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Sonntagsjournal

Torten wie bei Muttern

Uhr Von Heidrun Meyer
Mitglieder des Moorbahntreffs kümmern sich in der Café-Saison jedes Wochenende um das Wohl der Gäste und kredenzen ihnen köstliche, selbst gebackene Tortenkreationen. Fotos: H. Meyer

Burgsittensen. Was aus ehrenamtlichem Engagement und der Leidenschaft fürs Tortenbacken erwachsen ist, hat sich zu einem über die Kreisgrenzen hinweg beliebten Anlaufpunkt entwickelt: das Café im „Haus der Natur“ der Moorbahn Burgsittensen. 18 Frauen aus Tiste und um zu – vom jungen Mädchen bis zur gestandenen Hausfrau – bilden das Team des Moorbahn-Treffs. Immer an Sonn- und Feiertagen backen, und servieren sie, kochen Kaffee, verrichten den Abwasch, und räumen ab.

Das macht die fröhliche Truppe gern, fühlt sie sich der Moorbahn doch sehr verbunden. Ihr Manager ist Cor Voet, der als einziger fest angestellt ist. Er erarbeitet die Dienstpläne, führt Teambesprechungen durch und ist Ansprechpartner für das Café im „Haus der Natur“. Bei allem Stress, in Spitzenzeiten kommen an einem Nachmittag mehrere hundert Gäste, herrscht stets gute Laune – „auch wenn wir es mal mit einem ungeduldigen Gast zu tun haben“, so die Erste Vorsitzende des Moorbahntreffs, Martina Hauschild, und Stellvertreterin Andrea Nack.

Vor über zehn Jahren kam erstmals die Idee auf, in Verbindung mit den Moorbahnfahrten „ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee“ zu servieren. Das kam so gut an, dass sukzessive mit viel freiwilligem Einsatz der Betrieb eines Cafés aufgebaut wurde. Naturliebhaber und Erholungssuchende aus nah und fern haben das Tister Bauernmoor mit der moortypischen Flora und Fauna schon lange als ein wahres Kleinod für sich entdeckt. Aber: Sie wollten gern zur Abrundung des Moor- und Naturerlebens dort auch einkehren können. 1999, als die Torfabbaurechte nicht wieder verlängert wurden und stattdessen der Landkreis Rotenburg den Erwerb fast der gesamten Moorfläche und deren Renaturierung einleitete, gründete sich der Moorbahnverein Burgsittensen. Die Mitglieder setzen sich unter anderem für die Unterhaltung des Gleisnetzes, den Erhalt und die Wartung der Moorbahn und deren historische Loren ein, dokumentieren aber auch das Leben und Arbeiten im Tister Moor. In Abstimmung mit dem Landkreis werden auf eigens erhaltenen und neu ausgebauten Moorbahngleisen mit geprüften Fahrzeugen die Gäste auf einem Rundkurs durch das Moor gefahren. Fünf Lokführer, die zugleich Gästeführer sind, informieren die Fahrgäste an geeigneten Stellen im Moor und auf dem 6,5 Meter hohen Aussichtsturm oder der Aussichtsplattform, die barrierefrei erreichbar sind. So ist das Bauernmoor zu einem wertvollen Naturraum geworden. Eben diesen möchten die ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Moorbahnvereins Besuchern jeden Alters näher bringen und vor allem den Bestand für die nachfolgenden Generationen erhalten. „Das Café ist zu einer der tragenden Säulen im Gesamtkonstrukt Moorbahn geworden. Unser Ziel ist nicht, immer größer zu werden, sondern lieber klein und fein mit Qualität und Atmosphäre zu bleiben“, erklärt Jürgen Otten vom Vorstand des Moorbahnvereins.

„Dass wir mal so viele Torten auf einmal backen würden, habe ich mir früher kaum vorstellen können. Jetzt probiert man immer mehr aus und freut sich, wenn unser Backwerk bei den Gästen gut ankommt“, freuen sich Andrea Nack und Martina Hauschild, deren Töchter Svenja, Alena und Anika inzwischen ebenfalls tatkräftig im Café mit im Einsatz sind. Und sie backen auch. „Keine Torte entsteht strikt nach Rezept, es fließen immer unsere eigenen Ideen mit ein“, erklärt Andrea Nack. Jüngstes Beispiel ist der Schoko-Himbeer-Traum ihrer Tochter Alena. Ein mehrschichtiges Kunstwerk aus einem Rührteig mit aufgelöster Schokolade, Sahne-Himbeer-Creme, pürierten und ganzen Himbeeren und einem Himbeerspiegel als Abschluss. Die Zubereitung nimmt zwei Tage in Anspruch, da der gebackene Boden gut durchziehen muss. Inzwischen gibt es bereits etliche Stammgäste. Man kennt sich, kommt miteinander ins Plaudern.

„Das ist auch das Schöne an der Arbeit. Man lernt viele unterschiedliche Menschen jeden Alters kennen. Wenn sie mit strahlenden Gesichtern aus dem Moor kommen und sich darüber freuen, was hier entstanden ist, freuen wir uns mit. Das gibt immer wieder aufs Neue Motivation für unsere Arbeit. Wenn es heißt, dass es bei uns wie bei Muttern schmeckt, ist es das schönste Kompliment, was wir bekommen können“, betonen Hauschild und Nack.

Zu den regelmäßigen Besuchern gehören auch Siegfried und Margret Meyer aus Stelle bei Winsen/Luhe, die lange in der Börde Sittensen gelebt haben. Ihnen gehörte auch mal ein Stück Moorfläche. „Wir sind unserer Tochter und den Enkelkindern nachgezogen. Wenn wir hierher kommen, bringen wir gern auch Gäste mit“, verrät das Ehepaar. Diesmal waren Hermann und Ursula Ruschmeyer aus Stelle dabei. Er war früher in Tiste auf einem Lehrhof beschäftigt. Gemeinsam schwelgten die Vier auf der Sonnenterrasse bei Kaffee und Kuchen in Erinnerungen und ließen das „wunderschöne Ambiente“ auf sich wirken.

Das Angebot des Cafés ist saisonal abgestimmt, dazu gibt es den von den Gästen allseits geschätzten, frisch gebrühten, hochwertigen Hochland-Kaffee. Aber auch Tee wird serviert. Wenn’s draußen kalt ist, sorgt ein Kachelofen für wohlige Behaglichkeit. Dann werden auch winterspezifische Spezialitäten wie Bratapfel-, Spekulatius- oder Marzipantorte und selbst gebackene Plätzchen angeboten.

Mit einem Besucheransturm sind stets die Moorbahnkranichfahrten im Oktober verbunden. In dieser Zeit hat das Café täglich geöffnet und bietet auch Kleinigkeiten zu essen an. Wie Hauschild und Nack mitteilen, laufen derzeit Überlegungen, die Winterpause, die nach dem dritten Advent mit den traditionellen Nikolausfahrten beginnt, zu verkürzen und das Café statt im März bereits im Januar wieder zu eröffnen. Darüber hinaus sind geführte Wintertouren ins Bauernmoor geplant, wobei auch Kulinarisches wie deftige Wintereintöpfe angeboten werden sollen. Das Café ist üblicherweise sonntags und an Feiertagen ab 14 Uhr geöffnet. Für Gruppen auch von Montag bis Sonnabend auf Anmeldung – dann ist Frühstück, Mittagessen oder Abendimbiss möglich. Auch Familienfeiern und kleinere Gesellschaften werden veranstaltet. Anmeldungen nimmt Cor Voet unter Tel. 04282/911511 entgegen.

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