeigen auf, wo sie Probleme haben, an wen sie sich wenden, wenn sie Rat benötigen, und wie zufrieden sie mit dem Angebot sind.
Im Fokus der Umfrage stehen zwar Familien und ältere Menschen, wer nicht zu diesen Personengruppen zählt, sollte den Fragebogen gleichwohl nicht gleich zum Altpapier legen. Die Antworten zum Beispiel von Singles oder Paaren ohne Kinder seien ebenfalls relevant, so die für den Landkreis zuständige Koordinatorin Elli Wilhelm. Denn auch für sie ergebe sich in bestimmten Lebenssituationen womöglich Beratungsbedarf – für sich, eventuell aber auch für ihre Angehörigen.
Nachdem die Fragebögen abgegeben sind folgen Interviews mit Personen, die ebenfalls nach dem Zufallsprinzip gesondert ermittelt werden. Wie viele im Landkreis auf diese Weise befragt werden, steht laut Elli Wilhelm noch nicht fest. Viele werden es aber nicht sein. Im Herbst sollen erste Ergebnisse vorliegen, der Endbericht der Studie soll Ende des Jahres auf dem Tisch liegen. Die Ergebnisse werden dann auch in den Fachausschüssen der Kommunen vorgestellt, versprach Markus Pragal. Dort wird darüber diskutiert, welche Schlüsse zu ziehen sind. (oer)
