
Doch egal, wie professionell die bunt gemischten Stücke aus Klassik, Rock und Pop auch waren, herrschte vor dem jeweiligen Auftritt doch gespannte Nervosität. Meist völlig zu Unrecht, denn für Zuschauer, die vielleicht nicht über ein geübtes musikalisches Ohr verfügen, klangen einfach alle Stücke ganz wunderbar. Musiklehrer Friedemann Michalek hielt also sein Versprechen, dass es für die Zuhörer „jetzt was auf die Ohren gibt.“
Der Abend war unter das Motto gestellt: „Wer hört mir eigentlich zu?“ Dieses wurde gewählt, so Michalek weiter, weil die Schüler übten, übten und nochmal übten – ihnen aber das Publikum fehle, das ihnen zuhört. Das war an diesem Abend nicht der Fall. Das Konzert fand im großen Musiksaal der Schule statt und war damit auch so etwas wie eine verspätete kleine Einweihungsfeier des neuen Gebäudes. Wie immer bat Friedemann Michalek um Spenden für die Musik an der Schule. „Beim Rausgehen dürfen Sie gerne etwas in dem großen offenen Gitarrenkasten für unsere Musik verlieren“, sagte er lachend.
Sandrina Arshad hatte an diesem Abend wohl den schwersten Stand, denn sie machte den Auftakt. Nervosität war bei ihr – zumindest äußerlich – kein Thema, sie machte ihre Sache geradezu perfekt und legte am Klavier einen beeindruckenden Auftakt für ein Konzert voller musikalischer Leckerbissen hin. Leider hatte sich nur ein kleiner, aber feiner Kreis von Zuhörern eingefunden.
Dabei hätten die Leistungen der Schüler ein weitaus größeres Publikum verdient. Egal ob am Klavier, am Mikrophon, mit der Violine, an der E-Gitarre oder am Bass und Schlagzeug, jeder Auftritt überzeugte mit höchster Präzision.
So flogen Nhat Duc Vus Finger geradezu über die schwarzen und weißen Tasten des Flügels. Auch Pia Arshad hauchte Franz Liszts „Liebestraum“ echte Gefühle ein. Sie freute sich über den Applaus, der Mut für das zweite Stück „Hometown Glory“ von Adele machte, bei dem sie Nina Buller am Mikrofon begleitete. Ebenso beeindruckend auch das Duett von Aaron Bettels am Klavier mit Miriam Beneke und ihrer Querflöte, die Gabriel Faurés „Fantasie“ und den zweiten und dritten Satz aus Bachs Sonate für Flöte spielten. Ein wunderbar harmonisches Klangerlebnis.
Am Ende wurde es etwas geräuschvoller als Vico Rosenberg (E-Gitarre), Rouven Brunke (E-Bass) und Simon Thies (Schlagzeug) loslegten. Dabei gab es tatsächlich noch einmal ordentlich etwas auf die Ohren, was das hochkarätige und gleichzeitig sehr abwechslungsreiche Konzert zu einem lauten Abschluss brachte. (fh)
