
Sonntagmorgen, 11 Uhr. Während viele Menschen bei zweistelligen Minustemperaturen lieber am warmen Ofen sitzen, packen einige Rhader Feuerwehrleute die Utensilien, die sie für eine – zur Abwechslung mal eiskalte – Rettungsübung benötigen. Ortsbrandmeister Alfred Haaf, sein Stellvertreter Michael Otten, Sascha Schäfer, Janek Schäfer, Jan Glinsmann, Lea Haaf, Joachim Bredehöft und Marc Dammer fahren mit ihren Fahrzeugen hinaus zum „Heuberg“.
Dort ist auf einer Weide eine etwa 100 Quadratmeter große zugefrorene Wasserfläche zu sehen. Mittendrin liegt eine Puppe, die eine Person darstellen soll, die ins Eis eingebrochen und nicht mehr ansprechbar ist. Eilig holen die Kameraden von beiden Fahrzeugen die Steckleitern. Sascha Schäfer wird in ein Sicherungsgeschirr eingeschnürt, verbunden mit einer Sicherungsleine. Zugleich bringen andere Kameraden die Schleifkorbtrage an den Rand des kleinen Gewässers. Auch die Trage sichern sie mit einer Leine.
Nun wagt sich Sascha Schäfer mit zwei Leitern und der Trage aufs Eis, wobei er sich zwecks Gewichtsverteilung und Sicherung über die ausgelegten Leitern in Richtung „Opfer“ vorwärts bewegt, die Trage nebenbei mit sich führend. Am Ziel angekommen, platziert er die Trage zwischen sich und der halb im eiskalten Wasserloch steckenden Person – eine ebenso rutschige wie gefährliche Arbeit. Als das gelungen ist, versucht der Feuerwehrmann, den Bewusstlosen heranzuziehen. Dabei stellt er fest, dass dessen Hose bereits am Eis festgefroren ist. Ortsbrandmeister Alfred Haaf hatte die Puppe kurz vor der Übung auf dem Eis platziert und die Kälte hatte schon die Kleidung zu vereinnahmen versucht.
„Ich brauche einen Hammer“, ruft Sascha Schäfer. Vom Ufer aus bewegt sich nun Michael Otten, ebenfalls mit zwei Leitern, über das Eis. Er befreit mit einigen Hammerschlägen die Hosenbeine aus dem zufrierenden Wasserloch. Schließlich schnallen die Retter das unterkühlte Opfer auf die Trage und lassen es von den Kameraden mit der Sicherungsleine vorsichtig ans Ufer ziehen.
Sascha Schäfer und Michael Otten legen sich auf ihre Leitern und lassen sich ebenfalls an ihren Sicherheitsleinen zurückholen. In diesem Moment ist allen klar, dass solche Einsätze schwierig und nicht ungefährlich sind, sie aber trotzdem keine Zeit verlieren dürfen.
Zwanzig vor zwölf: Alle Beteiligten sind durchgefroren. „Es ist wichtig, uns in das neue Gerät einzuarbeiten“, sagt Alfred Haaf zum Schluss. Und dafür ist das Wetter genau richtig. (rsk)
