
Als Leistungsträger bezeichnet Isabel Kaiser alle Anbieter eines touristischen Angebots, seien es Ferienhausvermieter, Kanuverleiher, Melkhusbetreiber, Gästeführer oder sonstige Personen, die in irgendeiner Form den Fremdenverkehr beleben.
Angebote seien vielfältig vorhanden, es fehle aber bisher ein strukturiertes Konzept. Und daran arbeite sie, verdeutlichte Isabel Kaiser. Sie analysiere Stärken und Schwächen des Angebots und wolle als Marketingsinstrument ein Leitregelwerk entwickeln, nach dem sich dann alle Anbieter richten können, wenn sie von dem Sinn des Vorhabens überzeugt sind. Das Schlagwort lautet „Corporate Identity“.
Teamarbeit sei erforderlich mit dem Ziel, dass Anbieter sagen: „Diesen Weg wollen wir mitgehen.“ Wie dieser genau aussehen, wird, das weiß die Tourismusberaterin noch nicht präzise. Auch ein Stimmungsbild von den Leistungsträgern hat sie bislang nicht. Dieses möchte sie 2011 bei dem besagten Treffen bekommen.
Dass die Region Potenzial hat, sei Isabel Kaiser zuletzt beim Radeln auf den Steinerlebsnisrouten aufgefallen: „Die kann ich total empfehlen. Da wird einem bewusst, wie schön es hier ist“, schwärmt sie. Auch die neuen Nutztierrouten seien positive Beispiele.
Den vielen Mais empfindet sie indes aus touristischer Sicht als Standortnachteil: „Wenn er hoch steht, sieht man von der Landschaft nichts mehr.“ Und der sanfte Tourismus auf der Oste sei vom Wasserpegel abhängig, wie im Sommer wieder zu spüren war.
Das aber entmutigt die Freizeitwissenschaftlerin nicht, sondern motiviert sie, die interne Kommunikation, die Zusammenarbeit, die Abläufe optimieren zu wollen. „Das Miteinander ist das A und O“, ist Isabel Kaiser überzeugt.
Weil die Samtgemeinde keine Selbstläufer wie die Nordsee oder die Alpen als Urlaubsziele aufweisen kann, müsse man verstärkt auf weiche Faktoren wie eine ausgeprägte Gastfreundschaft setzen – ein Grundstein für den Tourismus in Selsingen. (lh)
