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Viel Überraschendes über eigentlich bekannten Fluss

Zeven (fh). Das Atrium im Hotel Paulsen konnte die Menge der Naturfreunde kaum fassen, so dass Karl-Heinz Brunkhorst vom Nabu Zeven noch bis kurz vor Beginn des Lichtbildervortrags alle Hände voll zu tun hatte, ausreichend Stühle heranzuschaffen. Der zweite Teil der Osteschau zeigte dabei viel Überraschendes über einen eigentlich bekannten Fluss, der dennoch viele unbekannte Seiten hat.

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Hermann Tödter und Karl-Heinz Brunkhorst vom Nabu als Veranstalter waren über das rege Interesse aus der Bevölkerung mehr als überrascht, kamen doch zum zweiten Teil über die Oste noch mehr Zuschauer als zum ersten. Und das ist auch gut so, denn der Lauf der Oste ist so abwechslungsreich, dass Hermann Tödter mehrere Jahrzehnte benötigte, um ihn fotografisch zu dokumentieren. Immerhin ist aus dem kleinen Rinnsaal, das bei Schillingsbostel in der Nähe von Tostedt als kleiner, unscheinbarer Bach entspringt nach gut 150 Kilometern und unzähligen Windungen ein über 200 Meter breiter Strom geworden, der sich bei Neuhaus mit der Elbe vereinigt.

„Ich freue mich, dass die Oste in jüngster Zeit sehr häufig in der Presse vertreten ist und inzwischen sogar als schönster Fluss zwischen Elbe und Weser bezeichnet wird. Doch viele Menschen kennen oft den Teil vor ihrer Haustür, die wenigsten Anwohner der oberen Oste kennen den Unterlauf und umgekehrt“, erläuterte der passionierte Naturfotograf. Auch für ihn selbst war die Oste bei Bremervörde zu Ende, bis er Willi Tödter aus Godenstedt getroffen hat, der ihm viel über den Unterlauf erzählt hat und ihn auch dorthin begleitet hat. „Und auch ich war überrascht, dass die Oste hinter Bremervörde weitergeht“, meinte er scherzend. „Doch welcher Abschnitt nun der schönste ist, das müssen Sie selbst entscheiden.“

Der zweite Teil der gemeinsamen Reise auf und an der Oste begann an der alten Wassermühle in Eitzmühlen und führte über die verschiedenen Oste-Dörfer wie Granstedt, Oberochtenhausen, Sandbostel, Minstedt bis in die ehemalige Kreisstadt Bremervörde. Vorbei an malerischen Gehöften, Kirchen und restaurierten Fachwerkhäusern, idyllischen Wiesen und natürlichen Überflutungsgebieten, entführte Tödter seine Zuschauer unter anderem auch ins Huvenhoops- und ins Teufelsmoor. Auch den Ort Bremervörde, der von etwa 1950 bis 1970 der wichtigste Umschlagshafen für Stackbusch (siehe „Zum Thema“)war, stellte der gebürtige Kalber mit vielen eindrucksvollen Bildern vor, bevor es weiter auf die Reise entlang der ab hier eingedeichten und tideabhängigen Oste ging. Unterhalb des Bördeortes verändert sich der Charakter des Flusses völlig. Er wird breiter und erinnert kaum noch an den urigen, wild mäandrierenden Fluss, der die Oste bis Bremervörde war. Ab hier ist sie schiffbar, hat ihre Bedeutung als Schifffahrtsweg jedoch verloren und wird heute nur noch von „Freizeitkapitänen“ und Wasserwanderern befahren. Den Unterlauf prägen ausgedehnte Kuh- und Pferdeweiden, sorgfältig restaurierte Gehöfte und idyllische Ortschaften die Ostelandschaft. Weitere Höhepunkte sind sicherlich die 1899 errichtete Schwebefähre in Osten, die als nationales Baudenkmal geadelt wurde und das Ostesperrwerk. Taucher schätzen den Kreidesee bei Hemmoor, der zur besten Tauchbasis im deutschsprachigen Raum gekürt wurde. Wenige Kilometer gen Norden, wo sich auf den Flächen rund um das Natureum Niederelbe unzählige Wasservögel beobachten lassen und sich der Horizont mit dem Wasser zu vereinigen scheint, fließt die Oste in die Elbe und findet ihr Ende.

Artikel vom 16.01.09 - 17:25 Uhr
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