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Vom Projekt zur Ausbildung

ZEVEN. Seit zwei Jahren schauen die sieben Schüler der Carl-Friedrich-Gauß-Hauptschule nun jeden Freitag für eineinhalb Stunden bei den Seniorinnen und Senioren des Cura-Seniorencentrums vorbei. Sie spielen gemeinsam Bingo und Mensch-Ärgere-Dich-Nicht, backen zusammen Kekse oder richten den Nachtisch, machen Spaziergänge, Ausflüge auf den Wochenmarkt oder reden einfach nur miteinander.

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Auf die Ausfahrten freuen sich die Senioren schon im Vorfeld.

Das Projekt findet im Rahmen der Abteilung „Sozialdienstleistungen Cura“ aus der Schülerfirma der Schule statt und läuft bereits seit insgesamt vier Jahren. Seitdem kommen die teilnehmenden Schülerinnen (Jungs waren noch nicht dabei) jeden Freitag um zehn Uhr ins Seniorenheim und kümmern sich dort um die Bewohner. „Und das haben sie wirklich ganz toll gemacht“, lobt auch Beschäftigungstherapeutin Kerstin Bucher. „Sie haben sich lange und intensiv mit unseren Bewohnern beschäftigt, sind auf ihre Wünsche eingegangen und hatten für jeden ein offenes Ohr.“

Senioren hat es gefallen

Und auch den Seniorinnen und Senioren hat es gefallen, so viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie haben die sieben Schülerinnen richtiggehend ins Herz geschlossen und sich auf jeden Freitag gefreut, ja ihm geradezu entgegengefiebert. Auf die Frage, wie sie die Zeit mit den Jugendlichen empfunden haben, antworten die Senioren begeistert: „Sehr schön“ und „Ganz prima“. „Es war alles wirklich sehr schön und wir hatten dadurch viel Abwechslung“, erzählt Edith Grunwald lachend. Ihr haben vor allem die Ausfahrten gemeinsam mit den Schülerinnen gefallen.

Anerkennung kommt gut an

Diese Anerkennung und Würdigung ihrer Arbeit kommt auch bei den Mädchen gut an. „Es ist natürlich schön zu hören, dass wir den alten Menschen mit unseren Besuchen eine Freude machen konnten“, sagt Verena Hucker von der „Schüfi“. Doch darüber hinaus konnten die jungen Damen auch unendlich viele wertvolle Erfahrungen, nicht nur im Umgang mit Senioren sammeln.

„Das war ein wirklich besonderes Projekt. Auch wenn es manchmal anstrengend war, habe ich hier wundervolle zwei Jahre verbracht“, erzählt Janine Kühne. Die 19-Jährige hat viel gelernt und dabei erkannt, dass der Umgang mit alten Menschen ihr so viel Spaß bereitet, dass sie sich entschieden hat, eine Ausbildung zur Altenpflegerin zu beginnen. Und da sie im Cura nun seit zwei Jahren bekannt ist, sich in dieser Zeit als sehr zuverlässig erwiesen hat und auch noch viel Spaß beim Umgang mit den Senioren hatte, wird sie am 1. August ihre Lehre im Zevener Seniorencentrum beginnen.

„Ich hatte wirklich Glück, aber sicherlich lag es auch zum Großteil daran, dass ich seit zwei Jahren jeden Freitag hier bin.“

Auch Margarita Leven hat sich dazu entschlossen, eine Ausbildung im sozialen Bereich anzufangen. Sie wird ein Freiwilliges Soziales Jahr anfangen und mit behinderten Kindern arbeiten, um später eine Ausbildung zur Pflegeassistentin zu absolvieren.

„Die zwei Jahre haben uns persönlich ganz viel gebracht und uns durchaus einige Türen geöffnet“, sagt sie zufrieden. Und auch Einrichtungsleiter Sven Beyer sowie Pflegedienstleitung Ingrid Pieratzki haben nur gute Erfahrungen mit den Schülerinnen gemacht, umso schwerer fiel nun der Abschied. Doch dieser wurde von Seiten des Seniorencentrums mit einer kleinen Aufmerksamkeit etwas versüßt – und im nächsten Schuljahr wird es mit einer neuen Schülergruppe aus der Hauptschule weitergehen. (fh)


Artikel vom 22.06.10 - 06:00 Uhr
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