Der Selsinger Gemeinderat befasste sich am Mittwochabend mit dem Thema. Es habe Gerüchte gegeben, wonach außerhalb des eingezäunten Bereiches Gräber von Kriegsopfern zu finden seien. Gemeindedirektor Werner Borchers berichtete den Ratsmitgliedern, dass sich daraufhin Ausgrabungsexperten des Volksbundes des Themas angenommen haben.
Der Sondierungsbericht von Umbetter Erwin Kowalke liegt der Gemeinde inzwischen vor, Werner Borchers trug ihn dem Rat vor. Erwin Kowalke stellte darin fest, dass sich außerhalb der heutigen Anlage „etliche Gräber von englischen beziehungsweise italienischen Kriegstoten befanden, die aber schon in den 50er Jahren von den eigenen Gräberdiensten exhumiert und nach Hause überführt worden sind“.
Mit der Aktion des Volksbundes solle nun also untersucht werden, ob an den Gerüchten der Zeitzeugen etwas dran ist. Erwin Kowalke in seinem Bericht: „Natürlich ist viel Zeit verstrichen und die Zeitzeugen waren damals Kinder. So hilft nur eine Sondierung, um Klarheit zu bekommen.“
Mit einem Bagger sei daher an den in Frage kommenden Stellen vorsichtig geschachtet worden, denn „wenn der Boden veränderte Strukturen aufweist, kann es möglich sein, dass an diesen Stellen irgendwann einmal gearbeitet worden ist, beziehungsweise man müsste die Gebeine der Toten finden“. Dies war in Parnewinkel nicht der Fall. Lediglich an einer Seite sei der Boden verändert gewesen. „Das ist völlig normal, denn hier lagen die englischen beziehungsweise italienischen Toten, die exhumiert und überführt wurden“, so der Umbetter des Volksbundes. An fünf anderen untersuchten Stellen war der Boden „fest und unberührt“. Mit anderen Worten: Thema erledigt.
Kommentar von Bürgermeister Reinhard Aufdemkamp: „Wir sind unserer Verpflichtung nachgekommen.“ (lh)
