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Noch etwas Feinschliff nötig


ZEVEN. Es war ein gewagter Versuch, der aber bei den Besuchern sehr gut angekommen ist: Die Kombination aus Stadtfest und Herbstmarkt. Vier Tage lang herrschte in der Fußgängerzone Ausnahmezustand, drängten sich die Menschen vom Rathaus- bis zum Vitus-Platz. Auch Schausteller und Geschäftsleute waren überwiegend zufrieden. Von Frauke Helwig


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Bernd Böselser (mit Sohn Andy) ist insgesamt zufrieden.

Zu den Glücklichen gehört auch Cornelia Landwermann, die in ihrem Verkaufsstand Süßigkeiten aller Art anbietet. „Das Ergebnis ist insgesamt nicht schlechter als auf dem Veranstaltungsgelände.“ Bei Stefanie Schau sieht das ganz ähnlich aus. Sie betreibt eine Wurfbude und meint, dass das Herbstvergnügen beim Publikum besser ankomme als der reine Jahrmarkt. „Die Veranstaltung ist attraktiv durch das große Angebot. Wenn wir unseren Standplatz in der Fußgängerzone behalten dürfen, dann sind wir auch nächstes Jahr gern wieder dabei“, schließt sie lachend.

Lars Stummer hat in seinem Polypen sogar mehr Fahrgäste als auf dem Jahrmarkt am Veranstaltungsgelände befördert. „Es wäre schon schön, wenn der Herbstmarkt auch im nächsten Jahr wieder in der Innenstadt stattfinden würde. Der Markt im Frühjahr kann aber gern auf dem Veranstaltungsgelände bleiben, weil das durch die Gegebenheiten einfach ein sehr guter Standort für uns ist.“ Auch wenn der Aufbau des Karussells durch die Enge zwar deutlich aufwändiger gewesen sei, hätten sich die Mühen doch gelohnt. Die Mischung insgesamt sei sehr gut und würde mehr Menschen anlocken als der reine Jahrmarkt, da ist sich der Schausteller sicher. „Man muss jetzt abwarten, wie es sich in den nächsten Jahren entwickelt.

Die Betreiber der Fahrgeschäfte am Mittelteich sind ebenfalls überwiegend zufrieden. Bernd Böseler war mit dem „Round-up“ zwar das erste Mal in der Stadt, wurde von der Resonanz aber positiv überrascht. Auch wenn sein Platz etwas abseits liege, sei sein Fahrgeschäft gut angenommen worden. Viele seiner Kollegen seien allerdings enttäuscht, weil sie keinen Stellplatz bekommen hätten, sagt er noch und spricht dabei noch den klebrigen, unangenehmen Geruch nach Müll an, der sich an diesem Nachmittag über den Platz legt. „Sonst hat der Wind ihn immer weggeweht, aber im Moment ist das schon etwas unangenehm.“ Auch Willi Stummer, der den Autoscooter betreibt, ist mit dem Ergebnis recht zufrieden. Der Stellplatz könnte zwar noch etwas besser sein, die Größe des Fahrgeschäftes mache es schwierig, einen besseren zu finden. Er hat den Eindruck, dass das neue Konzept von den Besuchern sehr gut angenommen worden sei.

Sein Kollege Willy Wimmert hingegen ist ziemlich sauer. An seiner Wurfbude hinter der Mittelteich-Passage war kaum etwas los. „Es ist hier viel schlechter gelaufen, weil hier nicht so viele Kinder vorbeigekommen sind und die sind nun mal unser Hauptklientel“, erzählt auch seine Tochter Whitney. Der Schausteller hatte gegen eine Verlegung gestimmt, vor allem weil die Innenstadt eine Konkurrenz für die Schausteller am Mittelteich darstellt. „Wenn sie zu uns kommen, dann sind sie satt“, sagt er frustriert. „Entweder es kommen alle in die Innenstadt oder der Markt wird wieder auf das Veranstaltungsgelände verlegt“, fordert er. Eisverkäufer Hermann Bode sieht das Ganze etwas gelassener. „Klar, in der Innenstadt war mehr los, aber es ist ja nicht möglich, dass alle Schausteller dort unterkommen. Das Konzept an sich ist in Ordnung, jetzt muss nur noch machbar gemacht werden, dass alle Kollegen ihre Betriebe aufbauen können.“

Probleme bei einer Premiere seien normal, aber daran könne man ja arbeiten. Die Zevener Geschäftsleute zeigten sich ebenfalls sehr zufrieden mit dem vergangenen Sonntag. „Die Kunden strömten geradezu ins Geschäft und der Laden war rappelvoll. Wir haben sogar noch den verkaufsoffenen Sonntag bei der Erntewagenparade, der sonst traditionell der beste Tag ist, übertroffen“, sagt Marion Surger. „Das Wetter passte, die Stimmung war toll – wir sind mehr als zufrieden.“

Ähnlich fällt auch das Resümee von Corinna Cordes aus. „Der Sonntag wurde super angenommen, von Zevenern und Auswärtigen gleichermaßen.“

Sie sei sehr dafür, dass das Herbstvergnügen in der Stadt bleibt, damit die Innenstadt durch solche Veranstaltungen und Aktionen stärker wahrgenommen und belebt werde.


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Whitney Wimmert (hier mit ihrer Freundin Jill Stummer; rechts) betreibt mit ihrem Vater Willy eine Wurfbude. Beide waren mit der Verlegung des Herbstmarktes in die Innenstadt nicht einverstanden und haben deutlich schlechtere Umsätze gemacht. Fotos: fh
Artikel vom 07.09.10 - 06:00 Uhr
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