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Neubau beschlossene Sache


Wilstedt. In Wilstedt wird ein neuer Kindergarten gebaut, direkt hinter der Turnhalle an der Grundschule. Das ist seit Montagabend beschlossene Sache. Bei drei Enthaltungen votierte der Gemeinderat dafür, das Projekt unverzüglich in Angriff zu nehmen. Unbeantwortet ist allerdings noch die Frage, wer Träger der Einrichtung sein wird. Von Bert Albers


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Drei Gruppenräume, dazu eine Küche, ein Bewegungs- sowie ein Essensraum nebst allem, was sonst noch so dazugehört in einem Kindergarten auf etwa 530 Quadratmeter Fläche: So sieht ein erster Vorentwurf aus, den das Hipstedter Architekturbüro Heins im Auftrag der Gemeinde Wilstedt angefertigt hat.

Direkt hinter der Turnhalle an der Grundschule soll der Kindergarten entstehen und möglichst schon im Spätsommer 2013 seinen Betrieb aufnehmen. Ein erster Entwurf sieht neben Räumen für drei Gruppen – Halbtags-, Ganztags- und Krippengruppe – einen Essenssaal, eine Küche und einen Bewegungsraum vor. Inklusive sämtlicher anderer Räumlichkeiten bemisst sich die Grundfläche auf etwa 530 Quadratmeter. Bisher summieren sich die geschätzten Kosten auf 960 000 Euro.

Als nötig wird das Projekt angesehen, weil die Gemeinde derzeit weder Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren noch eine Ganztagsbetreuung für Vorschulkinder anbieten kann (die Zevener Zeitung berichtete). Am Standort auf dem Pfarrhof ist nach Ansicht von Bürgermeister Traugott Riedesel (Politische Vereinigung Wilstedt, PVW) keine Erweiterung möglich.

„Konflikt verhindern“

Doch weder Geld noch der Bedarf für einen Neubau waren das Thema, bevor der Rat den Beschluss fasste, das Vorhaben durchzuziehen. Vielmehr stand die Abwicklung des Vertragsverhältnisses zwischen der politischen Gemeinde und der Kirchengemeinde Wilstedt im Mittelpunkt. Letztere ist Träger des bestehenden Kindergartens auf dem Pfarrhof, der nach Fertigstellung des Neubaus geschlossen werden soll. Jetzt einen definitiven Beschluss zu fassen, könnte einen Konflikt zwischen den Vertragspartnern beschwören, „den es zu verhindern gilt“, mahnte Rolf Struckmeyer („Natürlich Wilstedt“). Er plädierte dafür, erst die laufenden Gespräche der Vertragspartner fortzusetzen, um den reibungslosen Übergang von einem zum anderen Kindergarten zu gewährleisten. Es würde genügen, die Absicht zum Bau zu erklären, ohne einen endgültigen Beschluss zu fassen und noch vier oder sechs Wochen weiter zu verhandeln, so Struckmeyer.

Dem widersprach Riedesel: Der Auftrag an den Architekten müsse zügig erteilt werden. Letztlich gehe es darum, der Gemeinde Zuschüsse für die Krippenplätze zu sichern, so der Bürgermeister. Die Mittel des Landes seien weitgehend erschöpft, und dass der Landkreis ersatzweise einspringe, sei auch nicht mehr lange sicher. „Wir sollten jetzt eindeutig erklären, was wir wollen.“ Dem pflichteten sowohl Rita Becker und Günther Nase (beide PVW) als auch Uwe Lemmermann (CDU) bei.

Auch mit Blick auf den künftigen Betreiber ist der Beschluss, der bei Enthaltung der drei NW-Ratsmitglieder getroffen wurde, eindeutig – eigentlich. „Der neue Kindergarten soll bevorzugt in kommunaler Trägerschaft betrieben werden“, heißt es darin. Dennoch will Riedesel weiter Gespräche mit der Kirchengemeinde und dem Kirchenkreis führen. Ein Treffen mit Pastor Marcus Garras und Superintendentin Jutta Rühlemannn sei bereits für den 23. Februar verabredet. Die Gemeinde sei „klug beraten, nicht nur einer Option zu folgen“, sagte er.

Dass es am neuen Standort weiter geht wie bisher, sei dennoch ausgeschlossen. Allen Beteiligten sei klar, dass die Kirchengemeinde dauerhaft als Träger nicht in Betracht komme. Wenn die Kirche im Spiel bleibe, dann in Form des in Gründung befindlichen Kindertagesstättenverbandes, der sich um alle kirchlichen Kindergärten im Kirchenkreis kümmern soll.

Zum Thema

Aus wirtschaftlicher Sicht wäre die Auflösung des Kindergartenvertrags durch die politische Gemeinde für die Kirche eine lukrative Angelegenheit. Die Vereinbarung sieht für diesen Fall vor, dass das Kindergartengebäude, vor 20 Jahren für 750 000 Mark von der Gemeinde gebaut, an die Kirche fällt. Würde die Kirche den Vertrag vor 2032 kündigen, müsste sie die Gemeinde für die Immobilie auszahlen. Derzeit würden rund 140 000 Euro dafür fällig.

Artikel vom 15.02.12 - 12:00 Uhr
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