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Schlängelnd durch den Ort

Hamersen. Die Sotheler Straße in Hamersen soll im Verlauf der Ortseinfahrt von Sothel kommend Richtung Landesstraße auf einer Länge von 850 Metern komplett erneuert werden. Außerdem wird die Lücke des Fahrradweges Hamersen-Sothel ausgebaut. Aus diesem Anlass hatte Bürgermeister Gerd Kaiser am Dienstagabend die Anwohner der Sotheler Straße und die Grundstückseigentümer entlang des Fahrradweges zu einer Versammlung im „Landgasthof Borchers“ eingeladen.

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So wie in Stemmen könnte die Ortsdurchfahrt in Hamersen aussehen.

Mit dabei waren auch Wolfgang Schiebel, Leiter der Straßenmeisterei des Landkreises, sowie der Bauamtsleiter der Samtgemeinde Sittensen, Bernhard Goldmann. „Dass es jetzt doch so schnell geht, hat mit der bevorstehenden Freigabe der neuen Autobahnanschlussstelle Elsdorf zu tun“, erläuterte der Bürgermeister. „Sollte es auf der Autobahn einen Unfall zwischen Elsdorf und Sittensen geben, zeigt das findige Navi die schnellste Route zur Umfahrung dieser Stelle an. Und die stellt die Strecke zwischen Elsdorf, Abbendorf, Hetzwege, Sothel, Hamersen und Sittensen dar. Unsere Ortseinfahrt ist für den derzeitigen Verkehr aber nicht ausgelegt.“

Bund trägt Kosten

Das bestätigte Wolfgang Schiebel. Die Kreisstraße 219, die von Rotenburg über Westerholz, Hetzwege, Sothel nach Hamersen führe, sei 1985 bis auf das Teilstück von Sothel nach Hamersen ausgebaut worden. Eine Verkehrszählung hat seinen Worten zufolge ergeben, dass täglich 1500 Fahrzeuge von Sothel nach Hamersen fahren, während des Berufsverkehrs stündlich 150 und zwei bis drei pro Minute.

Grundsätzlich solle zwar der Verkehr auf der Autobahn bleiben, da diese Strecke jedoch als Bedarfsumleitung genutzt werden solle, habe der Landkreis zugestimmt, die Straße bis kurz vor Hamersen zu „ertüchtigen“. In dem Zuge werde auch der Lückenschluss des Radweges vorgenommen.

„Einen Straßenausbau ohne Radweg gibt es nämlich nicht“, ließ Schiebel wissen. Die Kosten trage zu 100 Prozent der Bund. Dank sprach er den Grundstückseigentümern entlang des Radweges aus, die „spontan“ bereit gewesen seien, Flächen abzugeben. Immerhin sei ein sieben Meter breiter Streifen nötig.

Der Weg soll in Höhe der Bebauung in Pflasterbauweise, ansonsten in Asphalt hergestellt werden. Der Ausbau der Ortsdurchfahrtsstraße erfolgt in sechs Metern Breite mit beidseitigen Entwässerungsrinnen und flach abgesenkten Bordsteinen für „weiche Übergänge“.

Verschwenkte Fahrbahn

Mit Fahrbahnverschwenkungen und bepflanzten Mittelinseln soll eine Geschwindigkeitsreduzierung erreicht werden. Schiebel unterstrich, dass alle dorfprägenden Bäume erhalten bleiben, etwa 20 zwar weichen müssen, dafür aber 90 neue Bäume gepflanzt werden.

Zwischen Radweg und Straße entsteht aus Sicherheitsgründen ein zwei Meter breiter Grünstreifen. Die Grundstückszufahrten werden neu gestaltet und auch ein neuer Regenwasserkanal wird in Absprache mit der Samtgemeinde Sittensen gebaut. „Filmungen haben ergeben, dass der alte Kanal Wurzeleinwachsungen und Versackungen aufweist“, berichtete Schiebel.

Wie Bauamtsleiter Bernhard Goldmann mitteilte, werden gleichzeitig die Druckrohrleitungen und Grundstücksanschlüsse für den Umschluss der Gemeinde an die zentrale Abwasserentsorgung in Sittensen mitverlegt. „Sie sind aber nicht betriebsbereit, der Umschluss findet wie geplant 2015 statt“, so Goldmann.

Diese Ankündigung nahmen die Anwohner wohlwollend zur Kenntnis, wie überhaupt die Baumaßnahme allgemein auf Zustimmung stieß. „Das hört sich ja alles ganz gut an“, war wiederholt zu vernehmen. Und wenn schon gebuddelt wird, kommen auch die Oberleitungen der Telekom gleich mit unter die Erde.

Baubeginn Mai/Juni

Der Baubeginn ist für Mai/Juni anvisiert, die Fertigstellung für den 30. November.

Die Kosten für die Gesamtbaumaßnahme inklusive Regenwasserkanalneubau bezifferte Schiebel auf 950 000 Euro, wobei auf die Gemeinde Hamersen 60 000 Euro entfallen. „Die Summe liegt im finanziellen Rahmen. Dafür wird die neue Ortseinfahrt auch die nächsten 50 Jahre bestehen bleiben“, befand Gerd Kaiser. Der Landkreis trägt einen Teil der Kosten für den Radweg, den Anteil am Grunderwerb der Flächen außerhalb der Ortschaft teilen sich Gemeinde und Samtgemeinde.

„Sie bekommen jetzt eine schöne, schlängelige Straße mit viel Grün und dem Charakter, dass nicht gerast werden soll“, sagte Schiebel und bat die Anwohner, sich um die Pflege der Grünstreifen zu kümmern. „Es ist ja ihre schöne Ortschaft.“ (hm)


Artikel vom 23.02.12 - 12:00 Uhr
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