X Diesen Artikel versenden


Absender-E-Mail*
Empfänger-E-Mail*
Nachricht*

szmtag

Wachstum soll Wende bringen


Zeven. Umfragewerte von drei Prozent, überraschende Positionswechsel beim Koalitionspartner, dazu wiederholte Streitereien in der eigenen Parteiführung: Die FDP ist seit Monaten im freien Fall. Das spürt auch der Bundestagsabgeordnete Serkan Tören. Für ihn sei das jedoch kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Vielmehr gehe es gerade jetzt darum, zu kämpfen, betont er im Gespräch mit der Zevener Zeitung. Schließlich ist es bis zur Bundestagswahl noch anderthalb Jahre hin. Ein Thema, mit dem die Liberalen bis dahin punkten wollen: Wachstum. Von Stephan Oertel


bild vergrößern
Serkan Tören

Dieser Begriff steht für den Abgeordneten aus dem Wahlkreis Bremervörde/Stade nicht nur für höhere wirtschaftliche Daten. Er sei zum Beispiel auch verbunden mit der Überwindung des Fachkräftemangels. Ein Problem, das unter anderem in der Landmaschinenbranche auch in dieser Region bereits spürbar sei. Tören setzt insbesondere auf zwei Handlungsfelder. Das eine ist die Qualifizierung. Hier seien Staat und Unternehmen gleichermaßen gefordert. Es gebe gerade bei Frauen und Arbeitslosen erhebliche Potenziale, die es etwa durch Betreuungsangebote für Kinder und Fortbildungen zu fördern gilt.

Dies allein reiche jedoch nicht aus, um den Bedarf insbesondere an Ingenieuren und Spezialisten aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu decken. Die FDP fordert daher zugleich eine gesteuerte Zuwanderung. Wie angelsächsische Länder sollte Deutschland an ausländischen Universitäten gezielt Fachkräfte anwerben und Einwanderungshemmnisse abbauen.

Kultur des Willkommens

Flankierend bedürfe es einer gesellschaftlichen Willkommenskultur. Ein Aspekt, der von Integrationsexperten immer wieder bemängelt wird, den Tören aber so dramatisch dann doch nicht sieht. „Es gibt da noch Baustellen. Aber generell glaube ich, fühlen sich die Menschen, die hier her kommen, schon wohl“, sagt er. Inwieweit aber schafft es Unternehmen Anreize, Arbeitskräfte zu qualifizieren, wenn sie Fachkräfte für weniger Geld aus dem Ausland bekommen können? Diese beiden Punkte, betont der FDP-Politiker aus Stade, sollte man nicht gegeneinander aufrechnen. Beides werde gebraucht.

Die Sorge, dass ein wirtschaftliches Wachstum mit einem höheren Ressourcenverbrauch verbunden ist, teilt er ebenfalls nicht. Bei der Computertechnologie etwa zeige sich, dass immer kleinere Geräte mehr leisten und der Markt trotzdem wachse. Die FDP, unterstreicht Tören, ist derzeit die einzige Partei, die konsequent auf Wachstum setzt. Damit wolle man punkten und sich aus dem Umfragetief befreien. Ein Aspekt, der den Stader auch aus persönlichen Gründen anspornen dürfte. Denn gelingt dies nicht, muss der 39-Jährige seinen Bundestagssitz nach nur einer Wahlperiode im Herbst nächsten Jahres wieder räumen.

Dass es bislang nicht so gut für die FDP gelaufen ist, räumt der Jurist ein. Es sei nicht gelungen, Erfolge der eigenen Partei darzustellen. Beispielhaft nennt er die Abschaffung der Wehrpflicht, die stets eine Forderung der FDP war, die nun aber der Union zugeschrieben werde. Auch sei die steuerliche Entlastung von Familien in der Diskussion über die so genannte Mövenpicksteuer für Hoteliers untergegangen. Hinzu kamen Image schädigende parteiinterne Querelen. Für ihn als Bundestagsneuling keine leichte Situation. Doch auch wenn er sich manches Mal geärgert habe: Die Arbeit mache Spaß und er werde weiter für die Positionen seiner Partei kämpfen. Die Befürchtung, dass Grüne und Piraten den Liberalen Wähler streitig machen, teilt er nicht – gerade in der Wirtschaftspolitik lägen die Positionen weit auseinander.

Artikel vom 03.02.12 - 12:00 Uhr
| drucken | versenden

Anzeige
ZevenTarmstedtSittensenSelsingen

ePaper

Lesen Sie hier die aktuelle Seite 1

Zeitung

Abo Service
Abonnement
Änderungen

ePaper

Login
Abonnement

Vereinsblatt & Sonntagsjournal

Anzeige

Prämienshop

Werben Sie einen neuen Abonnenten und Sie bekommen eine attraktive Prämie.

zum Prämienshop

Moneyspecial