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Sonntagsjournal

Schmerlen für die Bade

Uhr Von Wolfgang Millert
Ralf Behrens, Hans-Peter Wennholz, Uwe Schradick und Elias Warncke (von links) entlassen die kleinen Schmerlen in die Bade. Sie gelten auch in empfindlichen Forellenregionen als Indikator für intakte Wasserqualität. FOTOS: MILLERT

BADENSTEDT. Es war ein gewaltiger Schock für die Mitglieder des Angelsportvereins Badenstedt-Bademühlen, als im April 2012 ein Verschluss-Schieber des Güllebehälters auf dem Anwesen eines landwirtschaftlichen Betriebes brach und sich die Brühe über einen Graben in das Flüsschen Bade ergoss. Dabei wurden auf mehreren Kilometern hohe Ammoniakkonzentrationen freigesetzt, die alles Leben erstickten.

Nach ein paar Wochen zeigte sich das Wasser zwar wieder einigermaßen sauber, aber Kleinlebewesen wie Bachflohkrebs und Mückenlarven waren als Nahrungsgrundlage der Fische zunächst vernichtet. Hans-Peter Wennholz, Vorsitzender des Angelsportvereins, und seine Mitglieder gaben jedoch nicht auf. Sie erwirkten eine finanzielle Entschädigung, die zwar den entstandenen Schaden an der Natur nicht mindern konnte, aber es war der Grundstock für erste Renaturierungsmaßnahmen und Wiederherstellung der Artenvielfalt.

Ständig wird die Wasserqualität der Bade auf Sauerstoff- und pH-Wert kontrolliert. Mit sachkundiger Hilfe des Biologen vom Anglerverband Niedersachsen (AVN), Ralf Gerken aus Scheeßel, wurden an der Einmündung des Hollenbecks kleine Querschwellen in die Bade eingebaut. Das Wasser wird dadurch mit Sauerstoff angereichert, und kleine Gumpen mit allerlei Wasserpflanzen bildeten sich bald als Unterstand für die Fische. Wenn Hans-Peter Wennholz und Vereinsgewässerwart Ralf Behrens einen kleinen engmaschigen Kescher an verschiedenen Stellen durchs Wasser ziehen, entdecken sie bei genauem Hinsehen heute wieder etliche Kleinlebewesen, die als Indikator für die Güteklasse eines Gewässers gelten. Da sich Eintagsfliegen, Flohkrebse und Kriebelmückenlarven allmählich erholten, setzten die Badenstedter Angler 2013 versuchsweise Elritzen und 2015 Mühlkoppen in die Bade. Die Fischchen, die eine Größe von weniger als 20 Zentimeter erreichen, gelten als besonders empfindlich und geben sichere Hinweise auf die Wasserqualität des Flüsschens.

Vor ein paar Tagen wurde die Artenvielfalt um eine weitere Fischart bereichert. 200 Bachschmerlen wurden aus einer niedersächsischen Fischzucht besorgt und an verschiedenen Stellen in der Bade bei idealer Wassertemperatur von elf Grad vorsichtig ausgesetzt.

Ermöglicht wurde die Aktion durch eine Zuwendung von 500 Euro aus dem Gewinnspartopf der Volksbank Zeven. Uwe Schradick vom Vorstandsstab des Geldinstituts war eigens mit dem Schulpraktikanten Elias Warncke von der KGS Tarmstedt gekommen, um zu erleben, wie putzmunter die acht Zentimeter kleinen Schmerlen im leise plätschernden Wasser der Bade verschwanden. Wenn sie ausgewachsen sind, werden sie ein Größe von etwa 15 Zentimetern erreicht haben.

In den nächsten Wochen wollen die Badenstedter Angler 10 000 Meerforellen- und 5000 Bachforellenbrütlinge in das Gewässer einbringen. Sie stammen aus der Brutanlage des Fischereivereins Sittensen und unterstützen das Salmoniden-Wiedereinbürgerungsprogramm der Besatzgemeinschaft Oste 1.

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