
Mehrere Segelflieger sowie ein Motorsegler waren fast ununterbrochen unterwegs, um interessierten Besuchern die Welt einmal von oben zu zeigen. Das Wichtigste überhaupt beim Fliegen sei das Wetter. „Ohne Sonne geht es nicht“, erläuterte der Vorsitzende Rolf Struckmeyer und erklärte kurz, welche gravierende Rolle die Thermik beim Segelflug spielt. „Die Kunst ist, oben zu bleiben.“ Unter günstigen Voraussetzungen könne man acht oder gar zehn Stunden mit dem Segelflieger in der Luft bleiben.
Mittlerweile sind die Flieger mit so genannten Daten-Loggern ausgestattet sind. „Die zeichnen den Flugweg auf.“ Die Daten werden in ein deutschlandweit genutztes Online-System eingegeben. So kann man sich einen Überblick über insgesamt von allen Vereinen geflogene Kilometer verschaffen. „Wir haben in diesem Jahr schon über 70 000 Streckenkilometer geschafft“, berichtete Struckmeyer stolz.
Der Verein hat etwa 100 Mitglieder. Manche besitzen allein oder in einer Haltergemeinschaft ein eigenes Segelflugzeug. Der Verein verfügt zudem über sieben Segelflieger und einen Motorsegler. Regelmäßig nehmen Mitglieder auch an Wettbewerben teil.
Vereinseigene Segelflugzeuge, die sich gerade nicht im Einsatz befanden, standen am Tag der offenen Tür zur Besichtigung zur Verfügung. Die drei Jugendlichen Soufian, Tim und Daniel beantworteten den Besuchern jede Frage. „Wir sind fast jedes Wochenende hier“, erzählten sie begeistert, denn das Fliegen sei ihre große Leidenschaft. Bereits seit Jahren gehören sie der Segelfluggruppe an, alle drei besitzen den Segelflugschein. Eine Mitgliedschaft im Verein könne für eine spätere Berufsausbildung durchaus vorteilhaft sein, so Struckmeyer. Immerhin lerne man als Flieger sehr viel.
Dieses Wissen hatte sich auch der 44-jährige Robert Kaps zunutze gemacht. Auch er war dem Verein bereits als Jugendlicher beigetreten. Parallel zum Studium hatte er dann seinen Doppeldecker gebaut, der 1996 fertig wurde. Damit reiste er am Wochenende aus Braunschweig an. „Insgesamt habe ich damals nicht mehr als 15 000 bis 18 000 Mark bezahlt“, berichtete er. Sein Hobby sei nicht teurer als Surfen oder Skifahren. Abhängig davon, was man bereit sei zu investieren, seien die Kosten für das Flug-Hobby ziemlich variabel. Im Verein sei ein bestimmtes Maß an Eigeninitiative erforderlich, wodurch die Kosten insgesamt möglichst niedrig gehalten werden.
Seine Flugmaschine wurde von den Gästen ebenso bestaunt wie durch die Luft schwirrende Modellflugzeuge. Auf reges Interesse stieß zudem ein Simulator, an dem das Fliegen geübt werden konnte. Alles Angebote, die ankamen. Unter anderem bei dem Westertimker Bernd Heitmann der mit seinen Kindern gekommen war: „Es ist schön hier, es wird einiges geboten, wir werden auch nächstes Mal wiederkommen“, sagte er. (maw)
