
Direkt hinter der Turnhalle an der Grundschule soll der Kindergarten entstehen und möglichst schon im Spätsommer 2013 seinen Betrieb aufnehmen. Ein erster Entwurf sieht neben Räumen für drei Gruppen – Halbtags-, Ganztags- und Krippengruppe – einen Essenssaal, eine Küche und einen Bewegungsraum vor. Inklusive sämtlicher anderer Räumlichkeiten bemisst sich die Grundfläche auf etwa 530 Quadratmeter. Bisher summieren sich die geschätzten Kosten auf 960 000 Euro.
Als nötig wird das Projekt angesehen, weil die Gemeinde derzeit weder Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren noch eine Ganztagsbetreuung für Vorschulkinder anbieten kann (die Zevener Zeitung berichtete). Am Standort auf dem Pfarrhof ist nach Ansicht von Bürgermeister Traugott Riedesel (Politische Vereinigung Wilstedt, PVW) keine Erweiterung möglich.
Dem widersprach Riedesel: Der Auftrag an den Architekten müsse zügig erteilt werden. Letztlich gehe es darum, der Gemeinde Zuschüsse für die Krippenplätze zu sichern, so der Bürgermeister. Die Mittel des Landes seien weitgehend erschöpft, und dass der Landkreis ersatzweise einspringe, sei auch nicht mehr lange sicher. „Wir sollten jetzt eindeutig erklären, was wir wollen.“ Dem pflichteten sowohl Rita Becker und Günther Nase (beide PVW) als auch Uwe Lemmermann (CDU) bei.
Auch mit Blick auf den künftigen Betreiber ist der Beschluss, der bei Enthaltung der drei NW-Ratsmitglieder getroffen wurde, eindeutig – eigentlich. „Der neue Kindergarten soll bevorzugt in kommunaler Trägerschaft betrieben werden“, heißt es darin. Dennoch will Riedesel weiter Gespräche mit der Kirchengemeinde und dem Kirchenkreis führen. Ein Treffen mit Pastor Marcus Garras und Superintendentin Jutta Rühlemannn sei bereits für den 23. Februar verabredet. Die Gemeinde sei „klug beraten, nicht nur einer Option zu folgen“, sagte er.
Dass es am neuen Standort weiter geht wie bisher, sei dennoch ausgeschlossen. Allen Beteiligten sei klar, dass die Kirchengemeinde dauerhaft als Träger nicht in Betracht komme. Wenn die Kirche im Spiel bleibe, dann in Form des in Gründung befindlichen Kindertagesstättenverbandes, der sich um alle kirchlichen Kindergärten im Kirchenkreis kümmern soll.
