Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Mit der Nutzung der Seiten und Services der Zevener Zeitung, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.     Mehr Infos
OK

Sonntagsjournal

Zweiter Hilfstransport in Ukraine

Uhr Von Frauke Hellwig
Sabine Schwiebert, Geschäftsführerin des Awo-Kreisverbandes (rechts), und Heidi van Calker, Vorsitzende des Awo-Ortsvereins, haben den Hilfsgütertransport nach Lviv auch in diesem Jahr wieder persönlich begleitet und planen bereits eine weitere Tour für 2017. Fotos: hellwig

ZEVEN. In der Ukraine herrscht an vielen Stellen noch große Not unter der Normalbevölkerung. Die niedrigen Löhne reichen häufig nur als Familienverbund für Wohnung, Essen und Kleidung, so haben es Sabine Schwiebert, Geschäftsführerin des Awo-Kreisverbandes, und die Vorsitzende des Awo-Ortsvereins, Heidi van Calker, auf ihrer jüngsten Reise in das Land erlebt. Sie haben sich im Januar nun zum zweiten Mal auf den Weg in die westliche Ukraine gemacht, um bei der Übergabe ihres Transports mit Hilfsgütern dabei zu sein.

„Die nötigen finanziellen Mittel für soziale Belange scheinen an vielen Stellen zu fehlen“, beschreibt Sabine Schwiebert die Situation im Westen des Landes. Die Schule, die sie in Lviv, dem ehemaligen Lemberg unterstützen, ist eine Mischung aus Internat und Waisenhaus, in der Kinder aus der Region beschult werden, aber auch bedürftige Kinder unterkommen und Flüchtlingskinder aus der Ostukraine beherbergt werden. Über die von Natalia Yarosch gegründete Hilfsorganisation „Meine Familie“, die selbst Pflegekinder versorgt und sich mit anderen Familien zusammen getan hat, werden bedürftige Menschen, aber auch Kinderheime, ein Reha-Zentrum und Krankenhäuser in Lviv und der Umgebung bis in die westliche Ukraine hinein, unterstützt. Nachdem die Awo 2015 bereits einen 40-Tonner mit Hilfsgütern in die Ukraine geschickt hatte, folgte nun im Januar der nächste Transport.

Vollgestopft mit Winterbekleidung, Schuhen, Kinderspielzeug, Hygieneartikeln, Pflegebetten, Rollstühlen und Schulmaterial, die zum Teil vom DRK Rotenburg, aber auch vom Kooperationspartner „Helfen, um zu helfen“ aus Bremervörde stammten, ging es auf die 1700 Kilometer lange Reise – allerdings erst nachdem der ganze Papierkram erledigt war. Doch trotz aller Vorbereitungen musste Fahrer Igor an der Zollabfertigung in Lviv einen ganzen Tag lang ausharren, weil in der Ukraine ein Feiertag war und kein Beamter die Ladung zum Lagerort begleiten wollte. „Man glaubt dort nicht wirklich daran, dass jemand uneigennützig Waren ins Land bringt, um den Menschen zu helfen und hat eben die Befürchtung, dass Neuware einführt wird, um sie dort zu verkaufen. Daher kontrolliert der Zoll alles ganz genau“, erklärt Heidi van Calker. Dazu gehöre auch, Fotos von der Ladung zu machen, damit am Ende kein Karton fehlt. Dann vergehen noch einmal vier Wochen, bevor die Hilfsgüter endgültig freigegeben werden und dann entsprechend verteilt werden können.

Dabei ist die Not groß, denn schon Normalverdiener hätten ihre liebe Not damit, mit ihrem Verdienst ihren Lebensunterhalt allein zu bestreiten. „Das geht nur im Familienverband. Viel leisten können sie sich da nicht“, sagt Sabine Schwiebert. „Es ist schwierig für den Einzelnen, dort zurecht zu kommen. Selbst Lehrer können sich keine eigene Wohnung leisten.“ Es sei eben eine ganz andere Welt, die in der Entwicklung rund 50 Jahre hinter uns liegt. „In der Ukraine wird schnell deutlich, welche Freiheiten wir hier genießen und welchen Lebensstandard wir haben.“ Kinder, Alte, Kranke und Behinderte haben da noch weniger Chancen und brauchen daher dringend Hilfe von außen, da der Staat diese nicht leisten kann. „Der nächste Transport ist also schon gesichert. Wir haben auch schon viele Hilfsgüter zusammen, so dass wir unter Umständen schon in diesem Jahr wieder etwas in die Ukraine schicken können“, erklärt Schwiebert weiter. Und dabei sei es für die Awo sehr wichtig, dabei zu sein, wenn der Lkw entladen wird. „Wir wollen unsere Partner vor Ort kennen und den Kontakt zu ihnen halten, wollen sehen, dass es ankommt und auch wissen, was vor Ort passiert und eben von den Menschen direkt hören, was sie am dringendsten brauchen.“

Diese Informationen seien auch wichtig für die Spender, die wissen wollen, ob die Spenden auch wirklich dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Daher werden sie den nächsten Transport auch wieder persönlich begleiten.

SERVICE

Wir über uns
Unser Verlagsgebäude in Zeven

In unserem Verlagsgebäude mitten in Zeven in der Gartenstraße wird die Zevener Zeitung produziert. Ansprechpartner aus den verschiedenen Abteilungen, wie der Redaktion und dem Anzeigenbereich finden Sie hier. Mehr...

Kunden-Service
Telefon: 04281/945-666

Die Zevener Zeitung ist das führende Medium für Zeven und den umliegenden Landkreis. Sie erscheint sechs Mal in der Woche. Unsere Mitarbeiter aus dem Abo- und Anzeigen-Service stehen Ihnen gerne bei Fragen zur Verfügung. . Mehr...