
Um es vorweg zu nehmen: Ihrer Freude über den ebenso gelungenen wie erforderlichen Neubau an der Gauß-Hauptschule verliehen gestern alle Redner Ausdruck.
Den Anfang machten der Chor der Gauß-Realschule und Gitarrist Gerhard Bloch vor den rund 160 in der Mensa versammelten Gästen, unter ihnen sämtliche Bürgermeister aus der Samtgemeinde Zeven, der Landtagsabgeordnete Hans-Heinrich Ehlen, der stellvertretende Landrat Reinhard Brünjes, etliche Ratsmitglieder, Schulleiter und Lehrer, Vertreter der am Bau beteiligten Firmen und der Landesschulbehörde sowie Rathausmitarbeiter und Schüler.
Nach Darbietung zweier Lieder war es an Samtgemeindebürgermeister Johann Dietrich Klintworth zu loben und zu danken. Er bezeichnete die Mensa als Meilenstein in der Zevener Schullandschaft und im Hinblick auf das Zusammenwachsen von Gauß-Haupt- und -Realschule sowie als Voraussetzung für den Betrieb von Ganztagsschulen.
1,4 Millionen Euro sind in den Bau der Mensa und weiterer Räume geflossen. Aus dem Konjunkturpaket II hat die Bundesregierung 224 000 Euro investiert. Kreis und Samtgemeinde haben jeweils gut 561 000 Euro bereitgestellt. Damit sei gewährleistet, dass Schüler und Lehrer für 2,50 Euro eine warme Mittagsmahlzeit in der Schule erhalten. Klintworth lobte ausdrücklich die mit der Planung und Ausführung befassten Mitarbeiter der beteiligten Firmen und des Rathauses.
Diesem Lob schloss sich der Gnarrenburger Architekt Torsten Stelling (kleines Foto) an und überreichte zwei Bilder des Malers Moritz Götze, die die Mensawände zieren mögen.
Auch Claus Bassen, der Rektor der Gauß-Hauptschule, ließ keinen Zweifel daran, dass er mit dem Neubau an seiner Schule „zufrieden“ ist. Gleichwohl nahm er die Einweihung zum Anlass, um einen differenzierten Blick auf die Schulpolitik zu werfen: Die Umgestaltung der Gauß-Schulen zu offenen Ganztagsschulen sei mit nur „eingeschränkter Unterstützung der Landesschulbehörde erfolgt. Bassen ließ keinen Zweifel daran, dass die in nahezu allen Nachbarstaaten zum Standard erhobene gebundene (das heißt, für die Schüler verpflichtende) Ganztagsschule der offenen (das heißt freiwilligen) als pädagogisch sinnvoller bevorzuge.
Der Schulleiter bemängelte die fehlende Zuweisung von Lehrerstunden und die unzureichende finanzielle Ausstattung der offenen Ganztagsschulen. Darüber hinaus konterkarierten die neuerlich anstehenden Umbrüche in der niedersächsischen Schullandschaft (Stichwort Oberschule) das Engagement von Kollegien, Eltern und Schulträgern während der zurückliegenden Jahre.
Gleichwohl habe sich eine große Mehrheit der Eltern und Schüler der Gauß-Schulen mit dem betreuenden und unterrichtsbegleitenden Angebot der Schulen angefreundet, hob Bassen hervor. Zudem betonte er, dass die Samtgemeinde ihrer Verantwortung als Schulträger „momentan“ beispielhaft nachkomme. In diesem Zusammenhang plädierte er dafür, den Schülern, die bislang aus finanziellen Gründen nicht am Essen teilnehmen, Unterstützung zu gewähren.
Nach Grußworten von Hans-Heinrich Ehlen und Reinhard Brünjes reihten sich die Gäste in die Schlange derer ein, die an der Essenausgabe ihre Mahlzeit in Empfang nahmen. (tk)
