
Gastgeber Johann Heins, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands Selsingen, freute sich auch bei der 34. Auflage der Traditionsveranstaltung über eine bunt-zusammengewürfelte Liste an „Promi-Gästen“. Neben Bundestagsmitglied Reinhard Grindel waren die Landtagsabgeordneten Hans-Heinrich Ehlen und Kai Seefried dem „bis nach Hannover reichenden guten Ruf der Veranstaltung“ (Seefried) gefolgt.
Landrat Hermann Luttmann, der Ehren-Kreisvorsitzende Albert Rathjen und die Spitzen der regionalen CDU mit dem Selsinger Samtgemeindebürgermeister Hans-Hinrich Pape und Ortsbürgermeister Reinhard Aufdemkamp durften ebenso wenig fehlen. Einen Mann aber galt es besonders zu begrüßen: Joachim Behnken, Begründer der Veranstaltung, feierte am Mittwoch seinen 80. Geburtstag und war trotzdem mit von der Partie.
„Du gibst bestimmt noch einen aus“, sagte Grindel, musste sich vom 34-jährigen CDU-Youngster Seefried jedoch später verbessern lassen: „Ich glaube, wir sollten vielmehr Joachim einen ausgeben“, so der Gastredner aus dem Landkreis Stade mit Blick auf die Verdienste des Urgesteins der Selsinger Christdemokraten.
Apropos Seefried: Der Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Stade wurde bereits 2008 in den Landtag gewählt. Der gelernte Holztechniker, Tischlermeister und studierte Betriebswirt gilt als heißer Kandidat der CDU zur Nominierung für die Bundestagswahl. Seefried drückte seine Freude darüber aus, dass er als Gastredner engagiert wurde.
„Als mich Heiner Ehlen vor einigen Monaten fragte, fühlte ich mich geehrt“, gestand er unter dem Applaus der Gäste. „Denn ich hatte schon gehört, dass alle, die hier in Selsingen sprechen dürfen, entweder schon etwas sind oder später etwas aus ihnen geworden ist.“ Damit hatte Seefried die Herzen der Zuhörer gewonnen. „Launig, lustig und spaßig“, ganz wie es ihm aufgetragen worden war, berichtete Seefried über die Landespolitik in Hannover und stellte der eigenen Partei ein gutes Zeugnis aus: „Wenn Niedersachsen unter einer SPD-Regierung so dastehen würde, kämen die Sozialdemokraten aus dem Jubeln gar nicht mehr raus“, so der Redner mit Blick auf Beschäftigungszuwachs und Haushaltskonsolidierung im „schönsten Bundesland der Welt“.
Sein Vorredner Reinhard Grindel verzichtete weitgehend auf humorige Töne: Der Bundestagsabgeordnete warf einen Blick auf die jüngsten Geschehnisse in Berlin und räumte ein, dass Christian Wulff „Fehler gemacht hat“. Grindel erinnerte daran, dass „auch wir uns in seinem Ruhm gesonnt haben“. Zudem dürften die Erfolge Wulffs in Niedersachsen nicht vergessen werden. Verständnis zeigte Grindel für das Verhalten der FDP am Sonntag bezüglich des Bundespräsidentenkandidaten Joachim Gauck: „Ein Koalitionspartner hat Anspruch darauf, anständig behandelt zu werden.“
Doch der Spaß stand am Mittwoch im Vordergrund: Eingerahmt von Auftritten des Musikvereins, laut Bürgermeister Pape ein „Aushängeschild der Samtgemeinde“, strapazierten sowohl Hans-Hinrich Tomforde aus Anderlingen mit plattdeutschen Polit-Witzeleien als auch das Duo Hans-Hermann Brandt/Ruud Witte mit humorgetränktem, deutsch-holländischem Blick aufs Zeitgeschehen das Zwerchfell der Zuhörer. (bz/alg)
