
„Die Klagen aus der Bevölkerung, aber auch aus der Jägerschaft häufen sich“, hat Wellbrock beobachtet. Ackerrandstreifen links und rechts der Wirtschaftswege gelten als wertvolle Biotope und Rückzugsräume für Tiere. Wie berichtet, haben auch Naturschützer im Landkreis wiederholt Alarm geschlagen, weil Landwirte es mit den Ackergrenzen nicht so genau nehmen. Auch Landrat Hermann Luttmann hat deutlich gemacht, dass an Kreisstraßen „jeder unberechtigt genutzte Zentimeter zurückgefordert“ werde.
Doch nicht nur die Verletzung der Ackergrenzen regt den Ortsbürgermeister auf. Er hat auch kein Verständnis dafür, wenn Landwirte die Seitenränder zwar nicht beackern, aber mähen, um freie Fahrt für die Fahrzeuge zu haben oder aus Sorge, dass zu große Pflanzen in Konkurrenz zu den Nutzpflanzen treten.
„Mit dem Abmähen der Wegenseitenränder ist der Natur auch nicht geholfen. Wir haben schon genug ausgeräumte Natur“, plädiert Wellbrock für ein Umdenken in der Landwirtschaft. Kritik übt der Sozialdemokrat auch am liberalen Ratsherren Dr. Peter Fröhlich, der sich kürzlich vor einem vorbildlichen Ackerrandstreifen fotografieren ließ. Derartige Fotos weckten den Eindruck, dass alles in Ordnung sei und vermittelten ein Bild von einer Agrarromantik, die es so bei uns leider längst nicht mehr gebe, betont Wellbrock.
Auch in Rotenburg nehmen jetzt Rat und Verwaltung Sünder ins Visier. Mitarbeiter des städtischen Umweltamtes haben Luftbilder ausgewertet und sind so der „Umnutzung“ von Wegeseitenrändern auf die Spur gekommen. Die Stadt sieht ihre Eigentumsrechte verletzt. Jetzt werden die Sünder angeschrieben. Ihnen werden im Wiederholungsfall Bußgelder angedroht. (tk/bz/ts)
