Die Initiatoren verfolgen einen innovativen und konstruktiven Ansatz, heißt es in der Mitteilung der Kreisverwaltung. Die von ihr und dem Tansferzentrum Elbe-Weser initiierte Bioenergie-Initiative beschäftigt sich seit einem Jahr mit der Nutzung von Zuckerrüben in Biogasanlagen. Begonnen hatte der Prozess mit einer Informationsveranstaltung in Zeven. Hier wurden Anbau- und Verarbeitungsmöglichkeiten sowie Gaserträge der Zuckerrüben vorgestellt. Da es für viele Biogas-Landwirte Jahrzehnte her war, dass sie Rüben angebaut haben, vertraute man dem Rat von Experten, die sich mit der Zuckerrübe auskannten.
Während der letzten „Rübenkampagne“ wurden in Rhadereistedt Zuckerrüben angeliefert, gewogen, vorgereinigt und mit der „Putsch-Rübenwäsche“ gewaschen, um sie anschließend zu verladen und zu den am Projekt beteiligten Biogasanlagenbetreibern zu transportieren. Die Logistik übernahm der Maschinenring Zeven. Diese Lieferkette konnte nur funktionieren, da viele Biogasanlagenbetreiber offen für neue Wege in der Biogasproduktion waren, wobei finanzielle Aspekte in den Hintergrund rückten, hebt der Landkreis in seiner Mitteilung hervor.
Nun soll der Prozess weiter verbessert werden. Lange Transportwege soll es nicht mehr geben, die Wertschöpfung im Landkreis gestärkt werden. Einige der Biogasanlagenbetreiber ersetzten Mais schon zuletzt durch die Zuckerrübe und bauten sie auf eigenen Flächen an. Insbesondere vor dem Hintergrund des Einhaltens einer dreigliedrigen Fruchtfolge, der befürchteten Entstehung von Mais-Monokulturen und der optimalen Gasausbeute soll die Zuckerrübe im Kreis Rotenburg wieder etabliert werden – auch wenn sie nur in einigen Gebieten langfristig angebaut werden könne.
„Es ist schön zu sehen, dass die Betreiber der Biogasanlagen offen sind für Alternativen zu Mais. Daher bin ich mir sicher, dass dieses Projekt in den nächsten Jahren noch wachsen wird“, berichtet Ulrike Jungemann vom Landkreis Rotenburg. (ZZ/oer)
