Denn: Derjenige, der als Erster bis zum Ende des Jahres eine feste Braut vorweisen kann, bekommt ihn. Dass dieses Ultimatum Konfliktpotenzial bietet, lässt sich unschwer erahnen. Bester Stoff also für eine lustige Komödie. Die trägt den Titel „Een Mann för Quoten-Rita“ und feierte Sonntagnachmittag in der vollbesetzten Aula des Ludwig-Otto-Ehlers-Hauses Premiere. Das Publikum amüsierte sich prächtig, die zehn Akteure des Ensembles der Niederdeutschen Bühne des VfL Sittensen agierten mit viel Spielfreude.
Der plattdeutsche Dreiakter stammt aus der Feder von Helmut Schmidt (kleines Foto). Der war eigens aus Oldenburg gekommen, um der Aufführung beizuwohnen. Nicht ohne Grund: Die Niederdeutsche Bühne Sittensen ist die erste, die dieses Theaterstück in der vom Mahnke-Verlag aufgelegten Fassung spielt. „Die Rohfassung wurde schon von mindestens 50 anderen Bühnen aufgeführt“, erzählte Schmidt.
Geschrieben hat er die Komödie vor 15 Jahren. Mit seinem damaligen Verlag kam es zu einem Rechtsstreit, der sich mehr als zehn Jahre lang hinzog. „Vor drei Jahren habe ich ihn gewonnen und mir daraufhin einen anderen Verlag gesucht. Dieser hat ‚Een Mann för Quoten-Rita‘ sofort verlegt, nachdem ich es überarbeitet und zeitlich angepasst habe“, so Schmidt. Der gebürtige Ostfriese, der plattdeutsch sprechend aufgewachsen ist, schreibt seit 23 Jahren sowohl platt- als auch hochdeutsche Stücke. Zurzeit steht eines seiner Werke auch zur Auswahl beim Ohnsorg-Theater. Und er hat selbst Theater gespielt. „Das waren meist ziemlich altbackene Stücke. Daraufhin habe ich selbst geschrieben. Meine Werke sollen möglichst zeitlos sein und eine Botschaft haben. So wie in dieser Komödie, in der es um die Probleme von Jungbauern geht, eine Frau zu finden, aber auch Unehelichkeit eine Rolle spielt.“
Mit der Darbietung der Sittenser Akteure war Schmidt sehr zufrieden. „Sie legen eine gute Natürlichkeit an den Tag, überhaupt kann man von einer sehr netten Inszenierung sprechen.“ Angetan hatte ihm vor allem das „äußerst hübsche“ Bühnenbild.
Das Publikum wurde bestens unterhalten, ein ums andere Mal erklang herzhaftes Gelächter. „Altbacken“ kam der Dreiakter keineswegs daher. Aktuelle Themen wie der Bau eines Boxenlaufstalls, der Kampf um die Milchquote, die Suche nach der passenden Frau für einen Hof, das Geheimnis um ein uneheliches Kind, waren verpackt in eine komische Geschichte, in der die Ehepaare Jansen (Dirk Detjen, Regina Drösemeyer) und Bergmann (Gerd Kaiser, Heike Nack) versuchen, ihre Kinder unter die Haube zu bringen. Rita Bergmann (Heike Meyer) bringt zwar ordentlich Quoten mit, nicht aber ein attraktives Äußeres. Zwei kesse Urlauberinnen (Kristin Heins und Catrin Matthees) verdrehen den Jungbauern indes den Kopf. Aber auch Achmed Abdula aus Saudi Arabien (Carsten Köhn) hat nicht nur Interesse an „deutsche, kräftige Rind“, sondern auch an „gutes, deutsches Frau“.
