
In Kindergärten gibt es Nachmittagsbetreuung, die KGS ist Ganztagsschule – nur Grundschüler sind bisher gezwungen, mittags den Heimweg anzutreten. Ein Umstand, der die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht eben erleichtert. Eltern, die darunter leiden, könnten ab dem neuen Schuljahr Hilfe finden. Wie aus einem Schreiben des Tarmstedter Grundschulleiters Rolf Struckmeyer hervorgeht, stehen für das geplante Angebot zwei Modelle zur Diskussion. Entweder eine Nachmittagsbetreuung an fünf Tagen bis 16.30 Uhr, aber nur während der rund 40-wöchigen Schulzeit. Oder: Eine Hortgruppe bis 16.30 Uhr mit nur sieben statt zwölf Wochen Ferien und dafür freitags nur bis 14 Uhr. Die infrage kommenden Eltern sollen nun per Fragebogen erklären, ob ihr Kind teilnehmen soll und wenn, welches Modell sie bevorzugen.
„Sollte es wiederum nur wenige Rück- beziehungsweise Hortanmeldungen geben, so behält es sich die Samtgemeinde Tarmstedt vor, die Bemühungen um die Einrichtung einer Hortbetreuung einzustellen.“ Bereits 2011 sollte ein Hort eröffnet werden, was daran scheiterte, dass kaum Eltern ihre Kinder anmeldeten.
Die Zahl potenzieller Nutzer dürfte diesmal schon deshalb höher sein, weil sich das Angebot auch an die Schüler der Wilstedter Grundschule richtet. Noch ist aber nicht geklärt, wie diese nach Tarmstedt und nachmittags nach Hause kommen sollen. Unabhängig davon glaubt die Wilstedter Grundschulleiterin Barbara Marherr fest daran, dass an ihrer Schule Bedarf besteht. Eine unverbindliche Abfrage vor einem Jahr habe sogar ein größeres Interesse ergeben als unter den Tarmstedter Eltern, erklärte sie gestern auf Anfrage.
Sollte tatsächlich eine gewisse Zahl Kinder von ihrer Schule den Hort in Tarmstedt nutzen, dann könne dies nur eine Übergangslösung sein. Letztlich sei dann ein entsprechendes Angebot auch in Wilstedt unumgänglich, so die Schulleiterin. Zwischenzeitlich hätten Lehrer und Eltern schon darauf gehofft, dass im Zuge des geplanten Neubaus eines Kindergartens auf dem Schulgelände auch Hortplätze geschaffen werden könnten. Doch die Samtgemeinde als Schulträger habe klar gemacht, dass sie zunächst nur an einem Standort starten wolle.
Für Tarmstedt hatte man sich entschieden, weil dort die räumlichen Voraussetzungen gegeben sind und somit keine Investitionen anfallen.
