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Sorgen trotz guter Geschäfte

Stade/Rotenburg. Vielen Unternehmen im Elbe-Weser-Raum geht es richtig gut. Das ist ein Ergebnis der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Stade (IHK) für das vierte Quartal 2011. Wenn es um die Zukunft geht, äußern sich die Betriebsinhaber dagegen eher skeptisch. Die hohe Staatsverschuldung und politische Unsicherheiten lassen wenig Zuversicht aufkommen.

Den Unternehmen im Elbe-Weser-Raum ging es nach Einschätzung der IHK auch im vierten Quartal des vergangenen Jahres sehr gut. Laut Umfrage sprechen 45 Prozent der Betriebe von einer guten Geschäftslage. Nur neun Prozent beklagten eine negative Situation. Dieses Ergebnis übertrifft sogar den bisherigen Spitzenwert aus dem Jahr 2000, betont die Kammer in ihrem Bericht.

Besonders der Einzel- und Großhandel sind den Ergebnissen nach zufrieden: Das Weihnachtsgeschäft und die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt sorgten für gute Geschäfte. Lediglich beim Baugewerbe ermittelte die IHK einen Abwärtstrend, doch sei dieser größtenteils saisonal bedingt. Speziell der Tief- und Straßenbau habe jedoch anhaltend mit sinkenden Auftragszahlen zu kämpfen.

Der Blick in die Zukunft fällt laut Umfrage unter dem Strich durchwachsen aus. Zwar blicke etwa jedes fünfte der befragten Unternehmen eindeutig positiv nach vorn. Die Zahl der Pessimisten ist jedoch etwa genauso groß. Jeder achte Betrieb im Elbe-Weser-Raum gehe auch vor diesem Hintergrund davon aus, in diesem Jahr Arbeitsplätze abzubauen.

Das Investitionsvolumen dürfte hingegen leicht zunehmen, vermutet die Kammer. Mehr als jedes vierte Unternehmen in der Region plane, die Investitionen aufzustocken. Bei zirka 20 Prozent ist das Gegenteil der Fall. Sorgen bereiteten den Unternehmen vor allem die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Eine Zuspitzung der Finanz- und Schuldenkrise sowie die drohende Zahlungsunfähigkeit mehrerer Länder trübten laut IHK die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr.

Weiterhin habe die Konjunkturumfrage gezeigt, dass viele Unternehmen steigende Energie- und Rohstoffpreise für eine Gefahr für die eigene Geschäftstätigkeit halten. Hier sind der IHK zufolge das produzierende Gewerbe und der Großhandel stärker betroffen als die Dienstleistungswirtschaft und der Facheinzelhandel. Letztere sparten an anderer Stelle oder gäben energiebedingte Mehrkosten an die Kunden weiter.

Den Daten zufolge gibt es kaum Unternehmen im Elbe-Weser-Raum, die bei hoher Relevanz der Energie- und Rohstoffpreise nicht reagierten. Trotzdem plane kein Betrieb, den Produktionsstandort wegen zu hoher Energie- und Rohstoffkosten zu verlagern. Dies spreche für den Elbe-Weser-Raum, so die IHK. (ZZ/oer)


Artikel vom 17.02.12 - 12:00 Uhr
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