1889 ist das Gründungsjahr des Verlages der Zevener
Zeitung. Im September 1891 übernimmt der damalige Schriftleiter der
Böhme-Zeitung in Soltau, Jakob Friedrich Zeller, die Buchdruckerei und den
Verlag der Zevener Zeitung.
Jakob Friedrich Zeller, gebürtig aus Isny im Allgäu,
Setzer und Drucker in Personalunion, findet mit der Zevener Zeitung ein
amtliches Kreisblatt vor, dessen Entwicklung noch in den Kinderschuhen steckt.
Die Maschinen müssen von Hand gedreht, der Satz der Zeitung ebenfalls Buchstabe
für Buchstabe von Hand gesetzt werden. In unermüdlicher Kleinarbeit werden von
Jakob Friedrich Zeller Zeichen für das Wachstum der Zevener Zeitung gesetzt.
Die gemieteten Betriebsräume bei Hinck an der Langen
Straße werden schnell zu eng. Das Unternehmen wechselt kurzzeitig in die alte
Posthalterei, doch nach nicht einmal zehn Jahren folgt ein erneuter Umzug,
diesmal in das neu errichtete und bis heute genutzte Verlagsgebäude an der
Gartenstraße 4. Die ZZ mausert sich zu einem blühenden Unternehmen und
bedeutenden Wirtschaftsfaktor.
Jakob Friedrich Zeller stirbt mit knapp 58 Jahren im
Kriegsjahr 1917. Erst 30-jährig, setzt Paul Zeller das Lebenswerk seines Vaters
fort. Nach einer Interimslösung durch die Erbengemeinschaft leitet Paul Zeller
ab 1924 den Betrieb.
Der junge Verleger ist sich seiner Verpflichtung
bewusst, auf dem von seinem Vater gegossenen Fundament weiter aufzubauen.
Ständig modernisiert er den Betrieb und baut kontinuierlich den Leserkreis aus.
Eine umfassende Berichterstattung über lokale Ereignisse steht für Paul Zeller,
der auch die Schriftleitung inne hat, im Vordergrund.
Mit der Veröffentlichung einer Sonntagsbeilage (lange
vor dem heutigen Sonntagsjournal) macht sich Paul Zeller um Heimatkunde und -pflege
verdient. Da er der Region Sittensen große Bedeutung beimisst, gibt er von 1929
bis Anfang der 30er-Jahre eine eigene „Sittenser Zeitung“ heraus. 1936 kauft
Paul Zeller den Nordhannoverschen Landesboten, der dem Welfenhaus treu ergeben
ist und in Zeven erscheint. Alle 550 Abonnenten wechseln zur ZZ. Der
Konkurrenzdruck ist weg, die ZZ behauptet sich erfolgreich als einzige
Tageszeitung für die Region Zeven.
Der Zweite
Weltkrieg ruft Paul Zeller an die Front. Er kämpft unter anderem in Dänemark
und Rumänien und gerät in Gefangenschaft. Ehefrau Erna Zeller sorgt während der
Kriegsjahre dafür, dass der Betrieb weiterläuft. Nach dem Krieg druckt das
Verlagshaus zunächst mit Genehmigung der britischen Militärregierung
Lebensmittelkarten sowie verschiedene Drucksachen für die Militärregierung und
andere Einrichtungen. 1946 kommt der Verlag mit einem ersten kostenlosen
Anzeigenblatt auf den Markt.
1949 übernimmt die J.F. Zeller KG den Lohndruck,
Vertrieb und die lokale Berichterstattung der Niederdeutschen Zeitung, die ab
1. August 1949 mit dem Untertitel Zevener Zeitung erscheint. Im Oktober 1949
wird die allgemeine Pressefreiheit eingeführt. Der Untertitel „Zevener Zeitung“
wandert wieder in den Kopf. Den Mantelteil liefert der Hamburger Anzeiger bis
zum Jahr 1954 zu.
1952 stirbt Paul Zeller plötzlich und unerwartet
während eines Urlaubs in den bayerischen Bergen. Damit endet eine fast
30-jährige Ära. Sohn Harald Zeller, ein Druckermeister, übernimmt als
30-Jähriger Ende September 1952 die Geschäfte. Noch zu Lebzeiten seines Vaters
arbeitet er sich in die Setzerei ein und übernimmt die Leitung des technischen
Betriebes. Von Anfang an ist die Technik das liebste Metier von Harald Zeller.
Er bricht mit der Tradition von Vater und Großvater und verzichtet auf die
Redaktionsleitung.
Ulrich Habermann wird erster Redaktionsleiter,
während sich Harald Zeller ganz auf die Geschäftsführung und Leitung des Druck-
und Verlagshauses konzentriert. Unter seiner Regie kooperiert die ZZ ab 1954
mit dem Verlag Pörtner in Bremen-Blumenthal. Die ZZ bezieht dort den Mantelteil
der Zeitung. 18 Jahre und viele technische Neuerungen später schließt sich die
ZZ der Redaktionsgemeinschaft Nordsee an. Der Mantel kommt nun aus Bremerhaven.
Seit 1975 verbindet die ZZ mit der Redaktionsgemeinschaft
Nordsee mehr als nur ein Kooperationsvertrag. Drei der Mitgliedsverlage werden
zu Anteilseignern am Druck- und Verlagshaus Zeller und damit zu einer starken
Gemeinschaft. Der nächste Einschnitt folgt am 31. Dezember 1992: Harald Zeller
übergibt die Geschicke des Verlagshauses in jüngere Hände. Geschäftsführer wird
der damals 30 Jahre alte Tom Ditzen-Blanke. Ein Jahr später verkauft Harald
Zeller seine Mehrheitsanteile an die Ditzen GmbH & Co. in Bremerhaven und
zieht sich ins Privatleben zurück. Er stirbt überraschend am 27. Dezember 1999
nach kurzer Krankheit im Alter von 77 Jahren.
Tom Ditzen-Blanke modernisiert das Erscheinungsbild
der Zevener Zeitung kontinuierlich. Im Februar 2000 erscheint die erste Ausgabe
des Sonntagsjournals der ZZ; seit dem Jahre 2002 gibt es die elektronische
Ausgabe (e-paper) und im Jahre 2004 erfolgt ein Relaunch der ZZ mit
Vierbuchstruktur, Farbleitsystem und klarer Gliederung des Lokalteils.
Seit Oktober 2008 wird die Tageszeitung im neuen
Druckzentrum Nordsee am Grollhamm in Bremerhaven gedruckt – komplett vierfarbig
und auf der weltweit modernsten Druckmaschine.