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Ein Ort zum Krafttanken

Ehestorf (fh). Duftige zartgelbe Wolken aus Frauenmantelblüten wallen auf den Rasen, farbenprächtige Blütenstauden recken ihre Pracht gen Himmel und diverse Rosen verbreiten einen süßen Duft. Die ehemalige Kälberweide haben Traute und Willi Fahjen in den vergangenen Jahren ihr ganz persönliches Gartenparadies verwandelt.

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Die Mauer hat Willi Fahjen selbst errichtet, die Kupferpumpe in einem alten Haus gefunden und den Trog von einem Nachbarn ergattert. Insgesamt ist aus den einzelnen Mosaiksteinen eine harmonische Komposition geworden.

Das Interesse am Gärtnern wurde bei Willi Fahjen schon vor mehr als 20 Jahren geweckt. Damals las der Ehestorfer in der Zevener Zeitung davon, wie man Rosen aus Stecklingen auch selbst vermehrt. Das probierte er gleich selbst und hatte gleich im ersten Anlauf Erfolg. Seit diesem Tag ist er überzeugter Rosenliebhaber. Eine Begeisterung, die man dem Garten noch heute ansehen kann: Auf rund 3700 Quadratmetern recken sich rote, gelbe, weiße, rosafarbene, violette, lachs-, orange- und cremefarbene Blüten der Königin der Blumen zum Sonnenlicht – und alle natürlich selbst vermehrt. Sie sind umrahmt von Lavendel, Wollziest, Schafgarben, Edelweiß, Astilben, Taglilien, Fingerhut, Lupinen, Rittersporn, Mädchenauge, Sonnenhut, brennende Leibe, Fackellilien und vielen anderen bunten Stauden mehr. Dem Auge bietet sich ein harmonisches Bild, das fast wie gemalt wirkt.

Ein Ergebnis jahrelanger Arbeit. Die Eheleute Fahjen setzen immer wieder mal kurzerhand Stauden, Rosen, aber auch ganze Rhododendren und ausgewachsene Büsche um. Gut, dass die Gerätschaften aus ihrer Landwirtschaft, die sie derweil an ihre Kinder abgegeben haben, immer noch da sind, was den Gartenbau enorm erleichtert. „Einen großen Rhododendron mit der Schaufel umsetzen ist fast unmöglich, aber mit der Palettengabel am Trecker ein Kinderspiel“, berichtet Fahjen. Und so wird der Garten immer mal wieder umgestaltet, muss ein Beet weichen oder ein Stück nach vorne gesetzt werden, eine Rose umgepflanzt oder ein Weg neu angelegt werden. „Man ist eben nie, nie, nie fertig“, sagt Traute Fahjen lachend. Auch sie ist, genau wie ihr Mann, ein echter Gartenfreak und verbringt entsprechend viel Zeit in ihrem gemeinsamen Paradies. Die beiden sind ein eingespieltes Team und die Aufgaben genau aufgeteilt: Willi Fahjen ist für die Planung zuständig und mäht den Rasen, seine Frau hält die Beete in Schuss. Doch richtig blankgeputzt ist der Garten nicht. „Wir schätzen die Natur und lassen auch mal etwas Kraut stehen, schließlich wollen ja auch Schmetterlinge und Vögel etwas zu fressen haben“, unterstreicht Traute Fahjen. Zudem weiß sie, welche Heilkräfte dem sogenannten Unkraut innewohnen. Daher dürfen auch hier und da mal Brennnesseln aufwachsen. „Daraus lässt sich ein toller Brennnesseltee kochen.“ Auch Breitwegerich bleibt stehen, da die Blätter bei Entzündungen und Sonnenbrand helfen. „Ich lege einfach ein Blatt auf die betroffene Stelle und warte bis es warm geworden ist. Das kühlt und lässt die Entzündung schnell verschwinden.“ Auch die abgestorbenen Blütenstände der Stauden bleiben über den Winter stehen und werden erst im kommenden Frühjahr abgeschnitten, damit Tiere Nahrung und Unterschlupf finden. Der Garten an sich ist umgeben von Bäumen und fruchttragende Sträuchern. Und das hat sich ausgezahlt, denn im Sommer bekommen die Eheleute gefiederten Besuch von allen möglichen Vögeln, die sie in den frühen Morgen- und den späten Abendstunden mit ihrem vielstimmigen Konzert erfreuen.

Doch Willi Fahjen hat noch viel vor, fühlt sich mit seinen 72 Lenzen noch immer jung und fit genug für sein Dasein als Hobbygärtner. „Ich kann einfach nicht nur vor dem Fernseher hocken. Es muss etwas in meinem Kopf vor sich gehen und auch die Hände müssen was zu tun haben“, sagt der rüstige Rentner. Und so kommen ihm immer wieder neue Ideen, ob es die über Eck gebaute Mauer aus alten abgeputzten Steinen ist mit einer idyllischen alten Kupferpumpe, die ihr Wasser mit einem beruhigenden Plätschern in einen uralten, steinernen Trog ergießt, der kleine Wassergarten direkt an der Terrasse oder die wunderschöne violette Ramblerrose, die ihre Blütenwolken über dem Gartenhaus ergießt. Willi Fahjen scheint ein angeborenes Händchen für Komposition zu haben, denn irgendwie fügt sich alles zu einem harmonischen Bild zusammen. „Ich habe manchmal das Gefühl, dass jemand meine Hand führt, weil irgendwie immer alles zusammen passt. Und nicht selten sieht es sogar besser aus, als ich es geplant hatte“, fügt er lachend hinzu. Und wenn doch mal etwas daneben geht, eine Pflanze mickert, spürt er das meist schnell und schafft mit einer Umpflanz-Aktion Abhilfe. So werden die Eheleute sicherlich so lange ihre Gesundheit es zulässt an ihrem Garten feilen, Pflanzen umsetzen, Farbkompositionen verändern und neue Highlights schaffen. Denn wer rastet, der rostet und das kommt für die beiden Eheleute gar nicht in Frage.

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Auf rund 3700 Quadratmetern haben sich Traute und Willi Fahjen ihr persönliches Gartenparadies geschaffen, für das sie viel Zeit aufbringen.
Artikel vom 06.07.10 - 06:00 Uhr
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