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Ein Hoch auf den „Frauenverein“

Gnarrenburg. Auf eine 100-jährige Geschichte blickt der DRK-Ortsverein Gnarrenburg zurück. Seit 100 Jahren stellen sich ehrenamtliche Helfer in den Dienst des Deutschen Roten Kreuzes. Ortsvereins-Vorsitzender Jürgen Schubert hofft, dass sich auch in den nächsten Jahren ehrenamtliche Kräfte zur Verfügung stellen, um den Fortbestand des Vereins zu sichern.

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Immer wieder organisiert der DRK-Vorstand „ Dankeschön-Fahrten “ für die zahlreichen freiwilligen DRK-Helferinnen und Helfern, die die Vereinsarbeit ermöglichen.

Wer auf die Historie des Gnarrenburger DRK zurückblickt, der muss zunächst an die internationale Rotkreuzbewegung erinnern, die ihren Ursprung am 24. Juni 1859 in der Schlacht von Solferino hatte. Die Idee des Schweizers Henry Dunant, selbstlos zu helfen, führte zur Gründung des Roten Kreuzes. In den Ländern des Deutschen Reichs erfolgte die Gründung von Rotkreuzgemeinschaften zunächst relativ unabhängig voneinander, meist unter anderem Namen.

So war es auch in Gnarrenburg. Am 7. August 1910 gründeten mutige Männer und Frauen den „Vaterländischen Frauenverein Gnarrenburg und Umgegend“. Während mit dem Begriff „Vaterländisch“ eine Aufwertung erreicht werden sollte, da die Arbeit in den Lazaretten anfangs als extrem minderwertig angesehen wurde, ergab sich die Bezeichnung „Frauenverein“ aus der Tatsache, dass die Tätigkeiten des Vereins hauptsächlich von Frauen ausgeführt wurden.

Der neue Verein wurde von Mathilde Zeidler geführt und hatte schnell 420 Mitglieder. Die Gnarrenburger richteten eine Gemeindepflegestation und eine Sonntagsschule ein. Die politischen Spannungen in Europa mehrten sich; Kriegsgefahr lag in der Luft. Die Rot-Kreuz-Gemeinschaften richteten sich auf Hilfe und Pflege sowie auf die Versorgung von Armen, Kranken und Kriegsverwundeten ein.

Im Vorfeld und mit Beginn des Ersten Weltkrieges lagen die Anstrengungen aller Rot-Kreuz-Bewegungen auf Hilfe und Versorgung von Kriegsopfern. Der „Vaterländische Frauenverein“ schuf viele soziale Einrichtungen, etwa Näh- und Strickstuben, Genesungsheime, Kindergärten und Erholungsheime. Mit Ende des Krieges brach das Vereinsleben bis in die 20er Jahre völlig ein.

Am 25. Januar 1921 wurde in Bamberg das Deutsche Rote Kreuz gegründet. Unter der neuen Dachorganisation entstanden Ortsvereine. Ziviler Unfallschutz und die Versorgung Bedürftiger standen im Mittelpunkt. Mit der Gründung des DRK „erwachten“ in Gnarrenburg wieder die Aktivitäten. Landrat Freiherr Schenk zu Schweinsberg und der spätere Kreisvorsitzende Bernhard Künzel förderten insbesondere die Gemeinschaft.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde das DRK von der NSDAP übernommen. „Leider fehlen uns aus den Folgejahren und der gesamten Kriegszeit alle Unterlagen, so dass eine lückenlose geschichtliche Dokumentation unseres Vereins nicht möglich ist“, bedauert DRK-Ortsvereins-Vorsitzender Jürgen Schubert.

Im Herbst 1945 wurde in Findorf ein Frauenverein unter der Leitung von Margarete Kück gegründet. Und im April 1946 fand eine Gründungsversammlung in Gnarrenburg statt. Die dort beschlossene Satzung wurde dem Kreisverband Bremervörde zur Genehmigung vorgelegt. Aus unerfindlichen Gründen geschah dies allerdings nicht.

Auf Veranlassung des Kreisverbandes wurde 1965 die Ortsgruppe Gnarrenburg nochmals gegründet. Adda Semken übernahm den Vorsitz, den sie 1969 an Ruth Seekamp abgab. Ab 1974 wurde das Amt von Gesine Rohde übernommen. Auf 224 stieg die Mitgliederzahl bis 1975.

Im September 1978 übernahm Margarete Zimmermann den Vorsitz des DRK-Ortsvereins Gnarrenburg. Unter ihrer Leitung wurde die Effizienz noch gesteigert. Ortsvereins-Vorsitzender Jürgen Schubert: „Man kann von einer Ära Margarete Zimmermann sprechen. Sie war eine Frau mit Zielen. Sie hat die Aufgaben des DRK gelebt und sich große Verdienste erworben. Ihr Name wird stets eng mit dem DRK-Ortsverein in Verbindung bleiben.“ Rosemarie Georgi beerbte 1997 die langjährige Vorsitzende.

1998 übernahm Jürgen Schubert die Verantwortung für den DRK-Ortsverein. Mit Dora und Carl-Heinz Reimer hatte der neue Vorsitzende zwei erfahrende Vorstandsmitglieder an seiner Seite. 2001 bekam der Ortsverein eine Satzung, in der die Strukturen des Vorstandes und seiner Tätigkeit geändert wurden. Gleichzeitig wurden Dora und Carl-Heinz Reimer aus dem Vorstand verabschiedet. Beide erhielten die Verdienstmedaille des Roten Kreuzes für ihren Einsatz.

Jürgen Schubert leitet den DRK-Ortsverein auch im Jubiläumsjahr. Er wird in seiner Arbeit von seinen Stellvertretern Volker Werner und Elisabeth Kübitz unterstützt. Für die Finanzen sind Heike Hartwig und Brigitte Denker verantwortlich. Die DRK-Bereitschaft wird von Günter Monsees geführt. Als Beisitzer fungieren Helga Sethmann, Lieselotte Otten, Marlies Rugen, Ottilie Renken, Fritz Grotheer und Edeltraut Flathmann. Inge Mehrtens ist Senioren- und Sport- und Daniel Denker ist EDV-Beauftragter.

Schubert weiß, dass ein Verein noch so gut organisiert sein und noch so motivierte Vorstände haben kann, ohne die vielen fleißigen Helfer aber eine erfolgreiche Arbeit nicht möglich ist. „Ihnen gebührt ein großer Dank für ihre ehrenamtliche Mithilfe. Aufgaben sind genug da“, sagt der Vorsitzende und führt Blutspendetermine, DRK-Info-Nachmittage, Seniorengymnastik, Reisen und Tagesausflüge für Senioren an. (es)


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Jürgen Schubert zeichnete die langjährige Vorsitzende Margarete Zimmermann aus.
Artikel vom 09.09.10 - 06:00 Uhr
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