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Ein richtiges Planetenrennen am Abend-Firmament

Zeven. In der ersten Augusthälfte bietet der Himmel ein spannendes Planetenwettenrennen in der fortgeschrittenen Abenddämmerung. Als erstes leuchtet in der hereinbrechenden Dunkelheit der Planet Venus auf, im Volksmund auch Abendstern genannt.

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Auch Mars und Saturn sind noch am Abendhimmel vertreten. Allerdings sind diese beiden Planeten wesentlich lichtschwächer als Venus. Um sie zu beobachten, ist ein Fernglas sicher hilfreich.

Gleich am Monatsersten wandert Mars am Ringplaneten vier Vollmondbreiten südlich vorbei. Venus verfolgt beide. Am 9. und 10. August überholt sie südlich Saturn und vom 18. bis 23. August trifft sie sich mit Mars, an dem sie ebenfalls südlich vorbeizieht.

Es ist recht reizvoll, die von Tag zu Tag wechselnden Positionen dieser drei Planeten zu verfolgen. Am 13. August gesellt sich die schmale Sichel des zunehmenden Mondes zu dem Dreigestirn Venus-Mars-Saturn, ein hübscher Himmelsanblick in der Abenddämmerung tief am Westhimmel. Nach Mitte August wird es schwierig, Mars noch ohne optische Hilfsmittel zu erkennen.

Auch Saturn verabschiedet sich vom Abendhimmel und wird nach der Monatsmitte unsichtbar. Venus erreicht am 20. August mit 46 Grad ihren größten östlichen Winkelabstand von der Sonne. Im September wird sie im maximalen Glanz leuchten. Unser innerer Nachbarplanet eilt durch die Jungfrau und steuert auf deren Hauptstern Spica zu, mit dem sie Ende August zusammentrifft. Bei ihrem Lauf durch das Sternbild Jungfrau erreicht Venus immer südlichere Bezirke des Tierkreises, weshalb ihre Untergänge immer früher erfolgen.

Sinkt Venus am Monatsanfang noch um 22.30 Uhr unter den Horizont, so geht sie Ende August schon um 21 Uhr unter. Jupiter steht im Sternbild Steinbock und kann fast die gesamte Nacht über gesehen werden. Nach Venus ist der Riesenplanet das hellste Wandelgestirn am Firmament.

Anfang August geht Jupiter um 22.50 Uhr auf, Ende August bereits zwei Stunden früher. Die Neumondphase tritt am 10. August um 5.08 Uhr ein. Nur wenige Stunden später passiert der Mond seinen erdnächsten Bahnpunkt, wobei ihn nur 357 860 Kilometer von uns trennen.

Das Zusammenfallen von Neumond und Erdnähe bewirkt extreme Gezeiten und kann daher Springfluten auslösen. Mit 406 390 Kilometer befindet sich unser Nachbar im All am 25. August in Erdferne. Einen Tag vorher, am 24. August um 19.05 Uhr, wird die Vollmondphase erreicht.

Der Mond steht dabei im Sternbild Wassermann. Weithin bekannt ist der August als Sternschnuppenmonat. Diesen Ruf verdankt er den Perseiden, dem ergiebigsten Meteorstrom des Jahres. Vom 10. bis 14. August flammen die Meteore dieses Stromes auf. Sie scheinen aus dem Sternbild Perseus zu kommen, ein rein perspektivischer Effekt. Denn die Erde kollidiert mit den abgesprengten Bruchstücken des Kometen 109P/Swift-Tuttle, die in der Lufthülle unserer Erde verglühen und das Feuerwerk der Perseiden liefern. Der Höhepunkt der Perseidentätigkeit ist in der Nacht vom 12. auf 13. August zu erwarten, wo stündlich mit rund hundert Meteoren zu rechnen ist.

Darunter sind auch etliche helle Objekte, die man Boliden oder Feuerkugeln nennt. Der Große Wagen verliert an Höhe und rollt entlang des absteigenden Teils seiner Bahn um den Polarstern, während gegenüber die Kassiopeia emporsteigt. Die Kassiopeia wird von der markanten Figur des Himmels-Ws markiert. Die helle Wega in der Leier steht fast senkrecht über dem Betrachter.

Der Skorpion mit dem roten Antares neigt sich tief im Südwesten dem Untergang zu. Tief im Norden strahlt horizontnah die gelbliche Kapella im Sternbild Fuhrmann. Der Schütze ist im Süden zu sehen, während im Osten das Sternenquadrat des Pegasus emporsteigt. Zu ihm sagt man auch Herbstviereck, weil es die kommende Jahreszeit ankündigt.

Den Südosten nehmen Steinbock und Wassermann ein. Die Sonne wandert durch das Sternbild Krebs und wechselt am 11. August kurz nach Mitternacht in das Sternbild Löwe, in dem sie bis 17. September bleibt. Am 23. August passiert sie den Löwenhauptstern Regulus. Am gleichen Tag tritt sie um 8 Uhr in das Tierkreiszeichen Jungfrau. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt um rund neun Grad ab, die Tageslänge verkürzt sich um eindreiviertel Stunden. (dpa/js)

Artikel vom 31.07.10 - 06:00 Uhr
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