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„Sklaven der Stadt“: Prof. Biegel referiert über die Feuerwehr

Zeven. Unter dem Motto „Sklaven der Stadt“ beschäftigt sich Professor Dr. hc. Gerd Biegel am Freitag, 10. September, bei seinem nächsten Vortrag im Zevener Königin-Christinen-Haus mit der europäischen Feuerwehrgeschichte. Der Vortrag ist gleichzeitig eine Hommage zum Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Zeven, die in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen feiert.

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Feuerwehr Nürnberg 1661 .

In Würdigung einer solchen für die Bürger der Stadt wichtigen Einrichtung wird der Zevener Geschichtsvortrag im September ganz dem Thema „Geschichte der Feuerwehr“ gewidmet sein, heißt es in einer Mitteilung des Referenten. „Dabei geht der Blick weit zurück in die Anfänge des Feuerwehrwesens, und zwar bis zur Gründung einer ersten Berufsfeuerwehr im antiken Rom.“

Gefahren und Unglücksfälle

Brandschutz und Brandbekämpfung sei nicht erst seit dem Mittelalter ein wichtiges Thema der Kulturgeschichte und des Alltagslebens der Menschen. Seit das Feuer eine grundlegende Rolle für die Entwicklung der Menschheit spielte, seien Gefahren und Unglücksfälle damit verbunden. Höhlenbilder urgeschichtlicher Kulturen erzählten ebenso von solchen Ereignissen, wie bereits antike Quellen regelmäßig von Brandkatastrophen berichteten, durch die ganze Städte in Schutt und Asche gelegt wurden.

Der wohl bekannteste Großbrand der Antike sei der Brand Roms unter Kaiser Nero im Jahre 64 nach Christi Geburt gewesen. Kaum ein Feuer in der Antike sei so detailliert beschrieben, wie diese Katastrophe, bei der zehn von 14 Stadtquartieren ein Opfer der Flammen wurden, obwohl die bereits existierende Feuerwehr mit allen Mitteln den Brand bekämpft habe. Kaiser Augustus habe im Jahre 6 n. Chr. die erste Berufsfeuerwehr der Welt gegründet.

Schon vorher habe es in der größten Stadt der antiken Welt mit bis zu 1 Million Einwohner Maßnahmen zu vorbeugendem Brandschutz und Löschmannschaften gegeben. Nach einem verheerenden Großbrand im Jahre 6 n. Chr. sei jedoch das Löschwesen neu organisiert und professionell strukturiert worden. Die neue Feuerwehr setzte sich aus sieben Kohorten zu je 1000 Mann zusammen. Jede Kohorte war für zwei der von Augustus neu geschaffenen 14 Stadtbezirke zuständig. Diese Berufsfeuerwehr hatte in jedem Stadtbezirk entweder eine Kaserne (statio) oder zumindest ein Gerätehaus (excubitorium) für die Wartung und Unterbringung der Löschgeräte.

Am Bürgersinn orientiert

Ihr folgte im Mittelalter eine freiwillige, am Bürgersinn orientierte, Brandschutzorganisation nach dem Grundsatz „Alle müssen helfen“. Es waren einfache Hilfsmittel und wenig organisierte Hilfstrupps, die gegen die Brände in den Städten meist wenig ausrichten konnten. Erst seit dem 17. Jahrhundert besserte sich die Situation durch zunehmende Qualität von Material und technische Innovation. Damals wurde in Wien die erste Berufsfeuerwehr der Neuzeit gegründet, jedoch blieb die systematische Organisation im Brandschutzwesen dem 19. Jahrhundert vorbehalten.

Vor allem die erhöhten Gefahren durch die wachsende Industrialisierung förderten das Nachdenken über Verbesserungen der allgemein als wirkungslos erkannten Feuerlöschordnungen.

Parallel dazu wuchs das Bewusstsein, dass nicht nur Brandbekämpfung, sondern vor allem vorbeugender Brandschutz der Sicherheit der Menschen und der Städte dienen kann. Von Bürgerwehren als Helfer bei der Brandbekämpfung über freiwillige Löschvereine, Turnerfeuerwehren, Berufsfeuerwehr in Berlin 1851 bis zu Freiwilligen Feuerwehren reicht die Entwicklung im 19. Jahrhundert, deren Vielfalt an ausgewählten Beispielen vorgestellt wird und an das Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr Zeven heranführt. (ZZ/lh)

Artikel vom 09.09.10 - 06:00 Uhr
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