Dieser Begriff steht für den Abgeordneten aus dem Wahlkreis Bremervörde/Stade nicht nur für höhere wirtschaftliche Daten. Er sei zum Beispiel auch verbunden mit der Überwindung des Fachkräftemangels. Ein Problem, das unter anderem in der Landmaschinenbranche auch in dieser Region bereits spürbar sei. Tören setzt insbesondere auf zwei Handlungsfelder. Das eine ist die Qualifizierung. Hier seien Staat und Unternehmen gleichermaßen gefordert. Es gebe gerade bei Frauen und Arbeitslosen erhebliche Potenziale, die es etwa durch Betreuungsangebote für Kinder und Fortbildungen zu fördern gilt.
Dies allein reiche jedoch nicht aus, um den Bedarf insbesondere an Ingenieuren und Spezialisten aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu decken. Die FDP fordert daher zugleich eine gesteuerte Zuwanderung. Wie angelsächsische Länder sollte Deutschland an ausländischen Universitäten gezielt Fachkräfte anwerben und Einwanderungshemmnisse abbauen.
Die Sorge, dass ein wirtschaftliches Wachstum mit einem höheren Ressourcenverbrauch verbunden ist, teilt er ebenfalls nicht. Bei der Computertechnologie etwa zeige sich, dass immer kleinere Geräte mehr leisten und der Markt trotzdem wachse. Die FDP, unterstreicht Tören, ist derzeit die einzige Partei, die konsequent auf Wachstum setzt. Damit wolle man punkten und sich aus dem Umfragetief befreien. Ein Aspekt, der den Stader auch aus persönlichen Gründen anspornen dürfte. Denn gelingt dies nicht, muss der 39-Jährige seinen Bundestagssitz nach nur einer Wahlperiode im Herbst nächsten Jahres wieder räumen.
Dass es bislang nicht so gut für die FDP gelaufen ist, räumt der Jurist ein. Es sei nicht gelungen, Erfolge der eigenen Partei darzustellen. Beispielhaft nennt er die Abschaffung der Wehrpflicht, die stets eine Forderung der FDP war, die nun aber der Union zugeschrieben werde. Auch sei die steuerliche Entlastung von Familien in der Diskussion über die so genannte Mövenpicksteuer für Hoteliers untergegangen. Hinzu kamen Image schädigende parteiinterne Querelen. Für ihn als Bundestagsneuling keine leichte Situation. Doch auch wenn er sich manches Mal geärgert habe: Die Arbeit mache Spaß und er werde weiter für die Positionen seiner Partei kämpfen. Die Befürchtung, dass Grüne und Piraten den Liberalen Wähler streitig machen, teilt er nicht – gerade in der Wirtschaftspolitik lägen die Positionen weit auseinander.
