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FDP distanziert sich von Brunkhorst

Zeven (ak). Es brodelt gewaltig in der FDP. Mit seinem jüngsten Leserbrief zum Thema Kempowski-Stiftung hat der Zevener Günter Brunkhorst heftige Reaktionen der Vorsitzenden auf Kreis- und Gemeindeebene ausgelöst. Beide distanzieren sich eindeutig von Brunkhorst.

Kreisvorsitzender Sven Annacker schreibt in seiner Pressemitteilung: „Ich distanziere mich ausdrücklich von dem Leserbrief meines Parteifreundes Günter Brunkhorst zum Thema Zustiftung zur Kempowski-Stiftung. Seine schon mehrfach auch an anderer Stelle geäußerten Ansichten stellen eine Einzelmeinung dar, welche den Zweck der Stiftung ignoriert und deshalb weder im Kreisverband Rotenburg noch im Ortsverband Zeven geteilt wird.“

Selbstverständlich sei es jedem Mitglied frei gestellt, seine Meinung zu äußern, die es für notwendig und richtig erachtet, so der Kreisvorsitzende weiter. Dennoch wolle er deutlich machen, dass sich die FDP auf ihrem Kreisparteitag Anfang 2009 klar für die Zustiftung ausgesprochen hat. Daran habe sich nichts geändert.

„Im Gegensatz zur Auffassung meines Parteifreundes Günter Brunkhorst sind die Ziele und Aufgaben der Stiftung keinesfalls unbekannt und in der Beschlussvorlage der Kreistagssitzung vom 18. 12. 2008, bei der auch Günter Brunkhorst anwesend war, detailliert aufgeführt. Dies wären: die Verwaltung, Erhaltung und Pflege von Haus Kreienhoop sowie dessen Nutzung im gemeinnützigen Sinne durch Ausstellungen, Führungen, Lesungen, Tagungen und sonstige Veranstaltungen, die Aufbereitung, Verwaltung, Veröffentlichung und Erforschung des literarischen und sammlerischen Werkes von Walter Kempowski, die Vergabe von Stipendien für einen zeitlich begrenzten Zeitraum zur Unterstützung literarischen, künstlerischen oder wissenschaftlichen Werkschaffens, die Veranstaltung wissenschaftlicher und kultureller Seminare, Tagungen, Konzerte und Kongresse und etliches mehr. Wieso diese Details meinem Parteifreund Brunkhorst dem Anschein nach nicht bekannt sind, kann ich an dieser Stelle nicht abschließend klären.“

Zu möglichen Konsequenzen für Brunkhorst befragt, sagte Ortsverbandsvorsitzender Hartmut-Hans Schmidt, diese Frage habe man sich bereits 2001 und 2006 gestellt. Der Ortsverband habe Brunkhorst nicht mehr für die Kommunalwahlen nominieren wollen, „denn er tanzt uns auf der Nase herum“. Der Kreisverband der FDP habe sich damals aber anders entschieden.

Immerhin habe man Brunkhorst in Zeven auf hintere Listenplätze gesetzt, weshalb seither Kommunikation und Kooperation mit ihm nicht mehr möglich seien, so Schmidt. Brunkhorst fordere seinen Rücktritt als Vorsitzender. Man habe ihm einen Brief geschrieben und ihn aufgefordert, sich der generellen Linie der FDP anzuschließen, eine Antwort habe es nicht gegeben.

Nun habe Brunkhorst diesen „unsäglichen“ Leserbrief zum Thema Kempowski-Stiftung geschrieben. Der Vorstand des Ortsverbandes habe sich damit beschäftigt, so Schmid weiter, die Diskussion sei noch nicht abgeschlossen. Man sei jedoch gewillt, sich nicht weiter auf der Nase herumtanzen zu lassen. STANDPUNKT

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Artikel vom 08.05.09 - 06:00 Uhr
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