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Sonntagsjournal

Tipps für die Sicherheit

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Helmut Gieschen (links) und seine „rechte Hand“ Silke Martens (rechts) dankten Thomas Teuber für den interessanten Vortrag. Foto: privat

BRAUEL. „Senioren fühlen sich, was Straftaten angeht, am häufigsten betroffen – sind es in Wirklichkeit aber nicht.“ Mit diesen Worten stieg Hauptkommissar Thomas Teuber aus Rotenburg in das Thema seines Vortrages bei den Landvolk-Senioren ein und wollte sie damit auch gleichzeitig beruhigen. Teuber ist bei der Polizeiinspektion Rotenburg seit Jahren Präventionsbeauftragter und folgte der Einladung des Landvolk-Seniorenchefs Helmut Gieschen.

Um die 10 000 Straftaten seien im vorvergangenen Jahr im Kreis Rotenburg bekannt geworden, so Teuber. Eigentumsdelikte würden mit circa 4000 die Liste anführen, gefolgt von etwa 2000 Betrugsfällen, 1100 Körperverletzungen, 1000 Sachbeschädigungen und 500 Beleidigungen. Die Aufklärungsquote liege bei über 60 Prozent. Die örtliche Einbruchshäufigkeit zeige sich im Kreisgebiet recht unterschiedlich.

Die Kriminellen bevorzugten Durchgangsstraßen, zu denen sie schnell gelangen und von denen sie auch schnell wieder verschwinden könnten. Die Taten seien in der Regel nicht geplant, sondern würden meist von Banden spontan ausgeübt. Dabei werden Häuser und Wohnungen deren Bewohner nicht zu Hause sind von den Einbrechern bevorzugt.

Beliebteste Tageszeit sei die Abenddämmerung, unterstrich Teuber, und das besonders in der Winterzeit. Deshalb riet Teuber, bei Abwesenheit mehrere Räume im Haus hell auszuleuchten. Eine „Funzel“ auf der Fensterbank würde nach seiner Einschätzung die Anwesenheit der Bewohner nicht unbedingt signalisieren. Außerdem, aber zweitrangig, solle an passive Sicherung durch den Einbau einbruchshemmender Bauteile gedacht werden. „Ob es in ihrem Haus etwas zu holen gibt, bestimmen sie selbst“, so der Polizeibeamte gegenüber seinen interessierten Zuhörern. Für Geld und Schmuck sei das traute Heim nicht der richtige Verwahrungsort. Auf diese Beute und nicht auf schwer zu Transportierendes hätten es die Einbrecher abgesehen.

Aber auch an der eigenen Haustür sollten die Senioren höchste Aufmerksamkeit walten lassen. So gelte unbedingt, niemanden Fremden ins Haus zu lassen, ganz gleich mit welchen Gründen um Einlass gebeten werde. „Auch nicht auf vorgezeigte Ausweise hereinfallen, die können gefälscht sein“, mahnte der Gast seine Zuhörer. Man solle sich auch nicht von der Arbeitskleidung eines angeblichen Handwerkers täuschen lassen und bedenken, dass Betrüger meistens zu zweit agieren und einer unbeobachtet das Haus durchsuchen kann, während man sich noch vertrauensselig mit dem anderen abgibt.

Aus dem Ermittlungsalltag berichtete Teuber über eine wahre Begebenheit in dem sich eine ältere Dame nach dem Versuch eines Betruges umgehend an die Polizei wandte und entrüstet feststellte: „Herr Teuber, das können sie sich gar nicht vorstellen, der hat mich ja angelogen“.

Auch bei ungebetenen Anrufen rät der Polizeibeamte zu größter Vorsicht. „Werbeanrufe gar nicht erst annehmen oder sofort auflegen“, so sein Rat. Auch würden Polizei oder Staatsanwaltschaft nicht unverhofft bei einem Bürger anrufen. Diesen Fall habe es in letzter Zeit gegeben. Ein Krimineller habe sich am Telefon zunächst als Polizist und später als Staatsanwalt ausgegeben und die Überweisung von Geld erzwingen wollen. Die Frau habe sich daraufhin an die Polizei in Zeven gewandt. Die Krone wurde allem aufgesetzt, als sich der Betrüger, sich wiederum als Staatsanwalt ausgebend, an die Polizei in Zeven wandte und diese aufforderte, sich nicht in verdeckte Ermittlungen der Frankfurter Staatsanwaltschaft einzumischen.

Aber auch außerhalb der eigenen vier Wände sei Vorsicht angebracht. „Legen Sie beim Einkauf keine Wertsachen in den Einkaufswagen. Trickdiebe arbeiten unauffällig in Gruppen, lenken sie ab und kommen so zum Erfolg“, mahnte der Gast. Auf dem Parkplatz könne man gebeten werden, Geld zu wechseln. Das sollte man ablehnen mit dem Hinweis, es gebe ringsherum genügend Möglichkeiten, Geld zu wechseln. Dem Betrüger gehe es nur darum, möglichst nahe an die Geldbörse seines potentiellen Opfers zu kommen. Ebenso verhalte es sich bei fingierten Unterschriftensammlungen zum Beispiel in Fußgängerzonen, bei denen sich der Täter mit einem Klemmbrett in der Hand die nötige Nähe zu seinem Opfer verschaffen wolle, um an dessen Portemonnaie oder andere Wertsachen zu gelangen.

Abschließend versuchte der Beamte, die Senioren mit der Tatsache zu beruhigen, dass das Risiko Opfer von Diebstahl oder einem Raubüberfall zu werden, geringer als befürchtet sei. Die Statistik belege das. Die Sendung „Aktenzeichen XY…ungelöst“ schüre übrigens bei den Zuhörern mehr Ängste als sie aufzuklären.

Die in großer Zahl erschienenen Altenteiler waren dankbar für die vielen Tipps und spendeten dem Präventionsbeauftragten reichlich Applaus. (sj)

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