
Aus diesem Anlass hat die Bremer Shakespeare Company in einer Koproduktion mit dem metropol-ensemble eine rund 75-minütige Theaterversion dieses Werkes erstellt. Die Bühnenfassung verbindet Dichterworte mit Puppenspiel und Live-Musik. Das kompakte Zwei-Personen-Stück mit den von Melanie Kuhl geschaffenen Puppen bietet großes Theater mit verblüffend kleinen Mitteln. Für die Vorstellung am Sonntag, 12. Februar, um 19.30 Uhr im Rathaussaal Zeven sind noch Karten erhältlich.
Thomas Manns Novelle ist eine Parabel auf die Dämonie der Macht und die Verführbarkeit der Masse, heißt es in einem Presseschreiben. Die Handlung beruht auf einer wahren Begebenheit, die der spätere Nobelpreisträger im schon vom faschistischen Gedankengut infizierten Italien beobachtet hat.
Der Zauberer Cipolla demonstriert souverän, wie das Verhältnis von Masse und Macht funktioniert. Wie ein dämonischer Habicht umkreist der kahlköpfige Magier seine Opfer und fixiert sie mit durchdringendem Blick. Der Regisseur und Schauspieler Sebastian Kautz erweckt diesen Puppendämon mit großem Körpereinsatz zum Leben. Die Zuschauer werden ahnungslos zu Marionetten dieses großen Puppenspielers. Sebastian Kautz schafft es, in seiner Bühnenfassung von „Mario und der Zauberer“ die Spannung bis zur letzten Minute zu halten.
Gero John, der vielen als Mitglied des Bremer Kaffeehausorchesters bekannt ist, begleitet die Inszenierung nach allen Regeln der Kunst. Der fabelhafte Musiker zeigt mit dem von ihm geschaffenen Sounddesign und der von ihm komponierten, mit schneidenden Dissonanzen angereicherten Musik seine musikalische Bandbreite.
„Faszinierendes Figurentheater. Mit der hier gezeigten Spielfreude gelingt es auf originelle Art, die gruselige Geschichte neu zum Leben zu erwecken. Und mit einer Spieldauer von 75 Minuten eignet sich die Produktion zudem gut für junge Leute“, urteilte eine im Oldenburgischen erscheinende Zeitung. (js)
