Zunächst war vorgesehen gewesen, am Rande Brüttendorfs ein reines Wohngebiet zu erschließen. Das ließ die Kreisverwaltung nicht zu und forderte ein Geruchsgutachten. Dessen Inhalt referierte am Mittwoch Planer Rolf Diercks: In ganz Brüttendorf werden die für ein Wohngebiet festgesetzten Immissionsgrenzwerte deutlich überschritten.
Auf Grundlage dessen entwickelte Diercks eine Alternativplanung. Er erweiterte das zu beplanende Areal, indem er die bestehende Bebauung beiderseits der Straße Stubbenende aufnahm. Auf diese Weise sei das Dorfgebiet ausgedehnt. Im Dorfgebiet sei allerdings nur Mischbebauung erlaubt. Folglich müssten sich auf der auszuweisenden Fläche kleine Handwerksbetriebe oder Kleintierhalter ansiedeln. Sollte dagegen nach und nach eine reine Wohnsiedlung entstehen, so werde der Landkreis frühzeitig keine Baugenehmigungen mehr erteilen, unterstrich Diercks. Die Grundstücke müssten zudem deutlich über 1000 Quadratmeter umfassen.
Eine wesentliche Veränderung der Situation werde sich auch dann nicht ergeben, wenn der am südlichen Ortsrand von Brüttendorf angesiedelte Betrieb die Landwirtschaft aufgebe, erklärte Diercks. Um das Wohnen im angrenzenden Baugebiet abzusichern, müsste die Stadt den Bauernhof kaufen und damit die entsprechende Bewirtschaft dauerhaft unterbinden.
Deutlich wurde im weiteren Sitzungverlauf auch, dass maximal zwei Grundstücke zu veräußern sind, ohne mit der aufwändigen und teuren Erschließung des Gebietes beginnen zu müssen. Die partielle Erschließung des Geländes habe im Norden zu beginnen, da dort der Anschluss an den Regen- und Schmutzwasserkanal erfolgen müsse, ergänzte Bau-Fachbereichsleiter Günter Neß.
Um nicht nur über mannigfache Probleme zu sprechen, verwies der Ausschussvorsitzende Dr. Thomas Kalkau (CDU) darauf, dass in Brüttendorf alsbald Wohnen mit Kleintierhaltung ermöglicht werde, was in anderen Dörfern nach der Baugesetzänderung vorbei sei.
Diesen Faden griff der ehemalige Brüttendorfer Hans-Peter Klie (CDU) geradezu begierig auf: „Wir erweitern nur das Dorf.“ Wer auf dem Lande leben und Hühner halten wolle, der könne sein Glück in Brüttendorf finden, prophezeite er und versprach, der Charakter des Dorfes werde erhalten. Ferner versicherte er, das Areal werde in mehreren Abschnitten zu erschließen sein.
Auf insistierende Fragen von Ausschussmitglied Susanne Bredehöft (SPD) nach der Anzahl der Bauwilligen ging Ratsherr Klie mit der Formulierung ein, es gebe nach wie vor Interessierte – obgleich im Anschluss an die Sitzung aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war, dass vor einem halben Jahr von ursprünglich sechs Interessierten nur noch ein Einziger übrig geblieben gewesen sei.
Dass dieser Preis für Hobbytierhalter attraktiv sei, zog Hans Günter Krauskopf in Zweifel und betonte, das Hauptproblem dürfte darin liegen, Kleingewerbe dort anzusiedeln.
Auf Nachfrage von Jürgen Husemann (Grüne) bestätigte Dierks, dass im auszuweisenden Gebiet auch Hobbyimker „sehr willkommen“ seien – zumal die Haltung von Bienen neuerdings in Wohngebieten nicht mehr zulässig sei. Abschließend stellte der Planer fest, dass bei dauerhaftem Unterschreiten der Grenzwerte für Geruchsimmissionen die Umwandlung des Mischgebiets in ein Wohngebiet durchaus möglich sei. (tk)
