Dicht gedrängt und erwartungsvoll saßen wohl um die 500 Besucher schon einige Zeit vor Beginn des Gottesdienstes im großen Festzelt, das die Godenstedter Feuerwehr eigens für den besonderen Taufgottesdienst aufgestellt hatte. 130 Familien hatte Pastor Paulig angeschrieben und 17 Täuflinge standen nun am gestrigen Pfingstmontag an der Oste, um sich im Rahmen eines großen Festes taufen zu lassen.
Glücklich zeigte sich Pastor Paulig über die vielen Besucher, darüber, dass die Feuerwehr und viele Helfer dieses außergewöhnliche Fest ermöglicht hatten und dass der Förderverein die Kosten übernommen hatte. Glücklich auch über die vielen Taufgespräche, die diesem Gottesdienst vorangegangen waren. „Das zeigt, wie die Kirche neue Wege gehen kann.“
Zum Lied „Danke für das Geschenk der Taufe“, das der Posaunenchor Selsingen anstimmte, stellten sich in mehreren Gruppen zwischen den einzelnen Strophen die Täuflinge vor. Junge konfirmierte Mädchen aus der Kirchengemeinde führten anschließend eine kleine Pantomime-Szene auf. Es ging um das kleine Mädchen Miriam, das von der Mutter weggeschickt wurde, weil es für alle Arbeiten zu klein war. Da nehmen andere Mütter Miriam mit zu Jesus, der sie segnet, obwohl sie ungekämmt zu ihm gekommen ist. Da vergisst die Kleine ihren Zorn.
Nun wurden die Eltern und die Paten befragt, ob sie bereit seien, das ihnen anvertraute Kind in der Verantwortung vor Gott zu erziehen.
An die Täuflinge gewandt, erklärte Pastor Paulig, dass früher direkt in Flüssen und Seen getauft wurde, allerdings seien das meist Erwachsene gewesen. Da seien die Täuflinge richtig untergetaucht worden und beim Auftauchen habe man erst einmal tief Luft geholt und gedacht: „Gott sei Dank!“
Die Ängste vor einer solchen Taufe konnte er aber sofort zerstreuen. „Ihr werdet nicht in der Oste untergetaucht. Aber Ihr werdet mit Oste-Wasser getauft.“
Eigentlich sollten die restlichen Besucher drinnen Lieder singen, während draußen die Taufe vollzogen gehen sollte. Aber schon bald hielt es kaum noch jemanden auf seinem Platz und alle drängten sich an der Oste um die beiden Täufer Andreas Paulig und sein Elmer Kollege Gerd Heibutzki, der dem Selsinger Pastor zu Hilfe gekommen war. Nach der Taufe gab es eine Kerze für jeden Täufling.
Nach einem gemeinsamen Gebet vor dem Zelt ließen die Familien viele Luftballons mit den guten Wünschen der Paten steigen, bevor gemeinsam zu Mittag gegessen wurde. Der Selsinger Seelsorger kann sich vorstellen, künftig vielleicht alle fünf Jahre einen solchen Taufgottesdienst zu veranstalten. (rsk)
