Dem jetzigen Sittenser Kirchenvorstand gehören neben den beiden Pastoren zwölf Frauen und Männer an. Acht von ihnen stellen sich wieder zur Wahl. Daneben werfen vier neue Kandidaten ihren Hut in den Ring. „Wir können noch Leute gebrauchen“, sagt Pastor Manfred Thoden. „14 Bewerber, das wäre optimal.“ Weitere Vorschläge sind im Kirchenbüro einzureichen.
In der Regel werden Kandidaten von Gemeindemitgliedern vorgeschlagen. Möglich ist auch, so Thoden, dass Interessierte selbst die Initiative ergreifen. Der Pastor begrüßt dies. Für eine Bewerbung brauchen potenzielle Kandidaten nur die Unterschriften von zehn wahlberechtigten Kirchenmitgliedern. Außerdem muss man für eine Kandidatur mindestens 18 Jahre alt sein.
Pastor Thoden zufolge hat vor allem der Kirchenvorstand nach neuen Kandidaten gesucht. Auf eine spezielle Findungskommission, wie es sie andernorts gibt, hat die Sittenser Kirchengemeinde bislang verzichtet.
Wie überall im Land sind auch in der Börde junge Kandidaten Mangelware. „Nur zwei Bewerber sind zwischen 30 und 40 Jahren, die anderen älter“, so Thoden. Dieses Manko versucht die Kirchengemeinde durch Berufung auszugleichen. Das ist möglich, weil nur neun Sitze im Kirchenvorstand durch Wahl vergeben werden. Die übrigen drei Mitglieder beruft der alte Kirchenvorstand. „Dann achten wir schon darauf, ein oder zwei Personen unter 30 in den Kirchenvorstand zu holen, denn es sollten möglichst alle Bereiche des Gemeindelebens im Gremium repräsentiert sein. So wie die Jugend haben wir auch Zugezogene im Blick. Aufgrund ihrer relativ geringen Bekanntheit schaffen die Neubürger selten über die Wahl den Sprung in den Kirchenvorstand.“
Es ist eine verantwortungsvolle Tätigkeit, die auf die gewählten und berufenen Männer und Frauen wartet. Gemeinsam mit dem Pfarramt leitet der Kirchenvorstand nämlich die Gemeinde. Einmal im Monat kommt die Runde zusammen und erörtert wichtige Fragen des Gemeindelebens. Um Gottesdienste und Finanzen, um Gebäude und Kirchenmusik, um Mitarbeiter und um die Kinder- und Jugendarbeit, um all das kümmert sich der Kirchenvorstand.
Viele Themen werden vorab in Ausschüssen beraten. Derzeit gibt es Ausschüsse für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, für Friedhof, Bau und Umwelt, für Diakonie, Finanzen, Gesundheitsschutz und Sicherheit.
Wahlberechtigte aus Freetz und Lengenbostel sind aufgerufen, ihre Stimme bei Gisela und Günter Wilkens in Lengenbostel abzugeben. In allen anderen Dörfern können die Wahlzettel in die in den Dorfgemeinschafts- oder Feuerwehrhäusern aufgestellten Wahlurnen geworfen werden.
Fünf bis sechs Wahlhelfer pro Lokal sorgen für einen reibungslosen Ablauf des Urnengangs.
Ein Wort zur Wahlbeteiligung: Die lag vor sechs Jahren bei 27,3 Prozent. 1994 gaben noch 30 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Wählen können übrigens alle Mitglieder der Kirchengemeinde ab 16 Jahren.
Anfang März bringt die Sittenser Kirchengemeinde eine Sonderausgabe des Gemeindemagazins heraus. Darin werden alle Kandidaten ausführlich dargestellt. (jab)
