
Sein Augenmerk liegt auf der Geschichte des Dorfes und den eigenen, persönlichen Erlebnissen. „In meinem Alter blickt man ja schon auf viel Vergangenheit zurück“, schmunzelt der 61-Jährige. Als „echter Groß Meckelser Jung“, der im Dorf geboren, aufgewachsen, die ersten Jahre zur Schule gegangen ist und dort immer noch lebt, fühlt er sich „absolut heimatverbunden“. Schon 1966 begann er Tagebuch zu schreiben. Nicht nur persönliche Begebenheiten und Empfindungen werden seitdem darin festgehalten, sondern auch viele Geschichten rund um das Dorf und seine Bewohner. So wissen die schon lange: „Kaminken Hans-Wilhelm weet jümmer Bescheid.“
1986 fing er an, für die örtliche Feuerwehr, in der auch als Schriftführer und Protokollant tätig war, Jahresrückblicke zu verfassen. In seiner ihm eigenen Art, gespickt mit viel Humor und Augenzwinkern. „Das Schreiben liegt mir einfach im Blut. Eigentlich hätte ich gern einen entsprechenden Beruf ausgeübt, vielleicht auch den des Journalisten, aber als einziger Sohn eines Landwirtes war es keine Frage, dass ich den elterlichen Betrieb übernehme“, erzählt Eckhoff. Und schickt gleich hinterher, dass er heute überzeugter Landwirt sei. „Ich würde nicht wieder tauschen wollen. Wo kann ich schon derart unabhängig arbeiten. Landwirtschaft zu betreiben, ist eine Lebensart“, erklärt er voller Überzeugung.
1991 kam er zur Politik, wurde in den Gemeinderat gewählt und auch gleich zum zweiten stellvertretenden Bürgermeister ernannt. Selbstredend, dass er auch hier die Protokolle schrieb. 1996 folgte die Wahl zum ersten Stellvertreter, 2001 die zum Bürgermeister. Ein Sprung ins kalte Wasser, „denn für dieses Amt hegte ich keinerlei Ambitionen“. Doch nach dem plötzlichen Tod seines Vorgängers Wilhelm Harms war es für ihn selbstverständlich, die Aufgabe zu übernehmen. „Er war für mich ein Top-Lehrmeister und hat mir immer ans Herz gelegt, dass man sich nie persönliche Vorteile verschaffen darf, weil man sonst angreifbar wird. Daran habe ich mich immer gehalten“, unterstreicht Eckhoff.
Just zu dem Zeitpunkt lief das Bebauungsplanverfahren für den Bau eines Dorfjugendraumes, aus dem schließlich mit dem Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses ein Großprojekt wurde. „Da gab's richtig viel zu tun, das Telefon wollte gar nicht stillstehen. Aber da die finanzielle Lage der Gemeinde gut war, verlief alles reibungslos“, erinnert er sich.
Sein Talent zum Schreiben floss auch in seine vielen Reden ein, die er als Bürgermeister zu halten hatte. Auch dabei gelang es ihm, die Worte mit einer ordentlichen Prise Humor zu würzen. Gesundheitliche Gründe veranlassten ihn im vergangenen Jahr, aus dem Gemeinderat auszuscheiden. „Mittlerweile bin ich froh, keine Probleme mehr wälzen zu müssen. Obwohl hier ja die Welt noch in Ordnung ist“, so der ehemalige Bürgermeister.
Den örtlichen Sportverein hat er mit gegründet, wirkte im Vorstand als Kassenwart mit und war Mannschaftskapitän der Fußballer. Als die Knie nicht mehr mitmachten, wechselte er zum Kegelsport. 1980 gründete er mit Ehefrau Elke, mit der seit 1976 verheiratet ist, die Volkstanzgruppe Groß Meckelsen, „der es leider an Nachwuchs mangelt“. Tochter Tina wurde 1984 geboren und bewohnt ihr eigenes Reich im elterlichen Haus.
Das Ehepaar gehört seit 30 Jahren zudem einem Kegelclub an, „bei dem inzwischen mehr die Geselligkeit im Vordergrund steht“. Besonders gern erinnert sich Eckhoff an die Auftritte des Männerballetts, das aus der Männerturngruppe Klein Meckelsen hervorgegangen ist. „War das eine schöne Zeit, wir waren sogar in Berlin oder Hamburg und hatten uns direkt einen Namen gemacht“, resümiert er lachend beim Gedanken an Tutu, Spitzenschuhe und eng anliegendem Trikot, was die Herren selbstverständlich trugen und so viel Heiterkeit erzeugten.
„Menschen zu helfen und zum Lachen zu bringen, ist überhaupt das Schönste, was es gibt“, erklärt der Groß Meckelser sein Lebensmotto.
Und: „Ärgern lasse ich mich nicht mehr, ich habe mir viel Gelassenheit angeeignet.“ Entspannung findet er auch an seinen beiden Fischteichen in idyllischer Umgebung am Kuhbach. So blickt er gelöst in die Zukunft: „Ein paar Jahre noch arbeiten, dann möchte ich, sofern der liebe Gott mir noch die Zeit lässt, meine gesammelten Dokumentationen niederschreiben“. (hm)
