X Diesen Artikel versenden


Absender-E-Mail*
Empfänger-E-Mail*
Nachricht*

szmtag

Zum Jubiläum steht das ganze Dorf kopf


Wilstedt. So etwas hat es in der 1150-jährigen Geschichte Wilstedts noch nicht gegeben: Eine Parade von 73 Wagen und Fußgruppen hat den Ort am Sonnabend in eine bunte Festmeile verwandelt. Ob auf den Bürgersteigen oder in Vorgärten – überall feierten die Menschen und freuten sich über originelle Ideen der Umzugsteilnehmer. Von Bert Albers


bild vergrößern
Örtliche Künstler warben in Furcht erregenden Masken für ihre Ausstellung „Kunst am Brink“.

Karlheinz Wobbe ist ein kräftiger Kerl, aber am späten Sonnabendnachmittag war er „fix und fertig“, gab er zu. Vor allem aber war er glücklich. „Toll, einfach spitzenmäßig“, sei der Umzug gelaufen. Die Zahl der Zuschauer schätzte er auf bis zu 5000. Wobbe hatte das Ereignis gemeinsam mit Annegret Ullrich und Hermann Heitmann organisiert und dabei für jedermann ersichtlich ganze Arbeit geleistet.

Blauer Himmel, ein paar Wolken und angenehme Temperaturen trugen ebenfalls dazu bei, dass sich kaum einer diesen zweieinhalb Stunden dauernden Spaß entgehen ließ. Wer nicht selbst auf einem der Wagen saß, der hatte sich an der Strecke ein Plätzchen gesucht. Zur größten Menschenansammlung kam es an der Ecke Löhbergstraße/Hauptstraße.

Derweil feierten in den Wohngebieten ganze Nachbarschaften Freiluftpartys. Ausgestattet mit Kameras und kühlen Getränken und auf Gartenstühlen oder Bierzeltgarnituren sitzend ließen es sich die Wilstedter und ihre Gäste gut gehen. Dass es ihnen nicht eine Sekunde langweilig wurde, verdanken sie denen, die sich mit ihren Wagen und Kostümen offenbar viel Mühe gegeben hatten. Es gab immer etwas zu entdecken.

Historisches spielt Hauptrolle

Dem Anlass entsprechend spielte dabei die Vergangenheit die Hauptrolle. Historische Feuerwehrspritzen und -uniformen waren ebenso zu sehen wie Steinzeitmenschen, in Kleider gewandete Tennisspielerinnen aus der Zeit um 1900, ein Laufradfahrer, „Waschweiber“, Damen in alten Trachten und Herren mit Hut und Zylinder. Die Mitglieder des Gemeinderates um Bürgermeister Günther Nase begaben sich ebenfalls zusammen und altertümlich gekleidet auf die Strecke.

Aber auch auf andere Art machten Teilnehmer auf sich aufmerksam. Die Nachbarschaft aus dem Schlehenweg etwa zog in Weihnachtsmann-Outfits durchs Dorf, während eine Gruppe um Harald Rudat das Thema „erneuerbare Energien“ veranschaulichte. Der TuS Tarmstedt war mit einer Turngruppe am Start, die ihr Können während der Fahrt auf dem Wagen zeigte.

Unter den 73 beteiligten Gruppen waren übrigens 30 von außerhalb Wilstedts angereist. Besonders diese dürfte Karlheinz Wobbe gemeint haben, als er nach dem Umzug im Festzelt rief: „Das war so toll. Danke, dass ihr eure Verbundenheit mit uns gezeigt habt.“

Zum Thema

Die Organisatoren des Umzugs hatten eine Jury beauftragt, die schönsten Wagen und Fußgruppen zu bestimmen. Diese wurden im Anschluss an die Parade auf dem Sportplatz prämiert. Platz eins bei den Wagen belegte eine Gruppe um den Wilstedter Walter Höhn. Deren Mitglieder stellten einen Flüchtlingstreck von 1945 dar. Zweite wurden die Moorhexen der Nachbarschaft aus der Ostlandstraße. Der Steinfelder Heimatverein, der Steinzeitmenschen auf den Weg geschickt hatte, belegte Rang drei. Die Wilstedter Kleiderbörse gemeinsam mit „Antik & Trödel“ hatte sich mit viel Liebe zum Detail historisch gekleidet und so den Sieg bei den Fußgruppen erreicht, gefolgt von Marita Pfeffer in ihrer Rolle als Mudder Bischoff und den Kindern der Wilstedter Grundschule. Sie hatten sich gemäß dem Motto „Schule früher“ angezogen.

Artikel vom 06.09.10 - 06:00 Uhr
| drucken | versenden

Anzeige
ZevenTarmstedtSittensenSelsingen

ePaper

Lesen Sie hier die aktuelle Seite 1

Zeitung

Abo Service
Abonnement
Änderungen

ePaper

Login
Abonnement

Vereinsblatt & Sonntagsjournal

Anzeige

Prämienshop

Werben Sie einen neuen Abonnenten und Sie bekommen eine attraktive Prämie.

zum Prämienshop

Moneyspecial