In der Politik ist die Sache weitgehend unstrittig. Schon vor etwa zehn Jahren hatte man sich darauf verständigt, kein Geld mehr in das gemeindeeigene Haus zu investieren, sondern nur noch die notwendigen Instandhaltungsarbeiten zu finanzieren. Beide Gebäudeteile sollen sich in einem sehr schlechten baulichen Zustand befinden und unzureichend isoliert sein. Folglich hatte man von einer aufwändigen Sanierung des Gemäuers unlängst Abstand genommen.
Nach dem Auszug der Arztpraxis steht der Gebäudekomplex leer, sodass der Abriss nun angegangen werden kann. Stimmt der Gemeinderat den Plänen zu, müssen nur noch die Abbrucharbeiten ausgeschrieben werden.
Bürgermeister Heinz-Hermann Evers rechnet mit einem Anrücken der Bagger für Mai/Juni. Offen ist, was danach mit dem freien Platz geschieht. „Das wissen wir noch nicht“, sagt Evers. Naheliegend sei, das Areal zunächst einmal als Parkplatz herzurichten. Über einen möglichen Verkauf der Fläche sei in den politischen Gremien bislang noch nicht gesprochen worden.
Evers hält es für geboten, auch den Bereich um das ehemalige Arzthaus herum in die Pläne für die Neugestaltung des Areals einzubeziehen. Bekanntlich soll das zwischenzeitlich geschlossene, dem Arzthaus gegenüberliegende Gasthaus „Zur alten Schmiede“ ebenfalls abgerissen werden. „Wir müssen sehen, was der Besitzer vorhat“, so Evers. Denkbar sei auch, den Parkplatz gegenüber dem Rathaus bebauen zu lassen und das Arzthaus-Areal zur Stellfläche auszuweisen.
Das alles sind bislang nur Gedankenspiele des Bürgermeisters. Die Politik wird allerdings gefordert sein und hinsichtlich der Umgestaltung des Platzes auch die Ästhetik im Blick haben müssen, denn der Bereich rund ums Handwerkermuseum mit dem Gohde-Haus, der Alten Schmiede und dem Mühlenteich gehört zweifellos zu den schönsten Ecken Sittensens. Bausünden wirken in diesem sensiblen Gebiet besonders schwer. (jab)
