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Rhythmus Kubas im Blut

TARMSTEDT. Corina Campos hat es ohne viele deutsche Worte geschafft, eine Gruppe Menschen dazu zu bringen, innerhalb kürzester Zeit ein dreistimmiges kubanisches Lied fast perfekt zu präsentieren. Glücklich über diesen Erfolg waren auch die 19 Teilnehmer des Chor-Workshops, zu dem das Kultur-Forum am Sonntag in die Oberstufe der KGS eingeladen hatte.

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Peter Vollhardt ist vier Wochen lang Gastgeber des Ehepaars Campos aus Kuba und unterstützt den Workshop mit seiner Gitarre sowie seinen Dolmetscher-Fähigkeiten.

Corina Campos ist Chefin des kubanischen Chorverbandes, Professorin an der Pädagogischen Hochschule in Havanna und leitet außerdem den Chor „Vocal Leo“, der 2004 die Chor-Olympiade in Bremen gewann. Dass die 55-jährige Kubanerin Rhythmus im Blut hat, war schon gleich zu Beginn des Workshops unverkennbar. Äußerst engagiert nahm sie ihre Aufgabe wahr.

Aufwärmübungen

Da Corina Campos der deutschen Sprache nicht mächtig ist, begrüßte ihr Gastgeber Peter Vollhardt – Künstlerischer Mitarbeiter an der Universität Oldenburg und Mitglied des Kultur-Forums – die Workshop-Teilnehmer. Er erklärte ihnen, dass insgesamt drei Gesangstücke erarbeitet werden sollen.

Flott wurden die 19 Teilnehmer, die keine bis gute Chor-Erfahrungen hatten, den Sopran-, Alt- und Tenor-Stimmen zugeordnet. Bevor es jedoch richtig ans Werk ging, absolvierten die Sänger verschiedene Aufwärmübungen. Das dreistimmige „Dum dum dum“ und „La la la“ die Tonleiter hoch und runter gesungen, wurde immer kräftiger. Als die Sänger auch das rhythmische Klatschen beherrschten, vermittelte die Kubanerin die ersten Zeilen eines Cha-Cha-Chas.

Peter Vollhardt übersetzte ihre Worte. „Der kubanische Rhythmus heißt Cha-Cha-Cha, weil er das Geräusch wiedergibt, das die Schuhe auf dem Fußboden machen.“ Diese These wurde nachvollziehbar, als die temperamentvolle Kubanerin mit ihrem Ehemann Juan-Enrique den Tanz vorführte. Inhaltlich handelt das Lied „El Bodeguero“ von einem Kneipier, der immer gute Laune hat.

Dann hieß es „Toma chocolate, paga lo que debes“ (Trink Schokolade, zahle, was du musst). Mit Klavier und Gesang begleitete Corina Campos nacheinander die Sopran-, die Alt- und die Tenor-Stimmen. Zudem unterstützte Peter Vollhardt zeitweise den Chor mit seiner Gitarre. Zu den Tenören gesellte sich Juan-Enrique Campos. „Muy bien!“ war mehrmals von der Kubanerin zu hören, was Peter Vollhardt nur beim ersten Mal mit „Sehr gut“ übersetzte.

Singen unter der Dusche

Auch diejenigen Teilnehmer, die die spanischen Worte der Gesanglehrerin nicht direkt verstanden, wussten dennoch offensichtlich ganz genau, was sie damit sagen wollte. Nur selten sah Peter Vollhardt sich zum Übersetzen veranlasst. Zwischendurch wurden Corina Campos Worte auch mal etwas lauter. So hörte es sich fast wie Schimpfen an, als Peter Vollhardt übersetzte „Das ist kein Walzer“, doch wenn man in ihr Gesicht blickte, sah man nur ein herzliches Lächeln.

Als der Chor-Gesang keine halbe Stunde später „perfecto“ war, erhoben sich die Workshop-Teilnehmer, um sich auch rhythmisch zur kubanischen Musik zu bewegen.

In einer Pause waren ausschließlich glückliche Gesichter zu sehen. So erklärte eine Teilnehmerin etwa, dass sie bereits zum zweiten Mal an diesem Workshop teilnehme, weil ihr der erste so gut gefallen habe. Dass ein Großteil der Anwesenden keine Chor-Erfahrung hat, war erstmals den Pausen-Gesprächen zu entnehmen. So erzählte etwa ein männlicher Teilnehmer, dass er sonst hauptsächlich unter der Dusche singe. Ihm gefiel der Workshop sehr gut: „Singen macht doch Spaß, Singen ist einfach toll.“ Das Urteil bestätigten weitere Frauen, Männer und jugendliche Teilnehmer des Kurses unisono. (maw)

Artikel vom 31.01.12 - 12:00 Uhr
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