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Geld für Lotsen und Sozialarbeiter

Rotenburg. Der Einsatz von drei Bildungslotsen und die Einrichtung eines Bildungsberatungsbüros sollen dazu beitragen, Kinder und Jugendliche aus finanziell weniger gut ausgestatteten Familien zu unterstützen. Es geht um einen Beitrag zu mehr Chancengleichheit. Vor diesem Hintergrund sollen auch die Gemeinden Geld bekommen, zum Beispiel für Sozialarbeit, Qualifizierungen und das Schulessen.

Die Mittel dafür kommen vom Bund. Der hat dem Landkreis zur Finanzierung des Bildungspakets schon im vergangenen Jahr pauschal Geld zur Verfügung gestellt, das bei weitem nicht abgerufen worden ist. Grund: Das Paket wird nicht so angenommen wie erhofft. Nur wenige nehmen wie berichtet die finanzielle Unterstützung zum Beispiel für Musikunterricht, Schulausflüge, kulturelle Veranstaltungen oder die Mitgliedschaft in einem Sportverein in Anspruch.

Da es erklärtes Ziel des Bundes ist, möglichst viele Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien zu erreichen, verfallen die überwiesenen Mittel nicht einfach, sondern sie können für Projekte in den Bereichen Bildungsförderung und Teilhabe am sozialen Leben ausgegeben werden. Wie genau, darüber entscheidet der Landkreis. Bereits beschlossen wurde vom Kreistag, 20 000 Euro für Härtefälle bereitzustellen, die auch in Anspruch nehmen kann, wer nicht in einer Hartz IV-Familie lebt, dessen Familie gleichwohl nur über ein geringes Einkommen verfügt. Um weitaus größere Summen ging es jetzt im Jobcenterausschuss. Der empfahl die Einstellung von drei Bildungslotsen, die sich einen Überblick von den bestehenden Bildungs- und Teilhabeangeboten in den einzelnen Gemeinden verschaffen und diese vernetzen sollen sowie Kinder und Jugendliche gezielt darauf hinweisen. Auch sollen sie Hemmschwellen abbauen, wenn es darum geht, Anträge zu stellen.

Die Kreispolitiker pochten darauf, dass die Bildungslotsen im gesamten Landkreis aktiv sind und möglichst wenig Zeit für Verwaltungsaufgaben und die Erarbeitung von Statistiken verbringen. Doris Brandt (SPD) regte Sprechzeitenangebote auch in sozialen Einrichtungen wie den Tafeln oder sozialen Kaufhäusern an. Denn dort seien auch die Bedürftigen. 180 000 Euro sind für dieses Projekt eingeplant.

Dieses ist ebenso für zunächst zwei Jahre ausgelegt wie das Bildungsberatungsbüro. Hier geht es um eine Begleitung beim Übergang von der Schule in den Beruf.

Der Landkreis kann dabei auf Erfahrungen in den Berufsbildenden Schulen Rotenburg zurück greifen, das Angebot soll aber auch in Zeven und Bremervörde vorgehalten werden. Ob nun mit zwei oder gleich mit drei Mitarbeitern ließ der Ausschuss offen. „Die sollen erstmal anfangen“, fand Ausschussvorsitzender Jürgen Borngräber (SPD). Je nach Personalstärke kostet das Büro in etwa zwischen hundert- und hundertfünfzigtausend Euro.

Bleibt noch ein Budgetrest, den der Landkreis den Gemeinden zur Verfügung stellen will. Die können mit dem Geld zum Beispiel die Sozialarbeit an Schulen unterstützen, Kinder mit Sprachschwierigkeiten oder unzureichender schulischer Qualifikation fördern oder ihnen ein Schulmittagessen sowie außerschulische Bildung ermöglichen. 875 000 Euro stehen dafür nach jetzigem Stand in etwa bereit. Laut Schlüssel könnte etwa Zeven danach gut 108 000 Euro bekommen, Selsingen zirka 54 000 Euro. Dezernent Markus Pragal rechnet indes damit, dass der Topf in den nächsten Jahren nicht mehr so üppig gefüllt sein wird. (oer)


Artikel vom 28.01.12 - 12:00 Uhr
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