
Das erste Konzert war eines von vielen Projekten der noch sehr jungen Stiftung, mit denen Geld in die Kasse gespült werden sollte. Diese Anstrengungen könne man bislang nur als recht erfolgreich bezeichnen, verkündete Hahne zufrieden. „Wir haben 60 000 Euro zusammen bekommen und wir sind frohen Mutes, dass es auch so weitergehen wird. Daran wollen wir fleißig arbeiten und weiter Geld einsammeln.“ Das alles dürften genügend gute Gründe sein, um die Freude darüber auch musikalisch kund zu tun. Diesen Part übernahmen dann die Chöre. Der Kirchenchor Gyhum stimmte „Unser Leben ist ein Schatten“ von Johann, einem Vorfahren des berühmten Johann Sebastian Bach, an.
Was zunächst traurig klingen mag, sollte am Ende aber doch besagen, dass das Leben auf der Erde Spaß macht. Der Singekreis Gyhum unter der Leitung von Annegret Kromat wagte sich an eine Partitur aus dem 15. Jahrhundert von einem unbekannten Meister, ließ „Wo Musik sich frei entfaltet“ von Wolfgang Amadeus Mozart erklingen und ging dann mit dem schwäbischen Volkslied „Wenn alle Brünnlein fließen“ in die Romantik über.
Doch auch moderne Chormusik wie das „Lied der Freude“ kam beim Auftritt nicht zu kurz. Heinrich Bammann, Erster Vorsitzender des Singekreises, erzählte dabei ein wenig von den Komponisten, von ihrem Leben und ihrem musikalischen Wirken, das bis heute lebendig bleibt. Außerdem zitierte er den Alt-Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, der einst gesagt habe, dass Musik der Resonanz bedürfe, um zu leben. „Damit es Musik gibt, muss die Komposition gesungen, gespielt, gehört werden.“ Das konnte Bammann nur bestätigen: „Ich sage dazu, die Zuhörer sind die Eckpfeiler von Konzerten und Chormusik.“
Und diesen Eckpfeilern sollte der Spontichor, was für „spontaner Chor“ steht, unter der Leitung von Martina von Ahsen mit „Wir preisen Gott, den Herrn“ entsprechen. Das Ensemble, das beim Singen langsam durch die Gänge in den Altarraum schritt, präsentierte das lebendige und freudige Stück aus Südafrika nicht nur auf Deutsch, Englisch und Spanisch, sondern auch auf Indonesisch.
Diesen unterhaltsamen Auftritt quittierten die Zuhörer mit einem langen Applaus. Gleiches galt auch für „Heaven is a wonderful Place“, ein flotter, mitreißender amerikanischer Gospel, der einst von Sklaven gesungen wurde, die den Himmel als Erlösung von ihren Qualen gesehen haben, erläuterte von Ahsen.
Die Klangfarben der verschiedenen Stimmen verschmolzen zu einem bunten und lebendigen musikalischen Bild, das zu einem wunderbaren Klangerlebnis wurde. Nicht minder beeindruckend war auch die wunderbar fröhliche und leichte Flötensonate von Annette Odendahl.
Gemeinsam mit dem Posaunenchor Gyhum, der sich auch an Herausforderungen wie „Land of Hope and Glory“ wagten, ein Standardstück, das viele Menschen von „Last Night oft the Proms“ kennen, stellten die beteiligten Chöre ein abwechslungsreiches und kurzweiliges Konzert auf die Beine, das dem Stiftungskapital am Ende die Summe von mehr als 600 Euro an Spenden eingebracht hat. (fh)
