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Vereinsblatt

Hecken braucht das Land

Uhr Von Frauke Hellwig
Die Revierpächter Siegfried und Bernd Rakowitz haben gemeinsam mit Landwirten entlang des Nullmoorweges insgesamt 450 Pflanzen gesetzt, um damit eine Art grüne Lebensader im Moor zu schaffen und dem Gebiet ein Stück Natur zurückzugeben. Foto: Hellwig

ZEVEN. Die Landschaft gerade im Landkreis Rotenburg wirkt häufig wie leergefegt. Für die Natur scheint kaum noch Platz in der hochtechnisierten Agrarwirtschaft. Doch das muss nicht sein, denn schon eine einfache Hecke kann der Feldflur Struktur geben, Niederwild, Singvögeln, Reptilien und Insekten Schutz, Nahrung und Brutmöglichkeiten bieten. Die Jägerschaft Zeven wirbt daher intensiv um Flächen, wo sie solche Hecken anlegen kann.

Wie eine grüne Lebensader ziehen sich Gehölzstreifen beispielsweise durch die Gemeinde Seedorf. Dort wurden in den vergangenen Jahren von der Jägerschaft an vielen Stellen Feldhecken angelegt. Schlehen, Wildobst, Ebereschen, Schneeball, Feldahorn, Schwarzer Holunder, Weiden, Hasel, Eiche und dazu noch Himbeeren, Brombeeren und auch Heckenrosen bilden nach einigen Jahren einen schier undurchdringlichen Wall aus Ästen, Zweigen und Laub. Ein wertvoller und abwechslungsreicher Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen. Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) besiedeln rund 10 000 Tierarten, angefangen von Vögeln über Reptilien bis hin zu den verschiedensten Insekten solche Heckenstreifen. Um sie herum findet man häufig krautige Säume, wo sich heimische Pflanzen wohl fühlen. „Der Wiesenkerbel zum Beispiel gehört zur Hasenapotheke“, betont Evelyn Hinck von der Jägerschaft Zeven.

Gerade jetzt im Frühjahr, wenn ein Teil der Sträucher und Gehölze blüht und herrlich duftet, haben sie nicht nur den bestäubenden Insekten jede Menge zu bieten, sondern auch dem menschlichen Auge. Später im Jahr stellen die Samen, Nüsse und Beeren einen reichhaltig gedeckten Tisch für die Tierwelt dar. Und auch im Winter sind sie eine nicht zu unterschätzende Struktur in der Agrarlandschaft, denn sie bieten Schutz vor Kälte und eisigen Winden. Das gilt übrigens nicht nur für die Tiere, wie Evelyn Hinck weiter ausführt. „Solche Gehölzstreifen schützen den Boden auch vor Erosion durch Wind.“ Ein wichtiger Aspekt, da in dieser Region leichte Böden vorherrschten, die nach der Ernte lange offen lägen und daher sehr windanfällig seien.

Feldhecken haben also jede Menge Vorteile und können der Natur ein Stück Lebensraum zurückgeben. Dennoch sind sie längst nicht so verbreitet wie sie sein könnten und sollten. Denn sie benötigen Platz. Und der ist in der Landwirtschaft ja bekanntlich heiß umkämpft. Dabei könnten geeignete Wegesränder entlang der Wirtschaftswege, die sich ja meist ohnehin im Besitz der Gemeinden befinden, ganz unkompliziert für die Anlage von Hecken genutzt werden.

Aber auch die Landwirte können eine Menge für die Natur tun, zum Beispiel einen Streifen zwischen zwei Schlägen zur Verfügung stellen. „Wir brauchen eigentlich nur etwas Land. Die Pflanzen stellt der Landkreis und die Arbeiten übernehmen die Revierpächter“, betont auch Hegeringleiter Wilhelm Müller. Die Jägerschaft stehe für Anfragen jederzeit bereit, unterstreichen sie noch einmal. „Wir brauchen eben nur ein Fleckchen Land.“

Im Nullmoor hat das gerade kürzlich geklappt, dort haben die Jagdpächter Siegfried und Uwe Rakowitz in Absprache mit dem Realverband entlang des Nullmoorwegs eine 160 Meter lange und vier Meter breite Feldhecke aus Feldahorn als Kernzone zusammen mit Schlehen, Weißdorn, Holunder, Hasel, Kornelkirsche und Liguster gesetzt. Satte 450 einheimische und robuste Gehölze sollen der gerade im Winter eher leeren Feldflur etwas Struktur zurückgeben und verschiedensten Wild- und Kleintieren als auch Singvögeln Deckung und Nahrung verschaffen. „Damit wollen die Revierinhaber vielen Tieren Deckung und Futter gewähren, gleichzeitig den Spaziergängern ein grünes Band präsentieren und als Nebeneffekt etwas Windruhe in diesem leicht erhabenen Bereich schaffen“, so Evelyn Hinck weiter.

Dem aufmerksamen Betrachter werden dabei die Knäuel aus Schafwolle an den Pflanzen auffallen. Sie sind um die Triebe der Pflanzen gewickelt, um das Verbeißen der Knospen durch das Rehwild zu verhindern. „Eine traditionelle Maßnahme zum Schutz der Gehölze, sie ersetzt einen Zaun und ist ausgesprochen umweltfreundlich.“ Und wenn alles gut geht, die Hecke in einigen Jahren zu einem dichten Geflecht verwachsen ist, dann dürfte sie einen willkommenen Lebensraum für allerlei Tierarten darstellen, der mit ein wenig Pflege über viele Jahrzehnte Bestand haben wird.

Es bleibt zu hoffen, dass diesem guten Beispiel in Hinblick auf die Zusammenarbeit von Landwirten, dem Landkreis und der Jägerschaft noch viele andere folgen werden – zum Wohle unserer Natur.

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