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Schützen schwitzen bei Reden und Musik

Nartum (rsk). Wenn ein Verein seinen 100. Geburtstag hat, dann ist das ein besonderer Tag. Es versteht sich von selbst, dass man ein solches Jubiläum gern mit vielen Gästen feiert. Zahlreiche Ehrengäste und 30 Schützenvereine waren am Freitagabend nach Nartum gekommen, um diesen Geburtstag mit den Nartumer Schützen zu feiern.

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Hans-Jürgen Warnke.

Der Nartumer Schützenpräsident Hans-Jürgen Warnke und sein Team hatten ein attraktives Programm auf die Beine gestellt, für das es viel Lob gab. „Nur mit dem Wetter hast Du es ein bisschen übertrieben“, urteilte Jürgen Hops aus Horstedt, als er mit dem Winkeldorfer Schützenvertreter Cord Holsten dem dritten Verein im HNW-Schützenbund (Horstedt-Nartum-Winkeldorf) ein Präsent zum Jubiläum übergab.

In der Tat flossen bei 35 Grad im Schatten Schweiß und Kaltgetränke in Strömen. Ob original spanisch, ob modern in tragbarer Akku-Version als Mini-Ventilator oder ob schlichtweg der Festprogramm-Zettel zweckentfremdet wurde – ohne Fächer war es kaum auszuhalten. Und dabei war Durchhalten angesagt, denn es stand noch ein großer Zapfenstreich auf dem Programm. Interessantes und Kurioses aus 100 Jahren Vereinsgeschichte hatte Hans-Jürgen Warnke zu berichten. Etwa, dass der Verein nach seinem Schützenfest 1932 vom damaligen Landrat wegen angeblicher Sperrstunden-Überschreitung eine Geldstrafe aufgebrummt bekam. Dass in den 20er Jahren wegen Raufereien bei den Schützenfesten eine Raufboldliste geführt werden musste. Und dass 1923 wegen der Inflation der Jahresbeitrag 300 Mark statt bisher 3 Mark betrug und unentschuldigtes Fehlen mit 2000 Mark Strafe belegt war.

Die ein oder andere Null hätte Warnke heutzutage allerdings gerne in Kauf genommen, zum Beispiel auf dem „großen“ Scheck über 300 Euro, den Bürgermeister Friedhelm Helberg aus dem Zevener Rathaus mitgebracht hatte: „Platz genug wäre jedenfalls gewesen.“ Stimmt. Aber hinter dem Komma. Auch Friedhelm Helberg ging auf die Geschichte ein. Er könne sich noch an die Schützenfeste in den 50er Jahren erinnern: „Es war das Fest des Jahres. Die Bauern bemühten sich, das Heu vorher zu ernten und die Arbeiter nahmen ein paar Tage Urlaub.“ Er wünschte sich für das Jubiläumsjahr einen König, der es schon lange werden wollte. Denn: In Nartum gibt es immer noch viele Bewerber um den Königsthron. Keine großen Worte machte Landrat Hermann Luttmann, aber er hatte einen dieser ersehnten Briefumschläge dabei. Peter Schmöe, der den Kreissportbund vertrat, lobte die Schützen als wahre Sportler, die durch Geselligkeit die Brücke zur Dorfgemeinschaft schlagen.

Süffisantes, Politisches und Genierliches servierte „Bauer Piepenbrink“ alias Klaus Plate, der die mangelnde Ausstrahlung von „Angie“ Merkel und das Strahlen von Ursula von der Leyen ebenso aufs Korn nahm wie die Schwulenszene in der Politik und das Bahnfahren.

Erster Klasse war die Musik. Die Stadtkapelle Bremervörde spielte schneidigen, satten Blech- und Bigband-Sound in Märschen und Latin Music. Und der in der Region beheimatete Chor „Jesowieka“ (Jeder so wie er kann) brachte mit seinen Schlagern Publikum und Bühne gewaltig in Schwung. Aber alle hielten durch, bis es endlich dunkel wurde und Zeit war für den Zapfenstreich.

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Diese Nartumer Schützen teilten sich einen Ventilator.
Artikel vom 12.07.10 - 06:00 Uhr
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